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Power-Pop statt Schock-Rock: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Neues Album "We Are Chaos": Marilyn Manson spielt jetzt Power-Pop.
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Neues Album „We Are Chaos“: Marilyn Manson spielt jetzt Power-Pop.

Marilyn Manson, M.I.A., The Flaming Lips und Revolverheld: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Er nannte sich „Antichrist Superstar“ und „God of Fuck“, verbreitete über Jahre seinen Hass-Gospel („We hate love, we love hate“) auf der ganzen Welt und schockierte immer wieder mit skandalösen Auftritten: Kaum ein Musiker wurde je so gehasst und so oft angefeindet wie Marilyn Manson. Die ganz großen Schandtaten liegen inzwischen aber weit zurück, und wenn man sein neues Album hört, könnte man sie fast vollständig vergessen. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von: M.I.A., The Flaming Lips und Revolverheld.

Marilyn Manson - We Are Chaos

Power-Pop-Hymnen, Akustikgitarren und eine satte Portion „Ziggy Stardust“: Der Gelegenheitshörer wird sich wundern über „We Are Chaos“, das neue Album von Marilyn Manson. Die Fans aber wissen natürlich: Manson war schon immer großer Bowie-Fan, und nach all den Stilwechseln der letzten Jahre durfte auch mit einer Platte wie „We Are Chaos“ jederzeit gerechnet werden.

Gemeinsam mit Shooter Jennings (Co-Autor und Produzent) hat Manson das zugänglichste Werk seiner bisherigen Karriere erschaffen und dabei auch als Künstler endlich wieder einen Schritt nach vorne gemacht. So innovativ, so mutig und so überraschend klang der einstige „Antichrist Superstar“ zuletzt vor über 20 Jahren. Von dem wütenden industriellen Schock-Rock, mit dem Manson berühmt wurde, ist aber nicht mehr viel übrig - und zum Elternschreck taugt der inzwischen 51-Jährige sowieso schon lange nicht mehr.

M.I.A. - CTRL

Große Lobeshymnen vonseiten der Kritiker hatte es zuletzt nur noch selten gegeben, aber das Anecken hat M.I.A. nicht verlernt. Drei Jahre lang war nichts von der britischen Rapperin zu hören, ehe sie Anfang 2020 mit der Single „OHMNI 202091“ ins Rampenlicht zurückkehrte. Jetzt wird nachgelegt: Mit „CTRL“ hat M.I.A. einen weiteren neuen Song veröffentlicht. Es geht um Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit und Skepsis gegenüber Autoritäten („They try to control, control, control“).

Der Song sei kein Vorgeschmack auf das sehnsüchtig erwartete neue Album, sondern ein für sich stehendes Werk für das „heutige Hier + Jetzt“, erklärt die Künstlerin in den sozialen Medien. Die Veröffentlichung von „CTRL“ nutzte die systemkritische Musikerin auch, um erneut ihre Solidarität mit Julian Assange zu bekunden. Der Whistleblower steht aktuell in London vor Gericht, wo über eine mögliche Auslieferung an die USA entschieden werden soll.

The Flaming Lips - American Head

Sie werden bisweilen als schräg und komisch empfunden, in ihren Noise-Momenten auch mal als unhörbar, aber sie gelten inzwischen dennoch als eine echte amerikanische Rock-Institution: die Flaming Lips. Das in Oklahoma beheimatete Ensemble um Wayne Coyne hat schon mit Yoko Ono und Miley Cyrus musiziert. Immer wieder wurden die eigenen kreativen Grenzen verschoben. Auf dem neuen Album „American Head“ ist der Ansatz nun ein anderer.

„Zum ersten Mal in unserem musikalischen Leben haben wir uns selbst als eine amerikanische Band wahrgenommen“, erinnert sich Coyne in einem Presseschreiben an die Aufnahmen. Man habe an The Grateful Dead und Parliament-Funkadelic gedacht und versucht, diesen „Vibe“ in die neue Platte einfließen zu lassen. Dabei ist wieder Schräges und Komisches entstanden, aber vor allem auch viel Gute-Laune-Musik. So ist also alles, wie es immer war: Die Flaming Lips bleiben unberechenbar und liefern trotzdem genau das, was die Fans glücklich macht.

Revolverheld - Leichter

Es wurde höchste Zeit: Ganze zweieinhalb Jahre liegt die Veröffentlichung von „Zimmer mit Blick“ schon zurück, nun verkündet Sony Music das „Comeback“ von Revolverheld. Die brandneue Single „Leichter“ soll ein „neues Schaffenskapitel“ aufschlagen, ist gleichzeitig aber geprägt von einem musikalischen Blick in die Vergangenheit.

Sänger Johannes Strate nennt in einer Pressemitteilung zu „Leichter“ Referenzen wie The Police, A-ha, Duran Duran und Toto. Dazu erklärt er: „Was sich auf dem letzten Album schon angedeutet hat, wird jetzt soundlich noch deutlicher, wir sind Kinder der 80-er!“ Begleitend zum Song gibt es auch ein neues Video, und damit ist hoffentlich nicht gleich wieder Schluss: Nach der Veröffentlichung von „Leichter“ hoffen Fans der Pop-Rocker jetzt natürlich auch auf die baldige Ankündigung eines neuen Albums.

teleschau

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