Mine: Das Ziel ist im Weg

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Mine - Das Ziel ist im Weg

Mit ihrer zweiten Platte "Das Ziel ist im Weg" zeigt Mine einmal mehr, wie breit sie aufgestellt ist. Damit trifft sie nicht immer den richtigen Ton.

Eigentlich scheint die Mainzerin Mine alles richtig zu machen: Ausbildung an der Pop-Akademie in Mannheim, eine Ader für moderne und abwechslungsreiche Sounds, Support von HipHop-Größen wie Samy Deluxe und Fatoni - die besten Voraussetzungen für eine gelungene Musikkarriere. Künstlerisch ist Mine, im eigentlichen Leben Jasmin Stocker, unbestreitbar, wie die 30-Jährige jetzt auf ihrem Zweitling "Das Ziel ist im Weg" erneut beweist. Nur ist ihr die Beweisführung leider allzu wichtig.

Mit ihrem selbst betitelten Debüt zeigte die schüchterne und introvertierte Mine, dass eine musikalische Gewalt in ihr steckt. Von Folk über Jazz bis zu HipHop: Die Sängerin, Produzentin und Songwriterin vermischt alle möglichen Stile miteinander, stellt sich breit auf, zeigt dass sie ihr Handwerk versteht und schafft sich so ihren eigenen Wiedererkennungswert. Und auch auf ihrer zweiten Platte spielt sie nun mit ihrer ganz speziellen Note.

Immer wieder finden sich auf "Das Ziel ist im Weg" harte Bässe und Synthieflächen wieder, die fast bedrohlich klingen ("Der fliehende Robert", "Findelkind"). Harte Gitarrenriffs überraschen den Hörer von Zeit zu Zeit ("Katzen"). Unbeschwerte, lateinamerikanische Klänge vermitteln eine kurzzeitige Leichtigkeit ("Hierher") und führen damit an einen komplett anderen Gefühlspunkt. Ausgedehnte Streicher und akzentuierte Chorgesänge haben eine beinahe theatralische und epische Wirkung. Zu guter Letzt bekommt Mine auch für diese Platte auf dem abschließenden, titelgebenden Track erneut Unterstützung von Rapper Fatoni und diesmal sogar - hört, hört - von dem expressiven Schlager-Kitsch-König Dagobert. Eine Mischung, die mutig ist und merkwürdig klingt.

Der Song ist nur eines vieler Beispiele dafür: Auf "Das Ziel ist im Weg" will Mine einfach zu viel. Die Songs bestehen aus haufenweise verschiedenen Richtungen, die einfach kein rundes Gesamtpaket ergeben wollen und unauthentisch wirken. Sie sind von vorne bis hinten überladen mit allen möglichen elektronischen Zugaben, sodass der Hörer von der Überproduktion fast erdrückt wird. Häufig wechselt innerhalb eines Tracks der Tenor, sodass einfach kein richtiger Zugang zustande kommt. Erschwert wird der außerdem durch allzu floristische und zeitweise sehr metaphorische Zeilen wie "Deine Hand in meinem Bauch und du sprießt aus mir raus". Am Ende steht Mine tatsächlich einfach das Ziel im Weg.

Mine auf Tournee:

27.04.2016, Köln, Gebäude 9

28.04.2016, Saarbrücken, Garage

29.04.2016, München, Strom

30.04.2016, Wien, Flex

02.05.2016, Nürnberg, Stereo

03.05.2016, Berlin, Bi Nuu

04.05.2016, Hamburg, Knust

05.05.2016, Kiel, Orange Club

06.05.2016, Leipzig, Conne Island

07.05.2016, Dresden, Beatpol

09.05.2016, Münster, Gleis 22

10.05.2016, Dortmund, FZW

12.05.2016, Mannheim, Alte Feuerwache

13.05.2016, Stuttgart, im Wizemann

14.05.2016, Darmstadt, HoffArt Theater

16.05.2016, Bielefeld, Forum

17.05.2016, Zürich, Papiersaal

18.05.2016, Wiesbaden, Schlachthof

19.05.2016, Freiburg, Waldsee

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