Projekt „Durchbruch“, Anlauf 17

Anvil treffen mit „Pounding The Pavement“ einen Nerv

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Anvil sind Kult. Nicht zuletzt, weil Steve „Lips“ Kudlow (Mitte) und seine Mitstreiter trotz zahlreicher Rückschläge seit 40 Jahren ungebrochen die Heavy-Metal-Fahne hochhalten.

Es gibt in der Metal-Szene inzwischen leistungsstärkere Presslufthammer als das Modell Anvil. Am Ende wird die Arbeit aber auch auf „Pounding The Pavement“ zuverlässig verrichtet.

Die Vorreiter des Speed Metal: Das waren Metallica, Slayer und Anvil. Doch während die Erstgenannten zu Rock-Superstars aufstiegen, verschwanden die Kanadier von Anvil bald wieder vom Radar. Ihre Pleiten-Pech-und-Pannen-Geschichte durfte die Band inzwischen sogar in einem Dokumentarfilm nacherzählen: Wer „Anvil! The Story of Anvil“ (2009) sah, erlebte mit Bandleader Steve „Lips“ Kudlow (Gitarre, Gesang) und Robb Reiner (Schlagzeug) zwei glücklose Knallköpfe, die Metal über alles lieben, aber nie den Sprung nach ganz oben schafften. Im Grunde warten Anvil seit knapp 40 Jahren auf ihren Durchbruch. Vielleicht klappt's ja mit Album Nummer 17, das den Titel „Pounding The Pavement“ trägt.

Dass sie wirklich irgendwann noch groß rauskommen, daran wird inzwischen wahrscheinlich nicht einmal mehr das unverbesserliche Stehauf-Männchen Steve Kudlow glauben. Aber genau das ist es, womit sich Anvil in der Szene enormen Respekt und letztlich Kultstatus erarbeitet haben: Sie machen immer weiter. Und sie machen, völlig unbeeindruckt von irgendwelchen Trends, immer ihr Ding.

Musikalisch wie inhaltlich sprechen Anvil, deren Erstling „Hard'n'Heavy“ bereits 1981 erschien (also vor den Debüts von Metallica und Slayer), auch auf „Pounding The Pavement“ eine einfache Sprache. Die Songs sind entweder hart und schnell, oder sie sind einfach nur hart. Darin wollen Anvil immer noch die Scheiße rocken („Rock That Shit“) oder Gesichter zertrümmern („Smash Your Face“). Das hat bei diesen eigentlich ganz netten Burschen auf eine gewisse Art durchaus auch etwas Liebenswürdiges.

„Ja, haut sie alle kaputt!“, möchte man bald grölen. Denn auch, wenn die einstigen Pioniere dem Zeitgeist inzwischen weit hinterherhängen: Mit ihrem authentischen, leidenschaftlich vorgetragenen Gekloppe treffen sie immer noch einen Nerv bei jedem Hörer, der Metal im Herzen trägt. Das ist am Ende vielleicht sogar mehr wert als Ruhm und Chartplatzierungen.

teleschau

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