US-Musiker

Nach Missbrauchsvorwürfen: Trent Reznor distanziert sich von Marilyn Manson

Trent Reznor hat seinen ehemaligen Freund öffentlich angeprangert.
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Trent Reznor hat seinen ehemaligen Freund öffentlich angeprangert.

In einem öffentlichen Statement hat Trent Reznor, bekannt durch sein Musikprojekt Nine Inch Nails, seinen ehemaligen musikalischen Mitstreiter Marilyn Manson angeprangert und sich von ihm erneut distanziert.

Jener war jüngst von vier Frauen, darunter Mansons Ex-Freundin Evan Rachel Wood, des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Kurz darauf kursierte im Internet erneut ein Auszug aus Mansons Autobiografie, in der er beschreibt, wie er und Reznor eine Frau sexuell angegriffen hätten.

„Ich habe im Laufe der Jahre meine Abneigung gegen Manson als Person deutlich gemacht und die Verbindung zu ihm vor fast 25 Jahren abgebrochen“, erklärte Reznor in dem Statement, welches der US-amerikanischen Musikwebsite „Pitchfork“ zugespielt wurde. Schon damals habe er gesagt, dass die entsprechende Passage aus Mansons Memoiren komplett erfunden seien: „Ich war damals wütend und beleidigt, als es herauskam, und bin es heute noch.“

In den 1990-ern hatte Reznor Manson bei seinem Label Nothing Records unter Vertrag genommen. Anschließend war er an der Produktion dessen Debütalbums „Portrait of an American Family“ sowie dem Album „Antichrist Superstar“ beteiligt. Später hatte er sich von Manson distanziert, weil dieser, wie Reznor in einem Interview 2009 sagte, „ein bösartiger Kerl“ sei, der jede Grenze des Anstands überschreiten würde.

„Ich wurde einer Gehirnwäsche unterzogen“

Auslöser für das Statement ist ein Fragment aus der 1998 erschienen Autobiografie „The Long Hard Road Out of Hell“ von Marilyn Manson und Neil Strauss, welches derzeit online kursiert. Darin beschreibt Manson, wie er und Reznor in den 90-ern eine alkoholisierte Frau körperlich und sexuell angegriffen hätten.

Erst Anfang der Woche hatte Evan Rachel Wood, Mansons Ex-Freundin, den Gruselrocker beschuldigt, sie sexuell missbraucht und manipuliert zu haben. Die Unterdrückung habe bereits begonnen, als sie noch ein Teenager gewesen sei. „Ich wurde einer Gehirnwäsche unterzogen und zur Unterwerfung manipuliert.“ Inzwischen sei sie es leid, in Angst vor Vergeltung, Verleumdung oder Erpressung zu leben: „Ich bin hier, um diesen gefährlichen Mann zu entlarven und die vielen Industrien zu benennen, die ihn ermöglicht haben, bevor er noch mehr Leben ruiniert. Ich stehe an der Seite der vielen Opfer, die nicht länger schweigen werden.“

„Verzerrung der Realität“

Manson hatte daraufhin, ebenfalls auf Instagram, Stellung zu den Anschuldigungen genommen: „Meine intimen Beziehungen waren immer völlig einvernehmlich mit gleichgesinnten Partnern“, schrieb er. Die Darstellungen von Wood und den anderen Frauen seien eine „schreckliche Verzerrungen der Realität“. Nach den Anschuldigungen hatten sowohl sein Label Loma Vista als auch mehrere TV-Produktionen die Zusammenarbeit mit Manson eingestellt.

teleschau

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