The 1975

Mit Musik die Welt verbessern

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The 1975 sind eine der angesagtesten Bands der Stunde. Nach einigen Verzögerungen veröffentlichen die Briten nun ihr neues Album.

Einfach nur ein neues Album mit ein paar neuen Songs veröffentlichen, das wäre für The 1975 zu einfach. „Notes On A Conditional Form“ ist eine Kampfansage an den Kapitalismus und ein Aufschrei gegen Ungerechtigkeit. Nebenbei sind auch noch viele gute Songs zwischen Synthpop, Folk und Punk zu hören.

Es ist gut, wenn sich aufgeklärte Menschen Gedanken zur Verbesserung der Welt machen. Es ist auch gut, wenn Künstler das tun, die von vielen anderen Menschen gehört werden. So wie The 1975, die vierköpfige Band aus Manchester, die sich nach wie vor auf dem Weg nach oben befindet. Eigentlich war „Notes On A Conditional Form“ für Mai 2019 geplant, als zweiter Teil des Albenzirkels „Music For Cars“. Doch zuletzt brachten die Tour-Strapazen und viele andere neue Eindrücke die Band um Frontmann Matthew Healy gehörig durcheinander - und zu neuen Erkenntnissen. Die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, das Albumcover mehrfach geändert. Nun kommt er endlich, der insgesamt vierte Langspieler von The 1975.

Zu den neuen Erkenntnissen und dem neuen Mindset der Band gehört nicht nur die Feststellung, dass die vier Briten irgendwann nach Corona so umweltfreundlich wie möglich touren möchten, sondern direkt zu Beginn des Albums auch ein kritischer Rundumschlag von Greta Thunberg. Der Track „The 1975“, der bisher auf jedem Album in neuer Form zu finden war, ist diesmal ein Mitschnitt einer Rede der berühmten Klima-Aktivistin, im Bestreben, die Klima-Katastrophe vielleicht doch noch abzuwenden.

Musik, die zum Tanzen und Nachdenken animiert

Auch FKA Twigs („If You're Too Shy“, „What Should I Say“) und Phoebe Bridgers („Jesus Christ 2005 God Bless America“) sind als Gastmusiker Teil des neuen Album-Giganten mit immerhin 22 Titeln. „Bei Phoebe war es so, dass ich auf eine weibliche Stimme bestimmt zehn Jahre nicht mehr so abgegangen bin“, erklärt Healy in der Pressemitteilung zum Album. Der gemeinsame Track ist eine von vielen spannenden Facetten, die The 1975 nutzen, um ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen: eine intime Gitarrenfolk-Ballade mit zerbrechlichem Gesang, die einem verzerrt-stampfenden Punkrock-Schrei wie „People“ diametral gegenübersteht.

Vielleicht sind die vier Briten nicht die ersten Künstler, die verstanden haben, dass viele alte Regeln und Bräuche im Showgeschäft überholt sind und dass Konventionen nicht mehr mit Provokation durchbrochen werden müssen. Aber The 1975 inszenieren ihre Musik mit aller verfügbaren Präzision, Umsicht und einer Scharfkantigkeit, die immer mehr Fans in ihren Bann zieht. Es ist ein Sound, der im besten Fall nicht nur zum Tanzen animiert, sondern auch zum Nachdenken.

teleschau

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