Am 18. Oktober im Schlachthof

Das große MIA-Interview zur „Nie wieder 20!“-Tour – Gewinnt Tickets für Bremen

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Am 18. Oktober spielen MIA ein Konzert im Schlachthof in Bremen.

20 Jahre MIA – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Am 18. Oktober kommt die Band nach Bremen in den Schlachthof. Schlagzeuger Gunnar Spies hat uns im Interview verraten, worauf wir uns bei der großen Geburtstags-Party freuen dürfen. Tickets könnt Ihr direkt hier kaufen oder bei uns gewinnenVon Sandra Graeve

„Wir haben gelernt, unsere Unterschiedlichkeit anzunehmen statt diese Vielfalt zu unterdrücken“

nordbuzz: 20 Jahre MIA. Das ist wirklich eine Leistung… Viele Ehen halten nicht so lange. Wie habt ihr es geschafft, dass ihr nach all der Zeit noch immer gerne zusammen Musik macht?

Gunnar Spies: Wir sind vier sehr unterschiedliche Typen und wir haben im Laufe der Jahre gelernt, diese Unterschiedlichkeit anzunehmen und zu moderieren anstatt zu versuchen, diese Vielfalt zu unterdrücken. Sprich: Wir haben gelernt miteinander zu reden, uns zuzuhören, einander zu vertrauen. Trotzdem soll jeder so sein können wir er ist und hat auch das Recht zu sagen „Damit fühle ich mich nicht wohl.“ Man muss immer wieder den Umgang miteinander lernen. Menschen verändern sich auch. Das ist wie ein ständiges Software-Update. Aber dadurch stehen wir uns auch sehr nah.

nordbuzz: Welche unterschiedlichen Typen gibt es denn so?

Gunnar: Naja, zunächst haben wir auf der Bühne alle unterschiedliche Positionen. Mieze steht da vorne, wo es hell ist, wo das Licht ist und alle Leute hinschauen. Als Sängerin bekommt sie ganz viel von der Aufmerksamkeit – ohne sich damit unwohl zu fühlen. Und dann sind da noch wir drei Jungs, eher im Hintergrund, die aber auch alle noch mal komplett verschieden ticken:
Andi ist der kreative Chaot aus dem permanent Ideen sprudeln. Man hat damit zu tun, diesen Ideenstrom einzufangen und in die richtigen Bahnen zu lenken.
Robert ist so eine Art Rechen- und Analysezentrum. Jemand, der die entscheidenden Fragen stellt und die Dinge auf den Punkt bringt. Außerdem ist er ein wahnsinniges Organisationstalent, und er es schafft es, den Überblick zu behalten.
Ich bin der Kommunikative, der viele Interviews gibt und für Wortbeiträge im Namen der Band zur Verfügung steht. So hat jeder sein Aufgabenfeld, was seiner Neigung entspricht.

nordbuzz: Wie läuft der kreative Prozess ab, wenn Ihr an einem neuen Song schreibt?

Gunnar: Es gibt bei uns nicht das eine große Mastermind, das zu Hause am Flügel sitzt und dann mit 'nem Aktenkoffer voller Songs in den Proberaum kommt und sagt: „So Leute, hier geht's lang!“ Jeder von uns hat seine kleine Workstation zu Hause. Natürlich schreiben wir auch Sachen gemeinsam, aber in 80 Prozent der Fälle ist es so, dass Musik und Text getrennt voneinander in ihrem Ursprung entstehen und wir es dann zusammenfügen. Dabei kommen in der Regel die Texte von Miez und die Musik von uns. Wir haben für die gemeinsame Arbeit keinen festen Algorithmus.

nordbuzz: Ihr seht eure aktuelle Tour eher als große Geburtstagsfeier denn als ein Best-Of-Programm: Worauf können sich Eure Fans freuen?

Gunnar: Zunächst haben wir uns gefragt, ob 20 Jahre MIA ein Grund zum Feiern sind. Immerhin ist man damit ja auch offiziell alt. Und das ist ja nicht unbedingt nur schmeichelhaft – wenn man ein Problem mit dem Älterwerden hat (lacht). Ein Best-Of-Album wollten wir nicht machen, weil das an sich so eine total verschnarchte Nachricht ist. Also haben wir im nächsten Schritt überlegt, dass wir am Liebsten auf eine Art feiern möchten, die uns entspricht und wo uns erst mal egal ist, was die Leute da draußen davon denken. Schließlich kamen wir auf diese Koop-Idee mit befreundeten Künstlern, die unsere alten Songs neu überarbeitet und interpretiert haben. Diese neuen Versionen haben wir eingepackt und spielen sie auf der Tour.

nordbuzz: Und wie wollt ihr das Ganze auf der Bühne zelebrieren?

Gunnar: Natürlich wird es eine Geburtstagsfeier, bei der jeder Auftritt anders wird, weil wir es einfach etwas lockerer angehen lassen. Wir gehen also nicht auf die Bühne und rollen unser Programm aus, sondern sind etwas spontaner unterwegs, um auch auf die jeweilige Stimmung eingehen zu können. Es wird alles anfassbarer, chaotischer und unberechenbarer. Wie bei 'ner richtigen Party. Da weiß man auch nie im Voraus, wie es wird und wer im Endeffekt kommt.

„Ich hege dezente Sympathien in Richtung der Grün-Weißen und finde es super, was da passiert“

nordbuzz: Apropos: Werden Gäste mit euch auf der Bühne stehen?

Gunnar: Ja, wir hatten sogar einen Abend in Berlin, da waren Balbina und Nisse dabei. Wir fragen im Vorfeld natürlich immer ganz brav ab, ob die Kollegen Bock und Zeit haben, mit uns auf der Bühne zu stehen. Und auch für unseren Auftritt in Bremen werden wir den Kameraden auf den Füßen stehen.

nordbuzz: Wo wir grade auf Bremen zu sprechen kommen: Am 18. Oktober kommt ihr zu uns in den Schlachthof. Was verbindest du mit der Hansestadt?

Gunnar: Ich habe eine sehr lebhafte Erinnerung an ein MIA-Konzert in Bremen – ich glaube, das war im Aladin. Ich hatte mir 'ne Woche vorher den Finger gebrochen und hatte neben meinem Schlagzeug einen Eimer mit Eiswürfeln stehen. Nach jedem Song hab ich die Manschette vom Finger gezogen und ihn ins Eis gesteckt. Ich habe noch vor Augen, wie es gedampft hat. Außerdem hege ich dezente Sympathien in Richtung der Grün-Weißen und finde es super, was da passiert.

nordbuzz: Ich weiß, es ist ein wenig, wie eine Mutter nach ihrem Lieblingskind zu fragen aber: Hast du einen MIA-Lieblingssong?

Gunnar: Ja, habe ich. Aber das sind mehrere Songs, die sich auch immer aktualisieren.

nordbuzz: Und welche sind das jetzt gerade?

Gunnar: Die letzte Koop von uns mit den beiden Märchenprinzen von Milliarden. Die „Verrückt“-Version von den beiden, die hat uns echt gekriegt. Es macht unheimlich viel Spaß, den Song live zu spielen, weil er deutlich anders ist als das Original – aber trotzdem 'nen Vibe hat, der super zu dem Stück passt. Wir haben auch 'ne olle Kamelle wieder raus gekramt: „Factory City“. Das ist ein englischsprachiges Stück, das wir eigentlich nur in 'nem Elektro-Punk-Remix rausgebracht haben. Den haben wir ewig nicht mehr gespielt, jetzt aber aus dem Schrank geholt und restauriert. Dieser Song ist momentan ein „Lieblings-Kind“. Von uns allen.

„David Bowie konnte sich als Einhorn verkleiden und war noch authentisch“

nordbuzz: Von welchen Bands bist du selber Fan?

Gunnar: Ich hab gestern ein Paket mit Platten bekommen, die ich mir bestellt habe: Das ist einmal das neue Album der Arctic Monkeys, von dem ich gehört habe, das es sehr anders sein soll – aber die Band kann eh alles machen. Ich mag die einfach sehr gerne. Und die zweite Platte ist das neue Album „Singularity“ von Jon Hopkins. Sehr stimmungsvoll, sehr tasty – der Typ ist ein Wahnsinns-Produzent, auch wenn ihm ein paar Leute vorwerfen, er hätte mit dieser Platte das vorherige Album wiederholt. Das ist mir aber total latte, weil ich auch das Album davor gefeiert hab.

nordbuzz: Welche Musiker haben Euch als Band am meisten beeinflusst?

Gunnar: Jemanden wie David Bowie würde ich da ganz weit nach vorne stellen. Ich kann mich noch gar nicht daran gewöhnen, dass er nicht mehr lebt. Dieser Typ schaffte es immer mit traumwandlerischer Sicherheit auf diesem schmalen Grad zwischen „underground“ und „mainstream“ zu balancieren. Er hat richtig große Hits geschrieben, Stadien voll gemacht und war trotzdem als Kunstfigur so abwechslungsreich und dennoch authentisch. Der konnte sich als Einhorn verkleiden und war noch authentisch. Von solchen Personen, die einen über Jahrzehnte begeistern, versucht man etwas mitzunehmen.

nordbuzz: Wie schaltet Ihr nach einem Auftritt ab? Gibt es da irgendwelche speziellen Rituale?

Gunnar: Nach einem Konzert versuchen wir uns in den ersten zehn Minuten nicht voneinander zu entfernen. Man spürt ganz genau, ob es in dem Moment gut ist, über das Konzert zu reden oder das Gefühl vom Konzert mitzunehmen. Wenn dieser Moment abgeklungen ist, finde ich es persönlich einfach schön, direkt duschen zu gehen um mir die Eindrücke „abzuwaschen“. Da komm ich am besten runter. Danach habe ich wieder ein anderes Mind-Set und kann auch wieder klare Sätze reden.

nordbuzz: Hast du persönliche Gegenstände/Glücksbringer, die auf Tour nicht fehlen dürfen?

Gunnar: Ohrenstöpsel für den Bus sind ganz wichtig – auch für die Leute um mich.

nordbuzz: Weil du schnarchst?

Gunnar: Sagen wir es mal so: Es gibt Positionen, in denen ich Geräusche mache. Ansonsten ist es immer gut, ein Buch dabei zu haben. Auch, wenn man während einer ganzen Tour nicht ein Mal hineinschaut. Ich bin jemand, der sofort abschaltet, wenn er anfängt zu lesen. Was ich auch tatsächlich brauche – ich bin seit einiger Zeit ein Frühsporttyp – ist eine Yoga-Matte. Ich hab einfach gemerkt, dass mir das gut tut. Mieze macht das schon seit über zehn Jahren und ist da großer Fan von.

Alle Infos zum MIA-Konzert im Überblick

Wann? Donnerstag, 18. Oktober 2018
Wo? Schlachthof Bremen
Tickets? Könnt Ihr direkt hier kaufen!

So könnt Ihr gewinnen 

nordbuzz verlost 3x2 Tickets. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, schickt bis zum 12. Oktober, 12 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff „MIA Live“ und Eurem Namen und Kontakt an gewinnspiele@nordbuzz.de. Es gelten unsere Gewinnspiel-Teilnahmebedingungen. Viel Glück!

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