Nightwish

Der Mensch und seine Folgen

Nightwish sind wieder da. Die Band um Sängerin Floor Jansen veröffentlicht mit „Human Nature“ ihr inzwischen neuntes Album.
+
Nightwish sind wieder da. Die Band um Sängerin Floor Jansen veröffentlicht mit „Human Nature“ ihr inzwischen neuntes Album.

Der Mensch und die Welt, in der er lebt - ist es eine Symbiose oder Parasitismus? Auf „Human Nature“ nehmen sich Nightwish eines großen Themas an.

Alleine kann der Mensch auf der Erde nicht existieren. Er braucht die Natur. Trotzdem riskiert der Mensch den Fortbestand des Planeten in seiner jetzigen Form. Es scheint ein Stück weit Ironie des Schicksals zu sein, dass Nightwish ihr neues Album gerade jetzt herausbringen. Die Veröffentlichung von „Human Nature“ (Eigenschreibweise: „Hvman. :II: Natvre.“) findet wie geplant statt. Inmitten der Krise.

An Kreativität mangelt es den Finnen auch auf ihrem inzwischen neunten Langspieler nicht. Es ist ein ausgewachsenes, mit vielen hochklassigen Kompositionen gesegnetes Album geworden. Die Symphonic-Rocker nähern sich ihrem Thema erst einmal recht einfach: Sie trennen Mensch und Natur, indem beide ihre eigene Albumhälfte (beziehungsweise je eine CD) bekommen. Auf der ersten finden sich neun Songs - konzise betitelt, akribisch durchkomponiert und nicht selten durch die stimmlichen Höhenflüge von Sängerin Floor Jansen gekrönt. Dabei reicht die Spannweite von urtypisch-eingängig („Noise“) über archaisch-spannend („Tribal“) bis zu folkig-idyllisch („Harvest“). Nightwish schaffen es auch, mal eben innerhalb von sieben Minuten durch die Geschichte der Musik von ihren Anfängen bis zur Gegenwart zu reisen, was durchaus unterhaltsam ist („Music“).

„Liebesbrief an die Welt“

Die zweite Albumhälfte indes klingt manchmal wie ein Soundtrack zu einer Naturdokumentation. „All The Works Of Nature Which Adorn The World“ lautet der etwas sperrige Titel dieser Sammlung, die Keyboarder und Mastermind Tuomas Holopainen als „Liebesbrief an die Welt“ bezeichnet und die wiederum in acht Kapitel unterteilt ist. Die Songs tragen Titel wie „The Blue“ oder „Quiet As The Snow“. Das Abschlussstück „Ad Astra“ stellte die Band im Rahmen ihrer Partnerschaft mit der Umweltschutzorganisation „World Land Trust“ vor. Tatsächlich korrespondieren die Töne vor dem geistigen Auge wunderbar mit dem Schönen und Guten, das dieser Planet uns bietet.

So fügen Nightwish ihrem Katalog mit „Human Nature“ ein weiteres imposantes Werk hinzu, dessen grundlegende Fragestellung nicht aktueller sein könnte. Das Thema findet sich schließlich auch im Mikrokosmos der Band wieder: Während einerseits die Natur im Zuge der eingeschränkten Mobilität der Gesellschaft aufatmet, sind gleichzeitig keine Konzerte und Tourneen möglich. Diese jedoch sind gerade für die opulent auffahrenden Nightwish ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Im November soll es, sofern die äußeren Umstände es zulassen, wieder losgehen.

Nightwish auf Tour:

20.11. Leipzig, Arena

21.11. Düsseldorf, ISS Dome

28.11. Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

04.12. München, Olympiahalle

09.12. Bamberg, Brose Arena

10.12. Frankfurt, Festhalle

14.12. Berlin, Max-Schmeling-Halle

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare