Within Temptation

Mehr Kampfgeist denn je

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Nachdem Sängerin Sharon den Adel 2018 ihr Solodebüt „My Indigo“ veröffentlichte, steht nun musikalisch wieder die Band Within Temptation an erster Stelle. Das neue Album heißt „Resist“.

Aus der engen Gothic-Metal-Schublade haben sich Within Temptation in den letzten Jahren Stück für Stück befreit. Nachdem Frontfrau Sharon den Adel zuletzt auf ihrem Solodebüt sogar mit Pop-Elementen spielte, veröffentlicht ihre Stammband nun das neue Album „Resist“.

Der neue Albumtitel „Resist“ deutet es schon an: Furcht oder Zweifel kennen Within Temptation nicht. Was nicht heißt, dass es in der Welt der niederländischen Metal-Formation keine Probleme gäbe. 2018 erblickte My Indigo, das Soloprojekt von Frontfrau Sharon den Adel, das Licht der Welt. Es entstand aus der Not heraus und ist direkt zurückzuführen auf private und kreative Krisen im Umfeld von Within Temptation - den Adels Vaters wurde nach schwerer Krankheit an dem Tag beerdigt, an dem ihr Soloalbum erschien. Im Nachhinein erscheint der erfrischende, leichte Indie-Pop von My Indigo wie eine notwendige Rast auf einer Nebenstraße. Einmal auftanken, durchatmen, die Beine vertreten. Mit „Resist“ finden Within Temptation nun zurück in die Spur - es geht wieder bergauf.

Mit dem Stück „Firelight“, das durch Gastsänger Jasper Steverlinck (Arid) einen ausgeprägten Alternative-Rock-Touch erhält, findet sich noch ein kleines Überbleibsel aus der My-Indigo-Phase auf dem neuen Album. Ansonsten dominiert auf „Resist“ ein Sound, der mehr von kühlen Industrial-Maschinen als von warmen Streichinstrumenten geprägt ist. Es sind störrische Klangutopien, die aber nie umkippen oder in Unkenntlichkeit versinken - die Tür zum Pop bleibt immer ein Stück weit offen.

„Wir suchten bereits nach einem neuen Sound, konnten ihn aber nicht vollumfänglich finden“: So beschreibt Gitarrist und Komponist Robert Westerholt das Vorgängeralbum „Hydra“ aus dem Jahr 2014. Zwar erfindet „Resist“ den Klang von Within Temptation nicht völlig neu, aber der Wandel ist unüberhörbar. Statt Pirouetten zu drehen steht das Album breitbeinig auf dem Boden. Melodie, Dramatik und eine Härte, die von Melancholie und Schönheit flankiert wird, sind dabei immer noch die musikalischen Dreh- und Angelpunkte.

Eine neue Ära, aber keine Revolution

Auf der Tournee zu „Resist“, welche aufgrund der Verschiebung des Veröffentlichungstermins schon vor dem Erscheinen des Albums stattfand, wurden die zahlreichen neuen Songs durchaus wohlwollend angenommen. Auch für ruhige Nummer wie „Mercy Mirror“ gab es Beifall, denn auch hier erkennen die Fans nach 20 Jahren immer noch „ihre“ Band. „Resist“ ist am Ende dann auch keine 180-Grad-Wende, die erst einmal verdaut werden müsste. Es ist vielmehr eine selbstbewusste Änderung der Marschrichtung, bei der die Band sich trotzdem immer wieder zu ihrer eigenen Historie bekennt.

teleschau

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