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Love, Peace & Rock 'n'Roll: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Seit über 20 Jahren bringt sie den Soul in die deutsche Pop-Musik: Mit "Let Yourself Be Loved" veröffentlicht Joy Denalane nun ein Statement für die Liebe.
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Seit über 20 Jahren bringt sie den Soul in die deutsche Pop-Musik: Mit „Let Yourself Be Loved“ veröffentlicht Joy Denalane nun ein Statement für die Liebe.

Während Joy Denalane die Liebe und Billy Ocean den Frieden besingt, hat Corey Taylor ein Date mit dem Teufel. Außerdem in den Musik-Highlights der Woche dabei: Neues von Elif und Gewohntes von Ava Max.

Love is in the air: Dies darf zumindest für das neue Album von Joy Denalane gelten - so wie sich das eben für eine echte Soul-Platte gehört. Dabei wird Denalane eine ganz besondere Ehre zuteil: Mit der Grande Dame des deutschen Pop-Soul veröffentlicht erstmals eine Künstlerin ihre Musik über das legendäre Label Motown. Neues und Hörenswertes gibt es zudem quer durch alle Genres von Billy Ocean, Corey Taylor, Elif und Ava Max zu hören.

Joy Denalane - Let Yourself Be Loved

Liebe gibt es nicht nur in romantischer Version. Mit ihrem neuen Studioalbum „Let Yourself Be Loved“ bricht die bedeutendste Soul-Stimme der deutschsprachigen Pop-Musik, Joy Denalane, eine Lanze für Liebe in all ihren Facetten: gegenüber dem Partner, gegenüber Freunden und der Familie und last but not least - gegenüber sich selbst. Natürlich muss es, will man ein solch emotionales - und für Soul-Musik essenzielles - Leitmotiv von möglichst vielen Seiten beleuchten, auch um die schmerzhafte Abwesenheit von Liebe gehen. Das nötige Gefühl in der Stimme hat die 47-Jährige bereits unzählige Male bewiesen. Nun, nach über 20 Jahren im Musik-Geschäft und zahlreichen Ehrungen, veröffentlicht die Berlinerin mit südafrikanischen Wurzeln ein echtes Statement - für die Liebe und den Soul.

„Es ging mir bei dieser Platte diesmal nur um die Musik, den Sound und das Gefühl, darum so unformatiert wie möglich zu sein. Die Musik sollte nur sich selbst genügen“, sagt Joy Denalane über „Let Yourself Be Loved“. In ihrer Vita kann die gebürtige Berlinerin bereits auf vier Top-10-Studioalben verweisen. Möglicherweise gesellt sich mit ihrem neuesten Werk, welches über das für seine R&B- und Soul-Produktionen berühmte Label Motown erscheint, ein weiteres hinzu.

Billy Ocean - One World

Es ist nicht vermessen, diesem Mann das Prädikat Musik-Legende zu verleihen: Mit „One World“ veröffentlicht Billy Ocean bereits sein 11. Studioalbum. Mittlerweile ist es 36 Jahre her, dass der von der Insel Trinidad stammende Londoner mit Hits wie „Caribbean Queen (No More Love on the Run)“ und „Suddenly“ zum internationalen Superstar wurde. Inzwischen hat Ocean 80 Jahre auf dem Buckel und stellt kommerzielle Interessen hinten an: Stattdessen setzt er auf eine simple Song-Struktur sowie eine ordentliche Portion Herzblut.

Musikalisch wird das Rad dementsprechend nicht neu erfunden. Auf „One World“ findet sich eine bunte Mischung aus Einflüssen: Reggae, Pop und Jazz lassen sich aus den entspannten Rhythmen heraushören. Textlich treibt der Brite seine positiven Botschaften teils bis an die Grenze des Klischees - an Authentizität büßt er dadurch keineswegs ein: „If we could have the unity, we could love so peacefully“ singt er beispielsweise auf dem Track „All Over the World“ - wenn es doch nur so einfach wäre.

Corey Taylor - HWY 666

Deutlich weniger entspannt geht es erwartungsgemäß in Corey Taylors neuem Track „HWY 666“ zur Sache. Eingeweihte wissen bereits: 666 ist die Zahl des Teufels, und der spielt neben Taylor selbst die Hauptrolle in dessen neuem Track. Neben Hard-Rock-Sound samt einprägsamen Gitarrenriffs serviert der Sänger der Masken tragenden Metal-Kombo Slipknot ein hübsch animiertes, wenn auch dezent blutiges Video im Comic-Stil. Neben dem Wahrhaftigen selbst sind noch allerlei weitere Dämonen zu sehen, die ihm auf dem Highway böse zusetzen.

Bei „HWY 666“ handelt es sich um die dritte Single-Auskopplung zu Taylors erstem Solo-Album „“CMFT„, welches am 2. Oktober erscheint. Brisant: Kürzlich bezeichnete Taylor, der bereits vier Romane veröffentlichte, seine Band-Kollegen von Slipknot im Interview mit dem Fanzine “Kaaos„ als “verdammt jämmerlich". Er wolle mit Kumpels abhängen und beim Musikmachen eine gute Zeit haben. Dieses Gefühl habe er seit der ersten Slipknot-Platte nicht mehr gehabt und entdeckt es nun als Solo-Künstler wieder.

Elif - Nacht

Der neue Style steht ihr ausgesprochen gut: Die Musik von Sängerin Elif ist düsterer geworden, urbaner und kraftvoller. Als Anfang 2020 die gemeinsame Single „Zu Ende“ mit Rapper Samra erschien und direkt unter den Top-5 der Single-Charts landete, wurde bereits angedeutet, wohin die Reise der Berlinerin gehen soll. Ihr drittes Album mit dem vielsagenden Titel „Nacht“ ist die Essenz schmerzhafter Erlebnisse. So verarbeitet sie unter anderem die Trennung von ihrem Partner, ihrem Label und ihrem Management. Des Weiteren musste sie ein Burnout wegstecken - hier fungiert die Musik als Therapie.

Mit damals 16 Jahren holte Elif 2009 gemeinsam mit ihrem Partner den zweiten Platz bei der Casting-Show „Popstars“. Die künstlerische Entwicklung von der süßen Singer-Songwriterin zur gestandenen Künstler-Persönlichkeit scheint hiermit abgeschlossen. Inzwischen hat sie sich nicht nur als Feature-Gast in der hiesigen HipHop-Landschaft etabliert - ohne dem Deutschpop komplett abzuschwören. Pünktlich zum Release ihres Albums veröffentlicht Elif erneut einen Track mit Samra namens „Augen zu“ auf YouTube - und wie Sie sehen, sehen Sie nichts: kein Video, nur ein schwarzer Hintergrund und viel Gefühl.

Ava Max - OMG What's Happening

Ihr Durchbruch kam mit ihrem Nummer-1-Hit „Sweet but Psycho“ im Jahr 2018. Der Song wurde weltweit über zwei Milliarden mal gestreamt, 605 Millionen Aufrufe verzeichnet das zugehörige Video auf YouTube - der Song machte die US-Amerikanerin Ava Max innerhalb kürzester Zeit zum angesagten Popstar. Trotz weiterer erfolgreicher Singles mussten Fans lange auf die Ankündigung eines Debütalbums warten - das heißt: bis zum Juli 2020.

Denn dann gab Max bekannt, dass es am 18. September so weit sein wird: Mit „Heaven & Hell“ veröffentlicht die Pop-Überfliegerin ihr erstes Album. Als weitere Single-Auskopplung erscheint nun „OMG What's Happening“. Das Thema ist ein beliebtes in der Pop-Musik: Man würde den Ex ja gerne vergessen, aber erst nach der Trennung merkt man, wie sehr man ihn doch braucht. Musikalisch unterscheidet sich der neue Song nur wenig von den bisher veröffentlichten. Die 26-Jährige selbst bezeichnet ihn auf Instagram jedoch als „einen meiner Lieblingssongs auf dem Album“.

teleschau

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