Rassismus-Vorwurf gegen „Star-Spangled Banner���

John Lennons „Imagine“ als neue US-Nationalhymne?

"Imagine All The People Living Life In Peace" - US-Amerikanische Anti-Rassismus-Aktivisten wollen die amerikanische Nationalhymne "Star-Spangled Banner" durch John Lennons "Imagine" ersetzen.
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„Imagine All The People Living Life In Peace“ - US-Amerikanische Anti-Rassismus-Aktivisten wollen die amerikanische Nationalhymne „Star-Spangled Banner“ durch John Lennons „Imagine“ ersetzen.

Wird das „Star-Spangled Banner“, das Sternenbanner, das in der amerikanischen Nationalhymne pathetisch über dem „Land der Freien und der Heimat der Tapferen“ geschwenkt wird, bald für immer eingezogen? Das ist der Wunsch von amerikanischen Anti-Rassimus-Aktivisten um den Journalisten Kevin Powell.

Diese wollen die Hmyne, die auf einem Gedicht des Rechtsanwaltes Francis Scott Key beruht, abschaffen - und durch die Friedenshymne „Imagine“ von John Lennon ersetzen. Denn Francis Scott Key war nicht nur Gelegenheitsdichter, sondern auch Rassist und selbst Sklavenhalter.

Der weltbekannte Text von „Star-Spangled Banner“ lässt zunächst einmal nichts Ehrenrühriges erahnen. Denn es wird, offiziell seit 1931 und zu der Melodie des populären englischen Trinkliedes „ To Anacreon in Heaven“, meistens nur die erste von vier Strophen gesungen. Key war 1812, während des Britisch-Amerikanischen Krieges, Zeuge der Bombardierung von Fort McHenry nahe Baltimore durch britische Kriegsschiffe. Seine Freude darüber, dass am Morgen nach der Bombennacht noch immer die amerikanische Flagge wehte, packte Key nach Kriegsende 1814 in sein Gedicht „The Defense of Fort McHenry“, in dem er die Widerstandskraft und den Sieg seiner Landsleute feierte.

Strophen gegen Sklaven

Das Problem: In der dritten Strophe des Gedichts geht es gegen die Briten, aber auch die sie unterstützenden befreiten amerikanischen Sklaven verbal heftig zur Sache. Key dichtete über „eine Bande“ von „Söldnern und Sklaven“, deren „Blut die Verschmutzung ihrer fauligen Fußspuren ausgewaschen hat“. Jenseits der Poesie, das haben Historiker nachgewiesen, war Key wenig verblümt. Er bezeichnete Schwarze als „eine “minderwertige Rasse„“ und ihre Anwesenheit als das „größte Übel, das die Gemeinschaft heimsucht“, wie der „Rolling Stone“ berichtete. Quasi folgerichtig ging es Key im Rahmen der „Black-Lives-Matter“-Proteste an den - bronzenen - Kragen: Am 20. Juni 2020 wurde seine Statue im San Francisco Park niedergerissen.

Über Yahoo News wurde nun der Aufruf zum Ersatz der Hymne durch John Lennos „Imagine“ gestartet. Der Journalist Kevin Powell nannte Lennons 1971 veröffentlichte Friedenshymne „das schönste, vereinigendste Lied, das man haben kann, mit allen Menschen und allen ihren verschiedenen Hintergründen zusammen“. Eine auf blutgetränktem Boden gegründete Hymne und ein Appell zum friedlichen Zusammenleben aller „ohne Gier und Hunger“ - größer könnte der Gegensatz nicht sein.

teleschau

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