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Jetzt aber hurtig, Sir Paul! Das sind die Musik-Highlights der Woche

1970 veröffentlichte er sein erstes "McCartney"-Album, 1980 ein zweites, und nun hat er die Trilogie mit einem dritten abgeschlossen: Paul McCartney.
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1970 veröffentlichte er sein erstes „McCartney“-Album, 1980 ein zweites, und nun hat er die Trilogie mit einem dritten abgeschlossen: Paul McCartney.

Robbie Williams, Netta, Eminem, Shirin David und Paul McCartney, der das wohl letzte große Pop-Highlight des Jahres liefert: Sehen Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Er ist spät dran, aber nicht zu spät: Weil er sehr nett ist oder eben weil er sich nicht direkt mit Taylor Swift („Evermore“) um Chartplatz eins streiten wollte, veröffentlicht Paul McCartney mit einer Woche Verspätung sein neues Album, das nach 50 Jahren seine „McCartney“-Triloge abschließt. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Robbie Williams, ESC-Siegerin Netta, Eminem und Shirin David.

Paul McCartney - McCartney III

Dieser eine Typ, der sein Geschenk auf den allerletzten Drücker unter den Baum legt, wenn alle anderen schon auf die Bescherung warten, das ist in diesem Jahr Paul McCartney. Gerade noch rechtzeitig zum Fest veröffentlicht der Ex-Beatle ein neues Album, auf dem es aber gar nicht um Weihnachten geht, sondern vor allem um: Paul McCartney.

1970 veröffentlichte er schon einmal ein „McCartney“-Album, es war sein erstes als Solo-Musiker. 1980 folgte „McCartney II“ und nun, vier Jahrzehnte später, „McCartney III“. Der inzwischen 78-Jährige schrieb die Songs wie damals 1970 alle selbst und spielte auch die Instrumente alleine ein - wo „McCartney“ draufsteht, soll auch McCartney drin sein. Und, zu Sir Pauls Verteidigung: Eigentlich sollte sein neues Album schon eine Woche früher auf den Markt kommen, doch weil er Taylor Swift und ihrem neuen Werk „Evermore“ nicht in die Quere kommen wollte, ließ er der jungen Dame den Vortritt.

Robbie Williams - Can't Stop Christmas

Einfach wieder die alten Schinken herauskramen und irgendwelche Klassiker nachsingen? Nein, dieses Jahr hat seine eigenen Weihnachtslieder verdient. So wie dieses von Robbie Williams, der sich in einem neuen Video zunächst in die eigenen vier Wände verkriecht, ordentlich meckert („Oh what a miserable year“) und dann trotzdem gute Laune verbreitet.

Denn, so der Titel: „Can't Stop Christmas“, man kann Weihnachten nicht aufhalten. Es muss dann eben mit Facetime gehen, mit Zoom-Meetings, mit Desinfektionsmittel und mit dem verhassten Premierminister auf dem TV-Bildschirm. Am Ende des Clips hat Williams, der im Video selbst auch als „Boris“ auftritt, dann doch ziemlich viele Leute in der Bude. Ob das eine Message ist? Unklar. An die Liebsten, die man dieses Jahr vielleicht nicht sehen kann, wird jedenfalls auch ganz feste gedacht. „There's a room inside my mind, and it's always here for you / Nothing's gonna stop Christmas, no chance!“

Netta - The Best Of Netta's Office - Vol.1

Netta war eine der erfrischendsten und schrägsten Eurovision-Siegerinnen der letzten Jahrzehnte, an ihre Gacker-Performance von „Toy“ wird man sich noch lange erinnern. Der große internationale Durchbruch blieb nach dem ESC-Triumph 2018 aber aus. Was vielleicht gar nicht so schlecht ist. So kann die israelische Pop-Wundertüte weiter alle Freiheiten ausschöpfen, die man eben so hat als Nischen-Musikerin. Das führt dann auch zu so wunderbaren Experimenten, wie man sie nun auf „The Best Of Netta's Office - Vol.1“ hört.

Schon Ende 2019 machte Netta es sich in ihrem Heimstudio mit dem YouTube-Format „Netta's Office“ gemütlich, das sie als „meine eigene seltsame musikalische Version eines Podcasts“ beschreibt. Im Lauf des Jahres wurde viel gecovert, noch mehr improvisiert, und einige der Songs hat Netta jetzt neu aufgenommen. Die Auswahl reicht von Titeln wie „Barbie Girl“ (Aqua) über den „Mary Poppins“-Song „Supercalifragilisticexpialidocious“ bis hin zu Bob Dylans „The Times They Are A-Changin'“. Ziemlich wild das alles, aber hörenswert.

Eminem - Music To Be Murdered By - Side B

Da ist er also wieder, der Überraschung-Eminem. Nachdem er zuletzt mehrere Alben ohne Vorankündigung veröffentlicht hatte, gibt es jetzt ein neues Aus-dem-Nichts-Werk. Wobei, ganz aus dem Nichts kommt die gerade erschienene Platte doch nicht. „Music To Be Murdered By - Side B“ ist eine Fortsetzung zu Eminems letztem, im Januar 2020 erschienenen Album.

Neben den 20 bereits bekannten Titeln von „Music To Be Murdered By“ enthält „Side B“ auch 16 brandneue Tracks. Zu einem davon, „Gnat“, hat Rap-Ikone Eminem zeitgleich mit dem Album auch ein Video veröffentlicht. Außerdem sind auf den neuen Liedern zahlreiche prominente Gäste zu hören, wie etwa Ty Dolla Sign, Skylar Grey sowie Eminems alter Kumpel und Förderer Dr. Dre.

Shirin David - Babsi Bars

Von einer starken Frau, für starke Frauen: Shirin David, ehemalige YouTuberin und inzwischen Deutschlands Rap-Lady Nummer eins, sorgt mal wieder für mächtig Furore im Netz. In ihrem neuen Track „Babsi Bars“ feiert sie im Stakkato zahlreiche weibliche Vorbilder wie Ariana Grande, Alice Schwarzer, Lady Di oder auch ihre eigene Mutter. Ein bisschen feiert sie natürlich auch sich selbst. „Denn ich bin ein internationaler Star wie Barbra Streisand / Ich bin keine Fame-Bitch, ich bin einfach fame, Bitch!“

Der Text erntete viel Zuspruch; das dazugehörige Video knackte bei YouTube schnell die Zwei-Millionen-Marke. Hohe Wellen schlug der Song aber nicht nur aufgrund seines Inhalts: In den Kommentarspalten zu „Babsi Bars“ wurde Kritik dahingehend laut, wie Shirin David ihre Texter entlohne, und so kam schließlich eine allgemeine Ghostwriter-Debatte ins Rollen, die weit über „Babsi Bars“ und Shirin David hinausgeht. In einem emotionalen Statement verteidigte sich die 25-Jährige übrigens gegen den Vorwurf der Ausbeutung: „Ich wäre der größte Bastard, wenn ich meine Leute nicht bezahle.“

teleschau

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