Sänger der Band 18 Summers

Felix Flaucher ist tot: Dark-Wave-Szene verliert eine ihrer schönsten Stimmen

Felix Flaucher (Bild) und Frank Schwer hießen seit 2002 nicht mehr Silke Bischoff. Das Gothic-Pop-Akustik-Duo trat seither unter dem Namen 18 Summers auf. In der Nacht zum Mittwoch ist Szene-Legende Felix Flaucher verstorben.
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Felix Flaucher (Bild) und Frank Schwer hießen seit 2002 nicht mehr Silke Bischoff. Das Gothic-Pop-Akustik-Duo trat seither unter dem Namen 18 Summers auf. In der Nacht zum Mittwoch ist Szene-Legende Felix Flaucher verstorben.

Die deutsche Dark-Wave-Szene trauert um eine ihre prägnantesten Stimmen: Felix Flaucher, Sänger der Band 18 Summers, ist tot.

Er sei in der Nacht zum Mittwoch „nach langer Krankheit leider verstorben“, teilte die Band am Mittwochvormittag auf ihrer Facebookseite mit. Er sei „ein besonderer Mensch und einmaliger Musiker“ gewesen.

Felix Flaucher, der gemeinsam mit Frank Schwer hinter dem Projekt 18 Summers stand, gilt in der gesamten Gothikszene als eine Legende. Für Furore sorgte er nicht nur als Musiker, sondern auch als Fotograf und Grafiker, der sich der Akt- und Fetischkunst verschieben hat. Er porträtierte viele Bands und Künstler, von ihm stammen auch unzählige Cover-Artworks und Titelfotos auf einschlägigen Magazinen und Alben. 18 Summers verstand sich immer auch als ein ästhetisches Zusammenspiel von einfühlsamer, atmosphärischer Musik, Flauchers weicher Stimme und anspruchsvoller Fotokunst.

In das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit war Felix Flaucher schon mit seinem 1990 gegründeten Vorgängerprojekt gerückt - allein wegen des Bandnamens Silke Bischoff, der auf das Opfer des Gladbecker Geiseldramas von 1988 zurückging. Flaucher hatte immer wieder erklären müssen, dass es bei der Namensgebung darum gegangen sei, ein Zeichen gegen das Verschwinden von Opfernamen und -schicksalen aus dem kollektiven Gedächtnis zu setzen. Er selbst wird vor allem wegen vieler großartiger Songs, die am ehesten an das Oeuvre von Bands wie Wolfsheim oder De/Vision erinnern, unvergessen bleiben: Lieder wie „Under Your Skin“, „On The Other Side“, „Marry Me“ oder „Felix In The Sky“ sind kleine Perlen der elektronischen Musik: universell und zeitlos, gemacht für melancholische Nächte. Wie gut diese Musik auch außerhalb des Elektro- und Wave-Kontextes funktioniert, machte nicht zuletzt die DVD „Down In The Park“ (2002) deutlich: Silke Bischoff hatten 2001 gemeinsam mit De/Vision ein exklusives Unplugged-Konzert bestritten, das seinerzeit Maßstäbe setzte.

teleschau

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