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Endlich wieder Starkstrom: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Ja, sie steh'n noch: Mit dem letzten verbliebenen Gründungsmitglied Angus Young (Mitte) im Fokus veröffentlichen AC/DC ihr neues Album "Power Up".
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Ja, sie steh'n noch: Mit dem letzten verbliebenen Gründungsmitglied Angus Young (Mitte) im Fokus veröffentlichen AC/DC ihr neues Album „Power Up“.

AC/DC, Die Toten Hosen, Billie Eilish, Paris Jackson und Sasha: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Die drohende Taubheit von Sänger Brian Johnson, das Ausscheiden und dann der Tod von Gründungsmitglied Malcolm Young: AC/DC hatten schon viel überstanden, aber vor einigen Jahren sah es so aus, als würde es tatsächlich zu Ende gehen. Denkste. Solange Angus Young noch eine Gitarre halten kann, wird weitergemacht. Zumindest im Studio: Mit „Power Up“ feiern AC/DC sechs Jahre nach „Rock Or Bust“ ein furioses Comeback. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von den Toten Hosen, Billie Eilish, „King of Pop“-Tochter Paris Jackson und Sasha.

AC/DC - Power Up

Sie überstanden einst den Tod von Kultsänger Bon Scott, und auch nach dem Ableben von Gründungsmitglied Malcolm Young geht es weiter mit AC/DC. Bevor Angus Young mit seiner Gitarre irgendwann tot von der Bühne kippt, wird es wahrscheinlich auch nicht aufhören. Die Batterien jedenfalls sind wieder voll aufgeladen bei den australischen Hardrockern - das hört und spürt man auf dem Comeback-Album „Power Up“ überdeutlich.

Neben den Gitarristen Angus und Stevie Young sowie Sänger Brian Johnson gehören seit Kurzem auch die Rückkehrer Phil Rudd (Schlagzeug) und Cliff Williams (Bass) wieder zur Band. Man kennt sich und man weiß, was zu tun ist. Es muss laut sein, es muss rocken und grooven, es muss nach AC/DC klingen. Eigentlich ist es also gar nicht so kompliziert. Dass AC/DC nach allem, was war, immer noch so unter Strom stehen und dann so ein Brett hinlegen wie dieses Album - davor muss man dennoch den Hut ziehen.

Die Toten Hosen - Learning English Lesson 3: Mersey Beat! The Sound Of Liverpool

Die Toten Hosen und Liverpool, das ist bekanntlich eine besondere Beziehung. Eine, die jetzt mal wieder gefeiert werden muss - verständlich, nachdem Campinos Herzensverein mit seinem Kumpel Jürgen Klopp zuletzt endlich mal wieder die Meisterschaft holte. „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“, heißt ein kürzlich veröffentlichtes Buch von Hosen-Frontmann Campino. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen legt er jetzt eine Art Soundtrack nach.

„Learning English Lesson 3: Mersey Beat! The Sound Of Liverpool“, lautet der sperrige Titel des neuen Albums. Die Hosen setzen also ihre englischsprachige Cover-Reihe mit einem dritten Teil fort, allerdings ist diesmal vieles anders als bei den ersten beiden „Lessons“ (1991, 2017). Die Hosen spielen hier keine alten Punk-Originale nach, sondern tauchen tief in die Liverpooler Musikszene der frühen 60er-Jahre ein - die Zeit des Mersey Beat, aus dem auch die Beatles hervorgingen. Insgesamt 15 „Hits und Rariräten“ enthält das Album, für das unter anderem The Searchers, Gerry and the Pacemakers und The Swinging Blue Jeans gecovert wurden.

Billie Eilish - Therefore I Am

„I think, therefore I am“ - jetzt zitiert sie also auch noch Descartes („Ich denke, also bin ich“)! Gut, mit großer Philosophie hat Billie Eilishs neuer Song „Therefore I Am“ ansonsten nicht viel zu tun, aber das ist bei dem gefeierten Pop-Wunderkind inzwischen wohl auch egal. Knapp 10 Millionen Views gab es bei YouTube am ersten halben Tag nach Veröffentlichung des „Therefore I Am“-Videos, das irgendwie auch sagt: Ich kann machen, was ich will, und ihr könnt mir gar nichts.

Die 18-Jährige führte selbst Regie bei dem fünfminütigen Clip, der in einer menschenleeren amerikansichen Mall aufgenommen wurde. Eilish soll dort früher oft abgehangen haben, heißt es in der Pressemail. Entsprechend zielsicher steuert sie Brezenstand und Pommes-Bude an, um sich bis obenhin mit Leckereien einzudecken, und dazu wettert sie gegen Menschen, die sich in ihrem Ruhm sonnen wollen („I'm not your friend or anything“, „Get my pretty name outta your mouth“). Es ist sicher nicht ihr charmantester Song - aber trotzdem irgendwie cool. Ja, sie kann machen, was sie will, und wir können ihr gar nichts.

Paris Jackson - Wilted

Sie kann noch keine Erfolge vorweisen, ist bei diesen großen Fußstapfen eigentlich zum Scheitern verdammt - und doch erwartet man Großes. Vielleicht sogar etwas Geniales. „Ich bin aufgeregt, ich bin nervös, meistens dankbar und glücklich“, ließ Paris Jackson sich von „Entertainment Weekly“ zitieren, als sie kürzlich ihre erste Single „Let Down“ veröffentlichte. Sie sei froh, dass niemand ihr vorschreibe, was und wie sie zu singen habe. Nun hat die Tochter von Michael Jackson nachgelegt und ihr Debütalbum „Wilted“ (Deutsch: „welk“) veröffentlicht.

Wüsste man es nicht, man käme beim Hören dieser Platte niemals darauf, dass hier die Tochter des „King of Pop“ zu hören ist. Die Vorab-Single „Let Down“ überraschte schon als melancholische Akustikgitarren-Ballade im Dreivierteltakt, dazu gab es ein blutiges Video im Gothic-Stil. Und der Rest von diesem Album, das so große Hoffnungen weckt? Der liegt irgendwo zwischen Singer/Songwriter-Handwerk, verträumtem Folk und einer Pop-Idee, wie man sie sonst eher von Indie-Bands kennt. Das ist vielleicht nicht das, was man erwartet hatte, aber gerade deshalb ziemlich interessant.

Sasha - Party Party Party (Partyersatzsong)

Und zum Abschluss noch etwas zum Tanzen - und Schmunzeln. Richtig Party machen kann man derzeit ja nicht, deshalb will Sasha seinen Fans die Zeit nun mit einem „Partyersatzsong“ versüßen, den er „Party Party Party“ nennt. Die Botschaft: „Party Party Party Party Party“ und „tanzen tanzen tanzen tanzen tanzen“. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Oder?

Denn bei all der guten Laune, die der Sänger hier verbreitet: Ganz ernst ist dieser komplett überdrehte Song mit passendem Video nicht gemeint. „Mitten in der Nacht werf' ich Konfetti - fetti, fetti, fetti, fetti, fetti!“ - spätestens da wird mancher sich fragen, ob Sasha den Verstand verloren hat. Genau so war diese Nummer auch gedacht: Die Idee zu „Party Party Party“ entstand im Rahmen der „Late Night Berlin“-Show von Klaas Heufer-Umlauf, als es in einer kleinen Aktion darum ging, „möglichst bescheuerte“ Songs zu schreiben. Das ist mit diesem Lied jeden Fall gelungen und zeigt, dass der Sasha eben doch einer von den Guten ist: weil er auch über sich selbst lachen kann.

teleschau

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