Selena Gomez

Wie aus dem Disney-Girl eine reife Frau wurde

Sängerin Selena Gomez hat sich vom niedlichen Disney-Mädchen hin zu einer reifen Frau entwickelt. Auch in ihrer Musik schlägt sich diese Wandlung nieder.
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Sängerin Selena Gomez hat sich vom niedlichen Disney-Mädchen hin zu einer reifen Frau entwickelt. Auch in ihrer Musik schlägt sich diese Wandlung nieder.

Mit ihrem dritten Solo-Album meldet sich Selena Gomez nach langer Pause zurück im Pop-Zirkus. Das einstige Disney-Mädchen ist reifer geworden - und mutiger.

Über zehn Jahre ist es her, dass Selena Gomez mit ihrer Band Selena Gomez & The Scene ihr erstes Album „Kiss & Tell“ (2009) veröffentlichte. Es waren fröhliche und unbeschwerte Popsongs in einer Zeit, in der Selena Gomez noch mit Jonas-Brothers-Sänger Nick Jonas liiert war und in dem Film „Prinzessinnen Schutzprogramm“ (2009) sogar zur Disney-Prinzessin wurde. Seitdem ist viel passiert. Schon auf den zwei darauffolgenden Alben waren vermehrt Dance- und Elektro-Elemente zu hören. Als die US-Sängerin sich dann von ihrer Band löste, wandte sie sich mit „Stars Dance“ (2013) und „Revival“ (2015) vollends dem Elektro-Pop zu.

Von der Disney-Sängerin ist heute nicht mehr viel übrig, und das kleine Mädchen ist inzwischen sowohl zeitlich als auch musikalisch weit entfernt. Das neue und dritte Solo-Album „Rare“ klingt elektronischer als die früheren Werke - und deutlich reifer. Das vermittelten schon die ersten beiden Single-Auskopplungen: Sowohl in „Look At Her Now“ (zu Deutsch: „Schau sie dir jetzt an“) als auch in der berührenden Ballade „Lose You To Love Me“ („Ich musste dich verlieren, um mich zu lieben“) scheint die 27-Jährige schmerzhafte Erlebnisse zu verarbeiten.

Natürlich stellten viele Fans sofort eine Verbindung zu Justin Bieber her, mit dem Gomez jahrelang eine On-Off-Beziehung führte. Der Sänger ist inzwischen mit Hailey Bieber verheiratet, und Selena Gomez scheint endgültig mit dem Thema abgeschlossen zu haben. Doch laut Gomez selbst gehe es nicht nur darum. „Dieser Song wurde durch viele Dinge inspiriert, die seit der Veröffentlichung meines letzten Albums in meinem Leben passiert sind. Ich möchte, dass die Menschen Hoffnung empfinden und wissen, dass sie auf der anderen Seite stärker und als eine bessere Version von sich selbst herauskommen werden“, schrieb sie zu „Lose You To Love Me“ bei YouTube. Es ist das berührendste und stärkste Lied auf „Rare“.

„Es ist die ehrlichste Musik, die ich je gemacht habe“

Das Besondere an ihrer Musik ist, dass sie mit jedem Song eine Geschichte erzählt - und davon hat die Sängerin und Schauspielerin („The Dead Don't Die“) in letzter Zeit einige erlebt. Nicht nur durch Bieber: Gomez, die an der Autoimmunerkrankung Lupus leidet, erhielt 2017 eine Nierenspende. „Ich habe jetzt vier Jahre gebraucht, um mich mit diesem Album gut zu fühlen, und das nur, weil ich so große Momente hatte, die in meinem persönlichen Leben passiert sind“, erklärte Selena Gomez, die bei allen Songs mitarbeitete, kürzlich in der „Tonight Show“. Die Texanerin erzählt auf „Rare“ auch von Verletzlichkeit, vom Verlust von Freunden und vom Umgang mit Rückschlägen, aber auch von Selbstliebe, Optimismus und Selbstbewusstsein.

Ihre Musik war schon immer vielseitig und experimentell. Das spiegelt sich auch in den 13 neuen Stücken auf „Rare“ wider. Grundsätzlich singt die Sängerin nach wie vor Pop, allerdings ist dieser stark geprägt von zahlreichen Elementen aus unterschiedlichen Musikrichtungen. So werden ihre Songs teilweise zu mitreißenden Dance-Tracks („Dance Again“) oder berührenden Balladen („Vulnerable“). Manche Stücke spielen mit Hall-Effekten („People You Know“), andere erhalten durch Moll-Tonarten einen geheimnisvollen Klang („Ring“, „Let Me Get Me“). „Rare“ ist fetzig, gefühlvoll, gut gelaunt und auch verrückt - ein bunter Mix aus Melodien und Gefühlen, verziert mit einer hauchigen, feinen Stimme.

Auf der Deluxe Version von „Rare“ finden sich zusätzlich fünf bereits veröffentlichte Songs, darunter „Wolves“, „Back To You“ und „It Ain't Me“. „Dieses Album ist mein Tagebuch aus den letzten Jahren, und ich kann es kaum erwarten, dass ihr es hört“, schrieb Gomez bei Twitter. „Es ist die ehrlichste Musik, die ich je gemacht habe.“ Es ist ein Album voller Turbulenzen und voller Klarheit. Vor allem aber ist es das gelungene Porträt einer Frau, die sich spürbar weiterentwickelt hat.

teleschau

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