Klare Worte und viel Wut

Debüt von Prophets of Rage: Mitglieder von Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy melden sich

Prophets Of Rage - Prophets Of Rage

Wutbürger, vereinigt euch: Hinter den Prophets Of Rage verbergen sich Mitglieder von Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy. Und jeder von ihnen trägt dazu bei, dass das Debüt „Prophets Of Rage“ zu einem großen Ausrufezeichen wird.

Wie heißt es gleich noch? Alles im Leben hat etwas Gutes, auch wenn es noch so schlecht erscheint. Gäbe es keine soziale Ungerechtigkeit und keinen Kommerzwahn, so gäbe es die Prophets Of Rage in dieser Form höchstwahrscheinlich auch nicht. Sie sind gekommen, um ihrer Wut Gehör zu verschaffen. Aus den Höhlen hervorgekrochen, in denen ihre Bands Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy schlummern.

Tom Morello, Brad Wilk und Tim Commerford (RATM, Audioslave), B-Real (Cypress Hill), DJ Lord und Chuck D (Public Enemy): Man muss kein Prophet sein, um den Stilmix der Prophets Of Rage vorherzusehen. Bereits der Opener „Radical Eyes“ liefert, was sich der neugierige Hörer angesichts der beteiligten Parteien imaginär zusammengemixt hat: Groove und Sprechgesang, klare Worte und viel Wut. Das bereits bekannte „Unfuck The World“ - übrigens ein Anwärter auf den besten Songtitel des Jahres - setzt die Latte eine Ebene höher, wobei zum vollendeten Genuss der zugehörige Videoclip von Michael Moore unerlässlich ist.

Nicht nur das politische Klima hat sich verändert, auch das musikalische: Eine Band wie die „Prophets Of Rage“ läuft natürlich Gefahr, in puncto Schlagkraft als lauwarmer Aufguss wahrgenommen zu werden. Zumindest, wenn man sich zum Vergleich die Aufbruchstimmung der Neunziger-Jahre vor Augen führt. Doch die Mischung des von Brendan O' Brien (Pearl Jam, Rage Against The Machine, Audioslave) produzierten Albums rettet die Situation. Der Funk von „Take Me Higher“ und der blühende Groove von „Legalize Me“ wissen ebenso Akzente zu setzen wie die Härte von „Hands Up“ oder „Living On The 110“, benannt nach einem Highway in Los Angeles, unter dem Obdachlose wohnen.

Rockmusik ist mehr als nur Liebesballaden und Partysongs. Rockmusik hat eine Stimme. Und die Prophets Of Rage setzen sie wie kaum eine andere Band der Gegenwart ein. „Der Vorteil davon, dass Donald Trump Präsident wurde, der Silberstreifen am Horizont sozusagen, ist, dass das Land durch ihn aufgewacht ist. Das beste Szenario wäre das einer friedlichen Revolution“, ließen die Musiker im Interview verlauten. Zumindest der Soundtrack zu diesem Szenario wäre hiermit bereits gefunden.

teleschau

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