La Roux

Cooles Comeback

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Sie mag's immer noch bunt, aber nicht zu bunt: Auf „Supervision“ entdeckt La Roux eine neue Leichtigkeit, die ihrer Musik wahnsinnig guttut.

Man hat lange nichts von ihr gehört, aber man hat sie nie vergessen: Einen weiteren Grammy in der Kategorie „Dance“ wird La Roux mit ihrem neuen Album nicht gewinnen. Aber womöglich ist ihr das auch völlig egal.

Vor gut zehn Jahren, als Elly Jackson alias La Roux ihr erstes Album veröffentlichte („La Roux“, 2009), wurde sie in vielen Berichten noch als „Tochter von Schauspielerin Trudie Goodwin“ vorgestellt. Inzwischen hat die Pop-Künstlerin ihre Mutter in Sachen Prominenz längst überholt und abgehängt. La Roux, schon 2011 mit einem Grammy ausgezeichnet, hat sich einen Namen gemacht im Pop-Business, und das ohne Dauerpräsenz in den Charts oder Boulevard-Schlagzeilen. Sie gilt als eine Musikerin, die hohe Ansprüche an sich selbst stellt auch nur dann neue Musik veröffentlicht, wenn sie auch etwas Neues zu sagen hat. So sind inzwischen über fünf Jahre vergangen seit ihrer letzten Platte („Trouble In Paradise“, 2014). Mit „Supervision“, veröffentlicht über ihr neu gegründetes eigenes Label, meldet La Roux sich nun zurück.

Ihr bekanntester Song ist bis heute „Bulletproof“ (2009), auch dank eines stylischen Videos, das passend zur Musik an ein Computerspiel erinnerte und eine La Roux präsentierte, die damals noch mehr Pop-Alien als Pop-Sängerin war. Schrille Klamotten, sehr viel Schminke, dazu eine Frisur wie aus einem Comic - alles sehr ausgefallen. Wenn man sich nun etwa den Clip zu „International Woman Of Leisure“ vom neuen Album ansieht, wirkt La Roux darin fast jünger als vor zehn Jahren. Die kurzhaarige Britin ist mit inzwischen 31 Jahren immer noch hip und bunt unterwegs. Sie trägt ihr Make-up nun aber sehr viel dezenter auf und auch sonst wirkt auf „Supervision“ alles ein wenig aufgeräumter und natürlicher als zu Beginn von La Roux' Karriere.

Ein einziger cooler Flow

Den Grammy für ihr Debütalbum, das noch stark vom Synthpop der 80-er inspiriert war, gewann La Roux seinerzeit in der Kategorie „Bestes Dance Album“, der Nachfolger „Trouble In Paradise“ klang dann eher nach Soul und Disco. Und nun, auf „Supervision“: überall luftige Funk-Gitarren, ein wenig so, wie man sie noch von Prince im Ohr hat. Und viel Groove im Gesang, sowohl in den flotteren („International Women Of Leisure“) als auch in den ruhigeren Momenten („Gullible Fool“). Wobei es große Ausreißer nach oben oder unten im Tempo gar nicht gibt: Die lediglich acht Stücke dieses Albums befinden sich durchgehend in einem einzigen coolen Flow. Schon auf dem Cover zu „Trouble In Paradise“ hatte man La Roux mit einem Sportwagen vor Palmen gesehen, das Versprechen eines Roadtrips vor tropischer Kulisse löst sie aber erst jetzt auf „Supervision“ wirklich ein.

Früher wirkte die Musik von La Roux, so ausgefeilt sie auch war, immer ein wenig synthetisch, distanziert und unterkühlt. Jetzt klingt sie nach Sonne und Spaß - unbeschwerter, weniger verkrampft, irgendwie auch freundlicher. Es muss nicht mehr die große Innovation sein, es muss vielleicht auch nicht mehr alles perfekt sein. Eine gewisse Gleichförmigkeit ist bei den neuen Songs durchaus festzustellen, aber sie schadet überhaupt nicht: Auf diesem Album hat man erstmals den Eindruck, dass La Roux Freude an der eigenen Musik hat, vielleicht auch, weil sie endlich „ihren“ Sound gefunden hat, und das kommt auch beim Hörer an.

teleschau

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