Al Di Meola

Die Beatles neu entdecken

Er gehört ohne jeden Zweifel zu den besten Gitarristen, die es je gab: Al Di Meola.
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Er gehört ohne jeden Zweifel zu den besten Gitarristen, die es je gab: Al Di Meola.

Hommage auf sechs Saiten: „Across The Universe“ ist bereits das zweite Album, auf welchem Meistergitarrist Al Di Meola Stücke der Beatles interpretiert.

„Es ist das Verdienst der Beatles, dass ich heute Gitarre spiele“, erklärt Al Di Meola in der Pressemitteilung zu seinem neuen Album „Across The Universe“. Der 65-Jährige gilt als einer der besten, vielseitigsten und kreativsten Künstler seines Fachs. Sein Fusion-Meilenstein „Elegant Gypsy“ (1977) sowie das gemeinsam mit Paco de Lucia und John McLaughlin aufgenommene Live-Dokument „Friday Night In San Francisco“ (1981) zählen zu den wichtigsten Gitarren-Alben aller Zeiten. Der Grammy-Gewinner und Virtuose ist ein Wanderer zwischen den Welten, zwischen Jazz, Latin, World Music und Rock. 2013 veröffentlichte Di Meola mit „All My Life“ schon einmal ein Beatles-Tribute-Werk, mit „Across The Universe“ erscheint nun die Fortsetzung.

Der Unterschied zwischen den beiden Platten ist deutlich zu erkennen: Der Vorgänger fokussierte sich noch auf ein gitarrenakustisches Spiel mit unterschiedlichsten Themen und Akkordfolgen aus dem reichen Beatles-Repertoire, wohingegen das nach einem Song der „Fab Four“ benannte neue Album weitaus opulenter gestaltet ist. „Across The Universe“ punktet nicht nur mit harmonischen und melodischen Wendungen, sondern gewinnt auch durch Parameter wie Klangfarben oder instrumentale Kombinationen an Attraktivität.

Auch die dreijährige Tochter macht mit

Ab und zu greift Al Di Meola zur elektrischen Les-Paul-Gitarre und verleiht der Musik dadurch eine Griffigkeit, die sich neben den weiterhin vorhandenen filigranen Akustikgitarren als durchaus angenehm erweist. Und nicht nur das: Die Eröffnungsnummer, eine jazz-rockige, aber vergleichsweise nah am Original gehaltene Fassung von George Harrisons „Here Comes The Sun“, lässt die Saiteninstrumente fröhlich interagieren und übergibt den Stab dann an das mit Streichern und Bläsern dezent orchestrierte, spannend ausgearbeitete Stück „Golden Slumbers Medley“.

„Octopus's Garden“ etwa wird von Di Meolas dreijähriger Tochter im Auto angestimmt, ein Akkordeon dient bei „Julia“ als einfühlsamer Gegenpart zur Gitarre, und mit Randy Brecker wird dann auch noch ein Startrompeter ins Boot geholt, um „I'll Follow The Sun“ zusätzlichen Glanz zu verleihen: „Across The Universe“ nimmt sich viele interpretatorische Freiheiten heraus, die Al Di Meola ebenso feinfühlig wie selbstsicher auszuschöpfen weiß. So erzählt dieses Tribute-Album nicht zuletzt auch wieder von der Einzigartigkeit einer Band, deren Kompositionen man immer wieder neu entdecken kann.

Al Di Meola auf Tour:

24.04. Hamburg, Fabrik

25.04. Wendelstein, Eventhalle

26.04. Stuttgart, Theaterhaus

30.04. Essen, Alfred-Krupp-Saal

21.07. Freiburg, Zelt-Musik-Festival

teleschau

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