Ozzy Osbourne

Alles außer gewöhnlich

Alles andere als „ordinary“: Ozzy Osbourne bleibt auch auf seinem neuen Album „Ordinary Man“ der „Madman“ des Heavy Metal.
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Alles andere als „ordinary“: Ozzy Osbourne bleibt auch auf seinem neuen Album „Ordinary Man“ der „Madman“ des Heavy Metal.

Zwischen Erinnerungen und neuen Wegen: „Ordinary Man“ ist das erste Studioalbum von Ozzy Osbourne seit zehn Jahren. Und eines seiner abwechslungsreichsten.

„I don't wanna die an ordinary man“, singt Ozzy Osbourne - er will nicht als gewöhnlicher Mann sterben. Nun, dass dem selbsternannten „Madman“ des Heavy Metal das passieren wird, kann mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden. Seit über fünfzig Jahren unterhält er die Rockwelt, und trotz seiner gesundheitlichen Probleme - Osbourne leidet an Parkinson - ist er weiterhin aktiv und präsent, so gut es eben noch geht. Mit „Ordinary Man“ veröffentlicht er nun erstmals seit zehn Jahren wieder ein neues Album.

Das musikalisch Ungewöhnliche beginnt schon beim Titelstück: Kein Geringerer als Sir Elton John ist bei dieser Rock-Ballade mit von der Partie. „Don't forget me as the colours fade, when the lights go down it's just an empty stage“, heißt es darin. Eine gewisse Sentimentalität, ja sogar Abschiedsstimmung, senkt sich über den routiniert von den beiden Altstars vorgetragenen Titel, wobei als Randnotiz erwähnt sei, dass es Elton John ist, der bereits das Ende seiner Bühnenkarriere angekündigt hat, während Osbourne trotz seines Zustandes an der Durchführung seiner gerade wieder verschobenen Tour festhält.

Eine ebenfalls spannende, wenngleich weniger stimmige Kollaboration fand mit dem US-Rapper Post Malone statt. Bereits im Herbst wurde „Take What You Want“ (featuring Travis Scott) als Teil von Malones Album „Hollywood's Bleeding“ veröffentlicht, auf „Ordinary Man“ findet sich mit „It's A Raid“ ein zweiter gemeinsamer Titel, der konträrer kaum ausfallen könnte. Ordentliches Geknüppel der Instrumente begleitet den Ausbruch, Ozzys Einwürfe erinnern teilweise an sein Frühwerk. „Go fucking crazy“. Alles klar. Machen wir gerne.

Einmal „Madman“, immer „Madman“

Auch wenn der Maestro zu einer leichtgängigen Melodie „it feels like today is the end“ singt („Today Is The End“) oder sich in „Under The Graveyard“ an seine musikalisch dunkelste Phase erinnert, ist er deutlich zu spüren - jener schräge, kurz vor dem Überschnappen stehende Charakter, welcher den „Madman“ immer auszeichnete. Und wenn eine Stimme zu Beginn von „Goodbye“ mit einem Lachen fragt „Do you have any memories?“, dann antwortet Ozzy darauf mit einer Achterbahnfahrt aus wildem Hardrock und schleppender Düsternis - gar nicht so weit vom Black-Sabbath-Universum entfernt. Es ist kein Album, welches es Ozzy einfach macht. Und Ozzy macht es dem Album nicht einfach.

Statt einer festen Band stehen hinter „Ordinary Man“ der Produzent Andrew Watt, Schlagzeuger Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) und Bassist Duff McKagan (Guns N'Roses), an der Gitarre verstärkt durch Beiträge von Slash und Tom Morello (Rage Against The Machine). Gemeinsam verleihen Ozzy und seine Gäste einem Album Farbe, das störrisches Aufbegehren, nostalgische Rückbesinnung und wiedergewonnene Neugier gleichermaßen beinhaltet - aber ganz sicher nichts Gewöhnliches.

Ozzy Osbourne auf Tour:

11.11. Dortmund, Westfalenhalle

26.11. München, Olympiahalle

28.11. Mannheim, SAP-Arena

30.11. Berlin, Mercedes-Benz-Arena

03.12. Hamburg, Barclaycard-Arena

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