Deutsche Experimental-Legende

„Alles in Allem“: Einstürzende Neubauten veröffentlichen erste Platte seit zwölf Jahren

Mitte Mai veröffentlichen die Einstürzenden Neubauten um Sänger Blixa Bargeld (Mitte) ihr neues Studioalbum „Alles in Allem“. Es geht vor allem um Berlin - mal wieder.
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Mitte Mai veröffentlichen die Einstürzenden Neubauten um Sänger Blixa Bargeld (Mitte) ihr neues Studioalbum „Alles in Allem“. Es geht vor allem um Berlin - mal wieder.

Das erste Studioalbum seit zwölf Jahren: Die große deutsche Noise- und Avantgarde-Band Einstürzende Neubauten veröffentlicht Mitte Mai zehn neue Songs.

Blixa Bargeld, N. U. Unruh, Alexander Hacke, Jochen Arbeit und Rudi Moser haben sich für das neue Album „Alles in Allem“, das zum 40-jährigen Bestehen der Band erscheinen wird, in der Hauptstadt umgesehen und neue Klangwelten geschaffen, in denen es thematisch weitgehend um die Erforschung des „Topos Berlin“ gehe, wie die Band ankündigt. Im Begleittext zur neuen Platte heißt es: „Eine Song-gewordene, äußerst zynische Reflexion des Zustands der Hauptstadt schaffte es nicht aufs Album und hinterließ so ein Loch, um das herum sich weitaus differenziertere Auseinandersetzungen mit Berlin ergaben.“

Blixa Bargeld wandere durch Erinnerungen, durch Träume, montiere Fragmente - und doch gehe es auch immer um die Gegenwart dieser ungreifbaren Stadt. Die Texte würden bisweilen Spuren in die Vergangenheit legen, ins eigene Werk führen, an alte Texte anknküpfen und sie auf diesem Weg in die Zukunft überführen.

Was wird aus der geplanten Tour?

Der ungewöhnliche Produktionsprozess des neuen Albums passt zu einer Band, die sich seit Jahrzehnten jeder genauen Verortung entzieht: So waren die Fans immer wieder eingebunden, hatten regelmäßigen Zugriff auf die Arbeit am Album und trugen nicht nur durch ihre finanzielle Unterstützung, mit der sie seit Jahren die Unabhängigkeit der Band sichern, ihren Teil zum Gelingen bei.

Mit den neuen Songs greifen die fünf Musiker sogar aktuelle Themen auf - auf ihre eigene Art, versteht sich. In „Taschen“ beispielsweise geht es um das Ertrinken vor den Grenzen Europas. Im Begleittext heißt es, es gebe selten eine klare Intention. „Die Interpretation ist so oder so den Zuhörern überlassen. Wie soll es auch eine klare Botschaft geben, wenn das Schreiben häufig auf Träumen basiert oder dem Zufall überlassen wird?“ Ob die geplante Tour, die vor allem im Juni durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führen soll, stattfinden kann, ist dagegen noch offen. Der erste Auftritt am 20. April in Berlin dürfte auf keinen Fall zu halten sein.

teleschau

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