Deine Freunde

Abheben und abgehen

Beliebt bei Jung und Alt: Florian Sump (links), Markus Pauli (Mitte) und Lukas Nimscheck, besser bekannt als Deine Freunde, spielen Kindermusik, die auch Eltern sehr gut ertragen können.
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Beliebt bei Jung und Alt: Florian Sump (links), Markus Pauli (Mitte) und Lukas Nimscheck, besser bekannt als Deine Freunde, spielen Kindermusik, die auch Eltern sehr gut ertragen können.

Deine Freunde? Unsere Freunde! Die Kinderband hat auf „Helikopter“ auch für die Elterngeneration einiges zu bieten.

Coole Kindermusik mit Köpfchen: Mit diesem Konzept gingen Deine Freunde 2012 an den Start, und sie haben seitdem nicht nur Grundschulkinder im musikalischen Niemandsland zwischen „Vogelhochzeit“ und der ersten Teenieband abgeholt, sondern mit zeitgemäßen Klängen und kindgerechten Texten auch Elternnerven geschont. Nun machen sie noch ein Schrittchen auf die ältere Generation zu: Die Mamas und Papas bekommen auf „Helikopter“ nicht mehr nur Kinderlieder, die man auch als Erwachsener mehrfach anhören kann, ohne wahnsinnig zu werden, sondern dürften sich selbst auch mehr als einmal direkt angesprochen fühlen. Deine Freunde haben sich endgültig von der Kinder- zur Familienband entwickelt - zum Glück, ohne dabei ihren Charme zu verlieren.

„Uns geht es nicht darum, dass wir als großartige Künstler wahrgenommen werden wollen. Wir wollen, dass unsere Musik anderen Spaß bringt und uns auch selbst Spaß macht“, erklärt Florian Sump von Deine Freunde im Interview. Das sollte generationenübergreifend klappen, denn viele Lieder auf „Helikopter“ besitzen mehr als eine Ebene.

Eine Band für die ganze Familie

Während Kinder sich im Opener und Titelsong vielleicht noch über den coolen Helikopter freuen, können vorsichtige Eltern sich im Text ein kleines bisschen verstanden fühlen und sich außerdem über Deichkind-Anklänge freuen. Bei „April, April“ amüsieren sich Kleine vielleicht über den Text und Große über Sumps Haudrauf-Falco-Imitation. In „Cheese“ knöpfen Deine Freunde sich dann aus Kindersicht die Dauerfotografen aus den Reihen der Eltern vor. Dass sie deren ständiges Handygezücke für ziemlichen Käse halten, wird dabei ohne jegliche Englischkenntnisse klar - und es wird auch ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt. Eine pädagogische Lehrstunde soll es hier nicht geben, weder für Kinder noch für Eltern - höchstens vielleicht in Sachen Musik.

Denn während Deine Freunde thematisch den Familienkosmos von der Geburt („Kater vs. Vollzeitrausch“) über nervige Abholrituale bei Freunden („Das Lied vom Abholen“) bis hin zum leisen Grusel vor der wahren Respektsperson in der Schule („Wenn der Hausmeister kommt“) erforschen, ist auch die musikalische Bandbreite groß: „Jedes Mal“ verströmt heftige 90er-Vibes, „Die Sirene“ ist eine Trap-Parodie mit der härtesten Hauptperson, die Eltern sich vorstellen können: einem missgelaunten Baby. „Saymaleise“ lädt zum Elektro-Chill-Out, während „Wieder Deine Freunde“ HipHop zum Hopsen bietet. Bei aller Abwechslung gibt es allerdings zwei Konstanten in der Musik von Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli: satte Bässe und große Ohrwürmer. Hier ist tatsächlich für jeden Geschmack und für jedes Alter etwas dabei, ohne dass „Helikopter“ je beliebig klingen würde. Und das ist dann vielleicht doch ein kleines Kunststück.

teleschau

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