Rechtsstreit um App-Store-Regeln

Zieht Epic Games im Kampf gegen Apple den Kürzeren? Folgen für „Fortnite“ bereits dramatisch

Erleidet der eSports-Hit "Fortnite" eine Bruchlandung auf iOS-Systemen?
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Erleidet der eSports-Hit „Fortnite“ eine Bruchlandung auf iOS-Systemen?

Mehr als nur ein Wirkungstreffer: Nach der Eskalation des Streits zwischen Apple und Epic Games bekommt der Battle-Royale-Shooter „Fortnite“ auf iOS-Geräten keine Updates mehr.

Die Folgen: Die User-Zahlen der populären eSports-Disziplin sinken dramatisch. Epic versucht erneut gegen die Marktmacht des iPhones-Konzerns vor Gericht vorzugehen.

Rund 350 Millionen User haben sich weltweit für den Battle-Royale-Shooter „Fortnite“ registriert - ein Drittel davon allein auf iOS-Geräten. 116 Millionen, wenn man Entwickler Epic Games glauben darf, wovon wiederum 63 Prozent ausschließlich auf iPhone und iPad spielen.

Doch die Nutzerzahlen brachen zuletzt drastisch ein - um 60 Prozent. Der Grund: Seit Epic aufgrund eines Streits um die App-Store-Regeln und zu zahlende Provisionen teilweise von Apples Entwickler-Programm ausgeschlossen und die „Fortnite“-App aus dem Store entfernt wurde, erhalten die iOS- und iPadOS-Versionen des kunterbunten Action-Titels keine Updates mehr. Und damit auch nicht die Inhalte der neuen Online-Season, die am 2. September startete.

„Das war eine klare Warnung an jeden Entwickler“

Weil Epic befürchtet, die Nutzer dauerhaft zu verlieren und „irreparablen Schaden“ zu nehmen, zog man nun erneut gegen Apple vor Gericht, um den iPhone-Konzern per einstweiliger Verfügung dazu zu zwingen, die App wieder in den Store aufzunehmen. Die Wortwahl des eingereichten Antrags könnte nicht drastischer sein. Epic bezeichnet Apple darin als Monopolist, der jeglichen Wettbewerb ausdrücklich untersage. „Das war eine klare Warnung an jeden Entwickler, der es Wagen würde Apples Forderungen nicht nachzukommen: Befolgen Sie unsere Regeln, oder wir schneiden Sie von einer Milliarde iOS-Nutzer ab - fordern Sie uns heraus, und wir zerstören ihr Unternehmen“, zitiert Reuters das Schreiben.

Wann und wie das Gericht entscheiden wird, ist noch unklar.

Gleichzeitig meldete sich auch Google zu Wort, mit denen Epic Games einen ähnlich gestrickten Rechtsstreit führt. Allerdings betonte der Suchmaschinen-Betreiber und Entwickler des mobilen Betriebssystems Android, dass es wichtige Unterschiede im Vergleich mit Apple gebe. So sei es auch möglich, Apps nicht nur aus dem Google Play Store zu beziehen.

teleschau

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