Tim Berners-Lee

WWW-Erfinder: „Das Netz funktioniert nicht für Frauen und Mädchen“

Tim Berners-Lee fordert mehr Gleichberechtigung im Netz.
+
Tim Berners-Lee fordert mehr Gleichberechtigung im Netz.

Seit einigen Jahren macht sich Tim Berners-Lee große Sorgen um seine Erfindung.

Zum 31. Geburtstag des Word Wide Web fordert Berners-Lee nun Gleichberechtigung im Internet. „Das Netz funktioniert nicht für Frauen und Mädchen“, schreibt der IT-Pionier in einer Mitteilung und zeigt sich „ernsthaft besorgt“ über die Geschlechter-Benachteiligung im Internet. Denn diese behindere insgesamt den Fortschritt, der bei der Gleichberechtigung bereits erzielt worden sei. Berners-Lee appellierte an „alle, die Technologie gestalten“, sich des Problems anzunehmen. Entsprechende Maßnahmen von Regierungen und Unternehmen würden letztlich zu wenig bewirken.

Laut einer Untersuchung der Web Foundation sei über die Hälfte der Mädchen und jungen Frauen bereits belästigt worden, etwa durch Drohungen oder Beleidigungen. Auch beim Zugang zum Internet gebe es demnach großen Nachholbedarf. Millionen von Mädchen und Frauen hätten nicht die Möglichkeit zu lernen, Geld zu verdienen und sich online Gehör zu verschaffen. Insgesamt sei es beim Männern 21 Prozent wahrscheinlicher, Zugang zum Internet zu haben - in den ärmsten Ländern gar 52 Prozent.

Gerade in Zeiten des Coronavirus sei Gleichberechtigung wichtig, schreibt Berners-Lee weiter. Das Internet erlaube es schließlich, weiter zu arbeiten, zu lernen und lebenswichtige Informationen zu erhalten. Es sei inakzeptabel, dass so vielen Mädchen und Frauen der Zugang zu diesen Grundlagen verwehrt bleibe.

Der Informatiker Tim Berners-Lee gilt als Erdinder der „Hypertext Markup Language“ (HTML). Er legte am 12. März 1989 als Mitarbeiter des CERN einen Vorschlag vor, aus dem letztlich das World Wide Web hervorging.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare