Series-X-Event

Wenig Überraschungen, aber viel „Halo“: So lief Microsofts „Xbox Games Showcase“ ab

War der Star des Abends und durfte endlich die Gameplay-Muskeln spielen lassen: der Masterchief aus "Halo Infinite".
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War der Star des Abends und durfte endlich die Gameplay-Muskeln spielen lassen: der Masterchief aus „Halo Infinite“.

Nach dem ersten „Xbox Showcase“ vor einigen Wochen, in dessen Fokus die Hardware der kommenden Xbox Series X stand, legte Microsoft nun mit zahlreichen Spielen nach, darunter sogar einige Weltpremieren.

Vorweg: Einen Hype um den schwarzen Next-Gen-Monolithen zu entfachen, ist dem IT-Riesen nicht gelungen: Zwar heuerte man mit dem bekannten US-Journalisten und „Game Awards“-Host Geoff Keighley einen kompetenten Moderator an, um durch das einstündige Vorprogramm zu führen und dann das eigentliche Online-Event einzuleiten - aber das entpuppte sich überwiegend als mäßig spannende Trailer-Show.

Klar: Wegen der in den USA schlimmer denn je grassierenden Corona-Pandemie fallen die sonst üblichen Live-Events flach. Und reine Online-Shows sind von Natur aus weniger spannend, weil sich die Gesprächspartner (soweit überhaupt vorhanden) nicht gegenüberstehen. Trotzdem hätte das ursprünglich versprochene Gameplay wesentlich dazu beitragen können, der Veranstaltung Leben und damit auch Relevanz einzuhauchen.

Doch echte Spielszenen gab es vor allem bei der „Halo Infinite“-Präsentation zu sehen: Hier durften Fans dem Serien-Helden Masterchief dabei zusehen, wie er sich auf einem neuen und größeren Halo-Ring einer Armee aus kreischenden und bulligen Aliens entgegenstellt, sich hinter Geschütze oder das Steuer eines Warthog-Jeeps klemmt oder per neuem Enterhaken durch die Gegend schwingt. Zugegeben: Spektakulär sah der (aber immerhin flüssige) Shootout nicht aus, aber die Präsentation vermittelte wenigstens authentisches Live-Feeling. Und vielleicht wird bei der Grafik ja noch nachgebessert.

Weltpremieren und Überraschungen

Danach waren vornehmlich nur noch Trailer-Zusammenschnitte zu sehen - gelegentlich unterbrochen von kurzen und wenig aussagekräftigen Kommentar-Aufzeichnungen: Zu den Highlights des Programms zählten meist kurze Ankündigungs-Schnipsel zu Remedys neuem (und überraschend bodenständigem) Shooter „Crossfire X“, Dontnods neuem Episoden-Abenteuer „Tell me why“, dem immerhin sehr schicken Rare-Öko-Adventure „Everwild“, „State of Decay 3“, einem neuen Ableger der „Forza Motorsport“-Reihe und Double Fines „Psychonauts 2“, bei dem Hollywood-Star und Hobby-Rocker Jack Black sein Gesangs-Talent unter Beweis stellen darf.

Überraschend imposant gab sich das vom polnischen Studio „Bloober Team“ entwickelte Psycho- und Horror-Adventure „The Medium“, bei dem die junge Protagonistin mehrere Ebenen der Realität simultan wahrnimmt - einer Art Splitscreen-Gameplay-Logik sei Dank. Und auch mit „Stalker 2“ hätte wohl niemand mehr gerechnet. Entwickler GSC Game World macht aus der Umgebung des Katastrophen-Reaktors Tschernobyl nun eine echte Open World.

Eine Wiederholung des bereits bekannten Video-Materials gab es zu „Hellblade 2: Senua's Saga“ von Ninja Theory zu sehen. Der ebenfalls von Microsoft aufgekaufte Rollenspiel-Spezialist Obsidian zeigte ein Add-On für sein SciFi-Abenteuer „The Outer Worlds“, das an „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ erinnernde Survival- und Multiplayer-Game „Grounded“ sowie ein bis dato unbekanntes Fantasy-Rollenspiel namens „Avowed“. Retro-Fans wiederum freuen sich über das herzige Jump&Run „Balan Wonderworld“ von der inzwischen zu Square Enix übergelaufenen Sega-Legende Yuji Naka.

Die größte Überraschung des Abends hob sich Microsoft für den Schluss auf: Ein stivoller Render-Trailer stimmte auf ein neues „Fable“ ein. Die mutmaßliche Fortsetzung der ursprünglich von Peter Molyneux erschaffenen Rollenspiel-Reihe könnte laut Gerüchteküche ein MMORPG werden, Trailer-Optik und Namensgebung (schlicht „Fable“) scheinen aber eher auf eine Art Reboot der beliebten Serie hinzudeuten.

Volle Kompatibilität und Game-Pass-Garantie

Für alle der insgesamt 32 gezeigten Spiele (22 davon zumindest anfangs Xbox-exklusiv) verspricht Microsoft volle Kompatibilität zur auslaufenden und kommenden Xbox-Generation. Den vollen Detailumfang gibt's natürlich nur auf der neuen Series-X-Konsole. Auf welchem System gespielt wird, erkennt Microsofts Smart-Delivery-System automatisch und spielt dann die entsprechenden Datenpakete auf das jeweilige System.

Für Kunden von Microsofts Dienst „Game Pass“ erfreulich: Alle der gezeigten Titel werden von Anfang an für das Abo-Programm verfügbar sein - Abonnenten bekommen die Siele also gewissermaßen „kostenlos“.

teleschau

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