Gesichtserkennung „PimEyes“

„Umfassender Angriff auf die Anonymität“: Google und Facebook mahnen polnische Bildsuchmaschine ab

Die die polnische Bildersuchmaschine PimEyes hat sich für seine Datenbank zur Gesichterkennung auf sozialen Netzwerken bedient - und wird nun abgemahnt.
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Die die polnische Bildersuchmaschine PimEyes hat sich für seine Datenbank zur Gesichterkennung auf sozialen Netzwerken bedient - und wird nun abgemahnt.

Die Bildersuchmaschine PimEyes hat sich für seine Datenbank zur Gesichtserkennung offenbar auf YouTube, Instagram und weiteren Portalen bedient.

Nach eigenen Angaben stehen biometrische Daten von rund 900 Millionen Gesichtern für die Suche zur Verfügung. Recherchen von netzpolitik.org zufolge sei das Konzept ein „umfassender Angriff auf die Anonymität“ - und „möglicherweise rechtswidrig“. Demnach gehen nun unter anderem Google und Facebook rechtlich gegen PimEyes vor und mahnen das polnische Unternehmen ab. Auch TikTok plane dem Bericht zufolge ähnliche Schritte, Twitter behalte sich diese vor.

Ein Sprecher von Google bestätigte gegenüber dem „Spiegel“ entsprechende Maßnahmen und begründete dies mit „Verletzungen der Nutzungsbedingungen“. Laut den Regeln auf YouTube ist es verboten, Daten auf der Plattform zu sammeln, welche die Identifikation von Personen ermöglichen. Auch Facebook habe demnach eine Unterlassungserklärung verschickt, zudem die Profile der Plattformgründer sowie alle Accounts von PimEyes auf Facebook und Instagram gesperrt.

PimEyes hingegen streitet die Vorwürfe ab. Man beziehe Daten nur aus öffentlich zugänglichen Quellen. Das gleiche Argument verwendete vor rund vier Monaten das US-Unternehmen Clearview A. I. Damals wurde öffentlich, dass das Startup bereits drei Milliarden Fotos für seine Bilddatenbank auf sozialen Netzwerken gesammelt hatte. Clearview A. I. arbeitet mit zahlreichen Polizeibehörden in den USA, aber offenbar auch in Europa zusammen.

teleschau

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