Cloud-Dienste

PS5 und Switch in „Fehlposition“: Xbox-Chef sieht größte Konkurrenz in Google und Amazon

Obwohl man bei Microsoft scheinbar vor allem an die Games-Cloud glaubt, schickt man mit dem neuen Xbox-Modell Series X Ende des Jahres eine neue Konsolengenerations ins Rennen.
+
Obwohl man bei Microsoft scheinbar vor allem an die Games-Cloud glaubt, schickt man mit dem neuen Xbox-Modell Series X Ende des Jahres eine neue Konsolengenerations ins Rennen.

Microsofts Xbox-Chef Phil Spencer polarisiert gerne - aktuell mit einer Aussage über die nähere Gaming-Zukunft: Obwohl der Windows-Konzern Ende des Jahres mit der Xbox Series X eine neue Konsolengeneration auf den Markt bringt, glaubt Spencer offenbar daran, dass Spiele sehr bald in erster Linie aus der Cloud kommen - wie bei Google Stadia der Fall..

Diesen oder vergleichbare Dienste macht Spencer deshalb als Haupt-Widersacher seines eigenen Angebots aus - nicht etwa Sony und seine PlayStation 5. Die sieht der Manager - ebenso wie Nintendo mit der Switch - in einer „Fehlposition“. Selber habe man dagegen eine runde Milliarde in den Ausbau der eigenen Cloud-Lösung investiert. Weiterhin spricht er sich für das Gaming über System-Grenzen hinaus aus: „Ich will nicht über Formate streiten, während Amazon und Google sich darauf konzentrieren, ihre Spiele sieben Milliarden Menschen auf der Welt zugänglich zu machen“, so Spencer.

Damit bezieht sich der Xbox-Boss vermutlich auf die Aussage eines Google-Sprechers, der vor einigen Monaten vollmundig ankündigte, nicht nur - wie bei den Konsolenherstellern üblich - Dutzende Millionen, sondern gleich mehrere Milliarden Kunden erreichen zu wollen. Vorstellungen, die vermutlich von den digitalen Dienstleistungs- und Youtube-Erfahrungen des Konzerns herrühren, aber im klassischen Anwendungsbereich mehr als ambitioniert sind. Zum Vergleich: 2019 belief sich die Zahl aktiver Netflix-Kunden auf knapp 170 Millionen - von seiner PS4 wiederum hat Hersteller Sony aktuell knapp 109 Millionen Einheiten verkauft.

Ominöser Schlitz auf der Xbox-Rückseite

Dass Microsoft vom kurzfristigen Siegeszug des Cloud-Gamings überzeugt ist, darf allerdings bezweifelt werden - immerhin platziert man bald mit der nächsten Xbox ein eigenes, klassisches System am Markt. Blu-ray-Lauwerk inklusive. Allerdings ist eine Anbindung der Konsole an die Cloud-Strukturen des Konzerns denkbar.

Nicht ganz geklärt ist die Funktion eines seltsamen, schmalen Schlitzes auf der Rückseite des schwarzen Mini-Monolithen: Ein Anschluss ist die Aussparung vermutlich ebenso wenig wie ein Eingang für SD-Karten. Jetzt hat der Microsoft-Insider-Blog „Thurrot“ den Schlitz allerdings als möglichen Schacht für die Einführung von CF-Express-Karten ausgemacht: Die Speicherkarten sind größer als SD-Cards und ermöglichen dank PCI-Express-Schnittstelle eine deutlich fixere Datenübertragung, sind allerdings fast schon unverschämt teuer. Für ein Exemplar mit läppischen 128 GB werden schnell 250 Euro fällig, für 512 GB sind es sogar bis zu 600.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare