Die populärsten Streamer

Streaming-Stars: Das sind die 5 wichtigsten Twitcher Deutschlands

Jens Knossalla, bekannt als Knossi, ist einer der Könige unter den Streamern.
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Jens Knossalla, bekannt als Knossi, ist einer der Könige unter den Streamern.

RTL hat einen neuen Late-Night-Talker: Jens „Knossi“ Knossalla. Der Volldampfplauderer entspringt einer neuen Riege von Selfmade-Promis, die auf Streaming-Plattformen wie Youtube und Twitch groß wurden und ein Millionenpublikum erreichen. Die wichtigsten fünf werden hier vorgestellt.

Selbstdarsteller als Beruf oder Stars einer neuen Ära? Streamer und YouTuber wurden lange unterschätzt, stehen aber mittlerweile im öffentlichen Rampenlicht, wie es früher nur Stars aus der Musikbranche, Film und Fernsehen taten. Auf ihren eigenen Kanälen in den Sozialen Medien begeistern sie Millionen Fans und Follower - und brauchen dazu keinen Fernsehsender mehr. Aber wer sind die fünf derzeit wichtigsten deutschsprachigen Streamer?

Platz 5: Gronkh

Streamer-Ruhm ist schnell vergänglich. Wenn einer jedoch Fuß gefasst hat, dann er: Erik Range aus Braunschweig. Bekannt unter dem Alias Gronkh ist er schon seit über zehn Jahren eine feste Größe in der Streaming-Landschaft, weshalb man ihn durchaus als Urgestein der deutschen YouTube- und Twitch-Community bezeichnen kann. Aktuell folgen ihm über 1,3 Millionen User bei Twitch.

Was ihn hervorhebt: Gronkh war selbst Spiele-Entwickler und professioneller Spieletester. Als Streamer schlägt sein Herz für Multiplayer-Games. Unter anderem ist er in „Minecraft“ zuhause. Auch mit seinem karitativen Engagement macht Gronkh, gemeinsam mit Twitch-Kollegen wie PietSmiet, von sich reden: Die Spenden des jährlichen Charity-Streams „Friendly Fire“ kommen sozialen Einrichtungen zugute.

Der grauen Eminenz der Streaming-Szene zollen mittlerweile die Spielemacher selbst Tribut - mit Sprecherrollen in den deutschen Fassungen zahlreicher Computerspiele, zuletzt „Cyberpunk 2077“. Zu hören ist er aber auch in Kinofilmen wie „Lego Batman“.

Platz 4: Rewinside

Sebastian Meyer ist in der Streaming-Community bekannt - natürlich nicht unter diesem Namen, sondern als Rewinside. Seine Karriere startete mit Let's Play-Videos auf YouTube. Mittlerweile ist er auch auf Twitch mit über 1,4 Millionen Follower einer der großen Fünf- unter anderem mit Beiträgen zu „Minecraft“, „Fortnite“, „Valorant“, „Among Us“ und „GTA“.

Nebenbei ist Meyer auch als Musikproduzent tätig. Rewinsides Markenzeichen: emotionale Achterbahnfahrten. Er kann von der Gelassenheit einer Sonnenblume zur mangelnden Frustrationstoleranz eines Kleinkindes wechseln - je nachdem, ob er seinen Gegnern zeigt, wo es langgeht oder gnadenlos verliert.

Für Bekanntheit sorgte auch sein gemeinsam mit dem YouTuber Sarazar produziertes Charity-Event „Stream Me Up“, bei dem zahlreiche Content-Creator vorgestellt wurden und Geld für den guten Zweck gesammelt wurde. Wenn es um Popularität geht, liefert sich Rewinside ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Streaming-Urgeistein: Rewinside hat zwar weniger Zuschauer, dafür aber mehr Follower als „Papa“ Gronkh.

Platz 3: Knossi

Wenn es um die reine Reichweite geht, ist Jens Knosalla alias Knossi zwar nicht der König der Streamer. Trotzdem reichen seine 1,5 Twitch-Follower bei Twitch und sein Selbstvertrauen aus, um sich selbst die Krone aufs Haupt zu setzen. Zum Durchbruch verhalfen dem 34-Jährigen seine Casino-Streams. Er filmte sich beim Zocken von Online-Glücksspielen und fand durch seine geradezu überdreht-ekstatischen Jubeleinlagen ein Publikum.

Die größte Reichweite erzielte Knossi später mit einem anderen Konzept. Streaming-Specials mit prominenten Kumpels sorgten für Rekord-Zuschauerzahlen bei Twitch. Unter anderem veranstaltete man ein Angel-Camp, das Horror-Camp zu Halloween und das obligatorische Weihnachtscamp. Rapper Sido, Manny Marc und der YouTube-Kollege UmsympathischTV standen dabei an Knossis Seite.

Angesichts des erreichten Millionenpublikums wurde auch ein klassischer TV-Sender auf „King Knossi“ aufmerksam. Deshalb bekommt er nun die Chance, sich auch um das klassische TV-Publikum verdient zu machen. Die zuvor nur auf der RTL-Streaming-Plattform TVNOW gezeigte Show „Täglich frisch geröstet“ läuft ab Dienstag, 26. Januar, nun auch im Spätprogramm von RTL - mit Knossi als Gastgeber. Für Jens Knosalla allerdings kein völliges Neuland: Knossis erste öffentliche Auftritte hatte er in Daily-Soaps und Reality-Shows im linearen Fernsehen. Besonders an seinen Sieg bei der Castingshow „Pokerstars sucht das Pokerass“ (ProSieben) erinnern sich viele.

Damit nicht genug: Jens Knosallas 2020 erschienene Autobiografie „Knossi. König des Internets. Über meinen Aufstieg und Erfolg als Streamer“ ist gerade weit oben in den Sachbuch-Bestseller-Listen zu finden. Doch auch dieser Streaming-König wurde bereits von Twitch gesperrt, wenn auch nur für ein paar Tage. Der Auslöser waren Vorwürfe, Knossi würde Geld von Anbietern bekommen, um mit seinen Casino-Streams junge Zuschauer zum Glücksspiel zu verleiten. Ein anderer Late-Night-Moderator hatte auf das Thema aufmerksam gemacht: Jan Böhmermann. Nach dessen TV-Beitrag reagierte Twitch mit dem Bann.

Knossi gelobte Besserung und erklärte: „Ich habe mir viel, viel Gedanken gemacht. Ich will einfach mit gutem Gefühl irgendwann von dieser Welt gehen und deswegen hab ich mich entschieden: Es wird ab diesem Jahr auf diesem Kanal keine Casino-Streams mehr geben.“ Skeptiker fragen sich, ob wirklich späte Einsicht dahinter steckt, eine Klausel im RTL-Vertrag oder Angst vor weiteren Sanktionen durch Twitch.

Platz 2: Trymacs

Für einen Popstar unter den Streamern wäre Maximilian Alexander Curt Stemmler ein etwas zu komplizierter Name. Wesentlich griffiger klingt Trymacs . Unter dem Namen folgen ihm auch seine über zwei Millionen Twitch-Fans. Auf Twitter bekennt er sich selbstironisch zu seinen vermeintlich mangelnden Fertigkeiten und beschreibt sich als „YouTuber/Streamer ohne Skill“.

Seine ersten Gehversuche in der Welt der digitalen Prominenz machte Trymacs mit dem Mobile-Game „Clash Royale“. Später verband man seinen Namen mit dem „Fortnite“-Hype. Auch „Minecraft“, „FIFA 21“ und „CoD: Cold War“ zählen zu seinen Favoriten. Dass er den Publishern und Studios nicht nach dem Mund redet, sondern den Mut hat, Kritik zu äußern, bewies er mit einem aufsehenerregenden Experiment. Der Plan: seinen Followern demonstrieren, dass sie möglicherweise viel Geld in den Sand setzen, wenn sie in der Fußballsimulation „FIFA“ sogenannte „FIFA Points“ mit echtem Geld kaufen. Damit lassen sich wiederum in einem populären Modus namens „FIFA Ultimate Team“ digitale Sammelkarten von Spielern erstehen, die dann im eigenen Dreamteam auflaufen. Tymacs' Streams zeigten, dass der Plan, eine Traum-Mannschaft aufzubauen, kaum realisierbar war, weil man viel zu selten die erhofften Karten erhielt. „Wahrscheinlichkeiten wie beim LOTTO-Spielen“ und „kranke Abzocke“, feuerte Trymacs gegen die Masche von Publisher EA.

Platz 1: MontanaBlack

Von Marcel Eris aus Buxtehude hat wohl kaum jemand bislang gehört. Als MontanaBlack ist er jedoch aktuell der Superstar in der deutschsprachigen Streamer-Community. Trotz mitunter kontroverser Auftritte ist er mit Abstand der reichweitenstärkste Streamer im Land. Über 3,3 Millionen User folgen ihm allein auf der zu Amazon gehörenden Streaming-Plattform Twitch. Seine Steckenpferde: „FIFA 21“, „Call of Duty: Warzone“, „Fortnite“.

Zu Beginn seiner Laufbahn widmetete er sich noch vornehmlich einem anderen Thema: In YouTube-Vlogs machte er auf die Gefahren von Drogenabhängigkeit aufmerksam. 2019 erschien schließlich seine Biografie „MontanaBlack: Vom Junkie zum YouTuber“.

Nicht nur darin nimmt MontanaBlack kein Blatt vor den Mund, sondern auch in seinen Streams. Während die einen seine Authentizität feiern, eckt er bei den anderen an. Bisweilen auch bei der Hand, die ihn füttert: Twitch verbannte seinen deutschsprachigen Regenten bereits mehrmals. Unter anderem, weil er im Malta-Urlaub vor laufender Kamera sexistische Bemerkungen über weibliche Passanten machte, die er zudem ungefragt filmte. Das hatte einen Monat Sendepause zur Folge. Dass er an anderer Stelle seine liebste Sexstellung thematisierte, führte später erneut zu einem Bann. Diesmal allerdings nur für drei Tage.

teleschau

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