Games-Streaming

Stadia hat Hitzewallungen

Sollte eine potente Spielspaß-Kombi werden, leidet aktuell aber unter ernsthaften Startschwierigkeiten: der Inhalt der Stadia-„Founder&#39s Edition“, bestehend aus Stadia-Controller und Google-Chromecast. Der für den TV-Genuss gedachte USB-Gongle überhitzt beim mehrstündigen Stadia-Konsum offenbar erheblich.
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Sollte eine potente Spielspaß-Kombi werden, leidet aktuell aber unter ernsthaften Startschwierigkeiten: der Inhalt der Stadia-„Founder's Edition“, bestehend aus Stadia-Controller und Google-Chromecast. Der für den TV-Genuss gedachte USB-Gongle überhitzt beim mehrstündigen Stadia-Konsum offenbar erheblich.

Noch ein Rückschlag für Googles neuen Gaming-Dienst Stadia: Ursprünglich sollte die Gaming-Plattform das Content-Streaming nach Netflix-Vorbild auch im Games-Bereich endlich salonfähig machen.

Doch seit dem Start am 19. November häufen sich Problemberichte über ausbleibenden Features und andere Kinderkrankheiten.

Hinzu gesellen sich jetzt offenbar Schwierigkeiten mit dem „Chromecast“: Der USB-Dongle wurde zusammen mit der speziellen, für Vorbesteller reservierten „Founder's Edition“ des Systems ausgeliefert, die Google kürzlich durch die ähnlich gestrickte „Premiere Edition“ ersetzte. Aktuell ist der Chromecast die einzige Möglichkeit, den Spielgenuss per Stadia ins Heimkino zu integrieren und Games mit Dolby-Digital-Raumklang zu genießen.

An sich kein Problem, würden sich nicht immer mehr User darüber beschweren, dass ihr Chromecast nach mehrstündigen Gaming-Sessions abstürzt und sich von selber abschaltet, außerdem ist von einer extremen Überhitzung des Geräts die Rede. Google dagegen widerspricht den Ausführungen der User in einer Stellungnahme: Es gäbe keine Überhitzungsprobleme. Man habe den Chromecast vorher ausgiebig getest.

Der Todesstoß für das System?

Viele User bezeichnen das Problem etwas verfrüht als „Todesstoß“ für das System. Tatsächlich kämpft Google zum Start seines Dienstes angeblich mit überraschend geringem Interesse seitens der Gamer-Community. Zumindest behauptet das der bekannte Journalist und Branchen-Insider Jason Schreier von Kotaku.com. Der will erfahren haben, dass die Vorverkäufe der angeblich ausverkauften „Founder's Edition“ weit hinter den Erwartungen des Konzerns zurückgeblieben wären - scheinbar aufgrund des umstrittenen Preismodells, bei dem selbst Pro-Abonnenten des Dienstes die Nutzungsrechte für Spiele zum Vollpreis erstehen müssen.

Einzige Ausnahme von dieser Regel ist bisher Bungies Multiplayer-Shooter „Destiny“: Der kann von Pro-Kunden auch ohne zusätzlichen Aufpreis gespielt werden. Anhand des Online-Games lässt sich offenbar recht gut messen, wie viele Spieler den Dienst nutzen. Laut dem Tracking-Dienst „Charlemagne“ haben sich in den letzten Tagen nur ungefähr ein Prozent aller „Destiny 2“-Spieler über Stadia eingeloggt. Außerdem ist das Gros dieser Nutzer wohl nicht im Multiplayer-, sondern im Offline-Modus „Player vs. Environment“ unterwegs. vermutlich, weil bei derart geringen Spielerzahlen im Mehrspieler-Betrieb kein ordentliches Matchmaking möglich ist. Das heißt, dass sich entweder gar keine ausreichend großen Gruppen zusammenfinden - oder nur jene, bei denen die Spieler wegen zu großer Level-Diskrepanzen nicht richtig zueinander passen.

Auch von Marktforschungs-Seite sehen die Stadia-Zahlen bisher nicht rosig aus: So hat das Unternehmen „Sensor Tower“ laut Gamesindustry.biz geschätzt, dass die Stadia-App für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets bisher nur rund 175.000 mal installiert wurde - vor allem Android-User (etwa 90,7 Prozent) haben wohl zugegriffen. Ein Umstand, der darauf zurückgehen könnte, dass die App dort merklich früher zum Download bereitstand als bei iOS-Geräten und mobiles Spielen vorerst auf Google-Pixel-Smartphones beschränkt ist.

teleschau

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