Fauxpas

Rezept geklaut? Star-Autor John Boyne kocht unwissentlich mit „Zelda“-Zutaten

Im Switch-Spiel "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" kann Held Link verschiedene Zutaten jagen, erkämpfen und sammeln, um daraus potente Mixturen zu erschaffen. Der Autor von "Der Junge im gestreiften Pyjama" hat sich davon - offenbar unabsichtlich - inspirieren lassen.
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Im Switch-Spiel „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ kann Held Link verschiedene Zutaten jagen, erkämpfen und sammeln, um daraus potente Mixturen zu erschaffen. Der Autor von „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat sich davon - offenbar unabsichtlich - inspirieren lassen.

Früher wurden Videospiele vor allem von anderen, länger etablierten Medienformen beeinflusst, aber seit mehreren Jahren wird immer häufiger umgekehrt ein Schuh draus - dann drücken Games anderen Entertainment-Formen ihren Stempel auf.

Filme, TV-Serien, Comics und Bücher rund ums Spiel sind keine Seltenheit mehr.

Dass Games aber auch in anspruchsvoller Literatur Erwähnung finden, ist recht neu. So geschehen in „A Traveller a the Gates of Wisdom“ - dem neuen Buch des irischen Autoren John Boyne, der vor allem für seinen Welt-Bestseller „Der Junge im gestreiften Pyjama“ bekannt ist.

Ungewöhnlicher Mix fürs Färbemittel

In dem outet sich Boyne entweder als echter Nerd oder schlechter Google-Nutzer, indem er - quasi beiläufig - ein Rezept aufführt, das passionierten Nintendo-Gamern sofort ins Auge fallen dürfte: Auf einer Seite beschreibt ein Charakter der historisch inspirierten Geschichte, welche Zutaten er für die Herstellung von Textilfarbstoffen verwendet. Darunter finden sich neben zunächst wenig aufregenden Zutaten wie Pfeffer der „Schwanz eines roten Lizalfos“ sowie „vier hylianische Pilze“.

Ja, richtig gelesen: Beide Zutaten sind Ingredienzien aus Nintendos Switch-Spiel „Zelda: Breath of the Wild“, die Held Link in seinem Lagerfeuer-Kessel köcheln darf, um Tränke oder nahrhafte Wegzehrung zu produzieren. Unwahrscheinlich, dass die Protagonisten von Boynes sich über mehrere Epochen erstreckenden Geschichte zu irgendeinem Zeitpunkt Zugriff auf genau diese Zutaten hatten.

Vielleicht ist der Star-Autor aber auch einfach nur Opfer von verdammt gutem SEO geworden. Bei der Internetsuche nach Rezepten oder Herstellungsmethoden landet man unwissentlich schnell in Wikis zu Videospielen. Und auch Boyne scheint die „Zelda“-Verbindung erst spät aufgefallen zu sein: „LOL, das ist eigentlich ein bisschen komisch“, twitterte er und legte nach: „Jemand erinnerte mich daran, 'Zelda“ als Quelle in der Printausgabe des Buchs zu nennen."

teleschau

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