„Unnötige Verschwendung“

Online-Händler nehmen jährlich 20 Millionen Produkte zurück - und werfen sie weg

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Online-Retouren zu vernichten , sei oftmals viel günstiger, als sie zu verwerten, kritisieren die Autoren der Studie.

Shoppen wie im Laden: Einfach zu Hause ausprobieren und bei Nichtgefallen kostenlos zurückschicken.

Was für Kunden komfortabel ist, führt zu erschreckenden Ergebnissen. Wie eine Forschungsgruppe der Universität Bamberg nun vorrechnet, nahmen Online-Händler wie etwa Amazon allein im letzten Jahr 20 Millionen Artikel zurück und entsorgten sie.

Demnach handelt es sich hauptsächlich um Kleidung, aber auch andere Produkte wie etwa Elektro-Artikel oder Möbel. Immerhin rund 7,5 Millionen Artikel hätten gespendet oder wenigstens wiederverwertet werden können, so die Wissenschaftler. Der Leiter der „Forschungsgruppe Retourenmanagement“, Björn Asdecker, kritisierte die Praxis der Online-Händler als „unnötige Verschwendung“.

Entsorgung „oftmals alternativlos“

Der Hauptgrund dieser erschreckenden Bilanz liegt wie so oft beim Preis: Laut den Forschern koste es durchschnittlich nur 85 Cent, einen zurückgeschickten Artikel zu entsorgen. Dies sei viel billiger, als ihn zu verwerten. Schlimmer noch: Etwa die Hälfte der Produkte könne gar nicht wiederverwertet werden.

Eine Entsorgung sei „oftmals alternativlos“, heißt es in der Studie. Ein Verbot sei daher auch sinnlos - besser sei etwa ein „Nachhaltigkeits-Siegel“ oder auch ein Verzeichnis von Spendenempfängern. Zudem, so die Forscher, müsse der „Fehlanreiz“ Entsorgung beseitigt und entsprechend verteuert werden.

teleschau

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