„Wasteland 3“ im Test

Ödland-Odyssee für Rollenspiel-Retros

Für "Wasteland 3" wagen sich die Ranger von der Sand- in die Eiswüste.
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Für „Wasteland 3“ wagen sich die Ranger von der Sand- in die Eiswüste.

Rundenkämpfe, viel Charakter-Entwicklung und eine schräge Story, die zur Mitgestaltung einlädt: „Wasteland 3“ setzt auf alte Rollenspiel-Tugenden und bringt das Genre dabei weiter als so mancher Blockbuster.

2014 haben Rollenspiel-Urgestein Brian Fargo und seine Firma InXile den Rollenspiel-Klassiker „Wasteland“ fortgesetzt - nach über 25 Jahren Pause. Ein Kunststück, das nur mithilfe der Community gelingen konnte: „Wasteland 2“ gehörte zu den ersten großen Games-Erfolgsgeschichten auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

Jetzt präsentiert das auf Rollenspiel-Revivals spezialisierte Studio den Nachfolger: Obwohl man „Wasteland 3“ deutlich ansieht, dass es mit mehr Budget entstanden ist als der Vorgänger, bleibt sich InXile treu - denn man weiß genau, was die traditionell ausgerichteten Fans erwarten.

Anspruchsvolle Kost für Traditionsbewusste

Von ausufernden Zug-um-Zug-Gefechten über weit verzweigte Fähigkeiten-Bäume und eine komplexe Charakter-Entwicklung bis hin zu komplexen Multiple-Choice-Dialogen bietet „Wasteland 3“ alles, was Rollenspieler mit Retro-Ambitionen schätzen.

Noch wichtiger als die knackschweren Rundenkämpfe ist aber das Mitbestimmungsrecht beim Verlauf der skurrilen bis schrägen Geschichte: Ob es nun darum geht, einem alten „Wasteland“-Patriarchen im Kampf gegen seine psychopathischen Sprösslinge beizustehen oder den digitalisierten Geist von Ronald Reagan auf den Körper eines Menschen zu übertragen: Die Entscheidungen des Spielers und seiner bis zu sechsköpfigen Helden-Truppe haben Einfluss darauf, wie sich die Story weiter entfaltet und welche Fraktionen daran beteiligt sind.

Wer kein Problem damit hat, sich in ein umfangreiches Regelwerk einzuarbeiten oder zugunsten von vielschichtigem Gameplay auf viel visuelles Drumherum zu verzichten, der ist hier genau richtig: Mit „Wasteland 3“ belebt InXile eine Rollenspiel-Ära wieder, die im Zeitalter über-produzierter Blockbuster und Action-Rollenspiele viel zu lange in Vergessenheit geraten ist.

teleschau

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