Epic Games vs. Apple

Microsoft stärkt Epic Games den Rücken, Apple veröffentlicht Mail-Verkehr mit Tim Sweeney

Der Kampf Epic vs. Apple droht völlig zu eskalieren und andere App-Anbieter zu schädigen.
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Der Kampf Epic vs. Apple droht völlig zu eskalieren und andere App-Anbieter zu schädigen.

Mitte August hat Epic Games nicht nur einfach einen Streit mit Apple und Google vom Zaun gebrochen - der „Fortnite“-Anbieter zettelte in einem waghalsigen PR-Stunt eine Revolution gegen die Tech-Giganten und ihre strengen App-Store-Regeln an..

Im Kern geht es darum, dass Apple und Google bei jeder Transaktion - sei es beim Erwerb von Spielen, Filmen, Musikalben oder eben auch In-App-Käufen - die Hand aufhalten und 30 Prozent Provision abgreifen, gleichzeitig aber alternative Zahlungsmethoden ausschließen.

Epic Games wollte eine solche alternative Zahlungsmethode innerhalb der „Fortnite“-App etablieren - und hat dabei bewusst die Konfrontation gesucht. Das Ergebnis: Der populäre Battle-Royale-Shooter wurde aus den Stores verbannt, Epic konterte mit Häme in Videoform und einer vorbereiteten Klage gegen Apple.

Das Imperium schlägt zurück

Daraufhin ließ Apple die Muskeln spielen und drohte Epic - sofern der Entwickler nicht willens ist, die alternative Zahlungsweise aus der „Fortnite“-App zu entfernen - Ende August mit einem Rausschmiss aus dem Apple Developer Programm. Was harmlos klingt, könnte massive Folgen haben. Denn die von Epic zur Verfügung gestellte „Unreal Engine“ ist eine der meist verbreiteten Grafik-Gerüste und findet in zahlreichen Titeln Verwendung.

Ohne Zugang zu Apples Entwicklerprogramm sei man nicht mehr in der Lage, Software für Apple-Plattformen zu entwickeln, schreibt Epic Games in einem Eilantrag, der eine einstweilige Verfügung gegen Apple erwirken sollte. Weiter heißt es darin: Das wäre eine „existenzielle Bedrohung“ und „Katastrophe“ für das Geschäft mit der Spiele-Engine, die von „mehreren Millionen“ anderen Entwicklern als Basis verwendet wird. Apple nutze diesen Umstand als Druckmittel und zur „Vergeltung“.

Apple wiederum teilte gegenüber US-Medien indes mit: Epic Games habe „das Problem selbst geschaffen“ und könne es ebenso „leicht“ wieder ausräumen: durch ein Update, das den App-Store-Regeln entspreche. Man sei jedoch nicht gewillt, eine Ausnahme zu machen, um Epics „Geschäftsinteressen über die Regeln zu stellen, die unsere Kunden schützen“.

Dabei beruft sich Apple nicht nur auf die hohen Sicherheitsstandards des App-Stores, die für alle gelten, sondern veröffentlichte auch einen E-Mail-Austausch mit Epics Chef Tim Sweeney, der eine Umstrukturierung des gesamten App-Stores und größere Einnahmen für die Entwickler forderte. Weiter schrieb er drohend: „Wenn Apple sich stattdessen dafür entscheidet, Strafmaßnahmen zu ergreifen, indem es den Zugang der Verbraucher zu 'Fortnite' oder bevorstehenden Aktualisierungen blockiert, dann wird Epic bedauerlicherweise an einer Vielzahl von Fronten - kreativ, technisch, geschäftlich und rechtlich - mit Apple in Konflikt geraten, solange es dauert, Veränderungen herbeizuführen - wenn nötig über viele Jahre.“ Sweeney bezeichnete den Auszug als irreführend und verwies via Twitter auf seine Forderung, die Regeln für alle Anbieter zu ändern.

Microsoft schaltet sich ein

Rückendeckung erhielt Epic währenddessen von Microsoft: In einem Gerichtsdokument weist das Unternehmen aus Redmond als erster große Spielehersteller auf die Probleme hin, die nach dem Support-Ende der „Unreal Engine“ auf Entwickler zukommen könnten und erklärte diese zu einer „unverzichtbaren Technologie“, die auch im hauseigenen „Forza Street“ zum Einsatz kommt. Ohne offiziellen Support unter iOS und macOS müsste Microsoft seine Kunden auf diesen Plattformen aufgeben. Ein Umstieg auf eine andere Plattform wäre schlicht zu teuer.

Konkrete Forderungen enthält das Microsoft-Schreiben nicht, aber es untermauert die Argumentation von Epic, den Streit um die Bezahlmöglichkeit in „Fortnite“ vom Kerngeschäft mit der „Unreal Engine“ zu lösen, die gegen keine der Apple-Regeln verstoße. Vorläufiger Höhepunkt der Auseinandersetzung dürfte der 26. August werden: Dann will Apple Epics Zugang sperren.

teleschau

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