Corona-Pandemie

Menschen als „Packeinheiten“ missbraucht: Hochrangiger Amazon-Manager kündigt aus Protest

Logistikzentrum in Brieselang: Ein hochrangiger Manager hat Amazon nun verlassen - wegen des Umgangs des Unternehmens mit Mitarbeitern.
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Logistikzentrum in Brieselang: Ein hochrangiger Manager hat Amazon nun verlassen - wegen des Umgangs des Unternehmens mit Mitarbeitern.

Amazon sorgt während der Corona-Pandemie aus mehreren Gründen für Schlagzeilen - meist steht der IT-Riese dabei nicht gut da.

Vor allem der mangelnde Schutz der Mitarbeiter in den zahlreichen Logistikzentren wird immer wieder kritisiert. Unter anderem deshalb hat ein hochrangiger Manager Amazon nun verlassen - und scharfe Kritik an dem Tech-Riesen geübt.

Der Vizechef der Cloud-Sparte „Amazon Web Services“ (AWS), Tim Bray, stellt seinem ehemaligen Arbeitgeber gleich aus mehreren Gründen ein schlechtes Zeugnis aus. Bray kritisiert in einem Blogbeitrag den Umgang mit Mitarbeitern, die wiederholt bessere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus gefordert hatten. Das Unternehmen, so Bray, betrachte seine Logistikmitarbeiter eher als „Einsammel- und Packeinheiten“ denn als Menschen. Auch Arbeitnehmenr, die bessere Klimaschutzmaßnahmen von ihrem Arbeitgeber forderten, seien nicht etwa als progressiv anerkannt, sondern stattdessen mit Entlassung bedroht worden.

Bray prangert vor allem die Entlassung von Amazon-Mitarbeitern an, die öffentlich auf die verängstigte Belegschaft aufgrund der Corona-Pandemie aufmerksam machten. Als zuletzt zwei in dieser Sache engagierte Mitarbeiter gefeuert wurden, sei er schließlich durchgedreht, schreibt Bray. Demnach seien die Gründe für deren Kündigung „lächerlich“. Jedem sei klar gewesen, dass sie wegen „Whistleblowing“ gefeuert wurden - auch aufgrund einer generell im Unternehmen bestehenden „Toxizität“. Bray schreibt weiter, dass er als führender Mitarbeiter Entscheidungen hätte mittragen müssen, die er ablehne - so entschied sich, das Unternehmen zu verlassen.

teleschau

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