Crucible

Mega-Flop: Amazons Online-Shooter „Crucible“ wird eingestellt

Amazons Gaming-Debüt scheitert grandios: "Crucible" wird eingestampft.
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Amazons Gaming-Debüt scheitert grandios: „Crucible“ wird eingestampft.

Oft scheitern Gaming-Projekte an Zeitdruck oder einem zu kleinen Budget.

Beides kann nicht der Grund sein, warum der Onlinehandel-Gigant Amazon mit seinem ersten großen Gehversuch in der Gamingbranche grandios scheiterte. In das Projekt „Crucible“ wurden sechs Jahre Entwicklungszeit und viele Millionen Dollar investiert. Trotzdem steht der Free-2-Play-Shooter nur wenige Monate nach dem Start vor dem endgültigen Aus: Am 9. November werden bei den Servern für immer die Stecker gezogen. Bereits davor soll das Matchmaking deaktiviert werden.

Im offiziellen Blog playcrucible.com bedankten sich die Macher für die Loyalität der Spieler, die dem Titel bis zum bitteren Ende die Treue hielte. Doch das Fazit ist unmissverständlich: „Wir sahen keine gesunde, nachhaltige Zukunft mehr.“ Für Beobachter keine Überraschung, sondern ein Ende mit Ansage: Bereits der Start Ende Mai verlief nicht so, wie sich die erfolgsverwöhnten Strategen von Amazon das vorgestellt haben.

Kritiker bemängelten unter anderem das Balancing des Online-Shooters. Die Spielerzahlen schrumpften nach der anfänglichen Neugier von 10.000 gleichzeitigen Spielern auf 1.000. Am Ende waren die Zahlen nur noch dreistellig. Zum Vergleich: Bei Shooter-Dauerbrennern wie „Counter-Strike: GO“ tummeln sich bisweilen 900.000 Gamer gemeinsam auf den Servern.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Das Endgültige Ende für das Millionengrab erscheint auf den ersten Blick überraschend, doch schon zu Beginn entschied sich Amazon aus Angst vor dem leisten Tod des Projekts zu radikalen Schritten: Um konkurrenzfähig zu werden, wurde das mit Relentless Studios entwickelte „Crucible“ zunächst abgespeckt. Zwei von drei Spielmodi verschwanden, damit man sich ganz auf das wettbewerbsorientierte, teambasierte Herzstück „Heart of Hives“ konzentrieren konnte. Im Mai - also bereits nach nur zwei Monaten - wurde der Titel dann wieder in den Status der geschlossenen Beta zurückversetzt. Sinn der Maßnahme: verbessertes Qualitätsmanagement. Doch auch dieser Schritt zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Nach dem Ende von „Crucible“ will Amazon allerdings nicht aufgeben, sondern aus den Fehlern lernen.

Das geplante MMO „New World“ soll im Frühjahr 2021 erscheinen. Die Mitarbeiter, die bisher mit „Crucible“ beschäftigt waren, sollen laut Firmenblog bei dessen Fertigstellung helfen. Auch weitere Spieleprojekte sind in der Pipeline, so Amazon. Einen Trost gibt es indes für Spieler, die Geld in „Crucible“ ausgegeben haben. Dieses wird laut Amazon auf Anfrage komplett erstattet. Je nachdem ob die Investition über Amazon oder Steam getätigt wurde, können Spieler das Geld beim Steam Support oder direkt bei Amazon zurückfordern.

teleschau

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