THQ und Koch Media

Marken-Switch: Tausche „Risen“ und „Sacred“ gegen „Painkiller“ und „Red Faction“

Gehört jetzt zum Marken-Fundus des österreichischen Spiele-Herstellers THQ Nordic: Die ursprünglich von Piranha Bytes entwickelte und über Deep Silver erschienene Rollenspiel-Reihe „Risen“. Im Bild: „Risen 3: Titan Lords“.
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Gehört jetzt zum Marken-Fundus des österreichischen Spiele-Herstellers THQ Nordic: Die ursprünglich von Piranha Bytes entwickelte und über Deep Silver erschienene Rollenspiel-Reihe „Risen“. Im Bild: „Risen 3: Titan Lords“.

Vor kurzer Zeit hat der österreichische Publisher und Aufkauf-Spezialist THQ Nordic das deutsche Traditionsstudio Piranha Bytes übernommen, das vor allem für die Rollenspiele aus den Reihen „Gothic“, „Risen“ und „ELEX“ bekannt ist.

Während die Publishing-Rechte an „ELEX“ und „Gothic“ ohnehin schon bei THQ liegen, hat sich der Hersteller jetzt auch noch „Risen“ einverleibt: Das dreiteilige Piraten-Rollenspiel wurde bisher von der Koch-Media-Tochter Deep Silver veröffentlicht und war von 2009 bis 2014 deren Strategie, um Fans der während dieser Zeit dysfunktionalen „Gothic“-Marke ins Netz zu locken.

Offenbar ist man bei THQ Nordic nun der Meinung, dass die drei ursprünglich von Piranha Bytes entwickelten Rollenspiel-Marken unter ein Publishing-Dach gehören - immerhin tragen sie allesamt die unverwechselbare Gameplay-DNA des in Essen ansässigen Studios. Ob „Gothic“ und „Risen“ zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Entwicklungs-Obhut ihrer Erfinder gegeben werden, ist allerdings fraglich: Aktuell dürfte die Spiele-Schmiede mit einem neuen „ELEX“-Teil vollauf beschäftigt sein, während ein neu gegründetes spanisches Studio an einem Remake des ursprünglich 2001 veröffentlichten ersten „Gothic“-Teils arbeitet.

Tausche Action-Rollenspiel gegen Ego-Shooter

Ebenfalls an THQ gingen die Markenrechte zu „Sacred“, die ebenso wie die Rechte an „Risen“ bei Deep Silver und Koch Media lagen. Anders als „Gothic“ ist die zweite große deutsche Rollenspielmarke kein Third-Person-Abenteuer mit Adventure-Anleihen, sondern ein lupenreiner „Diablo“-Klon. Der wurde ursprünglich vom „Patrizier“- und „Anstoss“-Erfinder Ascaron entwickelt und durch Take 2 vermarktet, für Teil zwei verpflichtete Deep Silver als neuer Hersteller das ebenfalls in Deutschland ansässige Team von Spellbound. Für den 2014 erschienenen dritten Teil saß Keen Games am Ruder, um die ehemalige Action-RPG-Serie in eine Art Kampfspiel zu verwandeln. Ein Experiment, das bei Fans und Kritikern auf wenig Gegenliebe stieß.

Außerdem wandern die weniger bekannten Spiele-Marken „Rush for Berlin“, „Second Sight“ und „Singles: Flirt up your Life“ von Koch Media zu THQ. Im Gegenzug erhält der deutsche Publisher aus Österreich die Ego-Shooter-Brands „Red Faction“ und „Painkiller“.

Geld fließt bei dem Deal offenbar keins, denn Deep Silver und Koch Media gehören seit 2018 beide zum schwedischen Medien-Konzern Embracer Group. Die Folgen des Tauschgeschäfts bleiben abzuwarten. Gut möglich allerdings, dass sich Fans bald auf brauchbare Fortsetzungen zu „Risen“ und „Sacred“ freuen dürfen, denn unlängst hat THQ ein besseres Händchen für die Entwicklung von Spielen bewiesen als Koch Media. Letztere sind vor allem auf den Vertrieb von Games spezialisiert.

teleschau

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