Battle-Royale-Shooter im Visier

Klage gegen Epic Games: Treibt „Fortnite“ seine Spieler in die Sucht?

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Hangelt sich Season für Season von Erfolg zu Erfolg: „Fortnite“ von Action-Profi Epic gehört aktuell zu den größten Multiplayer-Hits.

Dass Spiele-Hersteller wie „Fortnite“-Betreiber Epic ihre Multiplayer-Geschosse so tunen, dass Spieler damit so viel Zeit wie möglich verbringen und auch gerne mal den einen oder anderen Euro (respektive Dollar) für Ingame-Käufe springen lassen, ist kein Geheimnis.

Ebenso wenig dürfte die Erkenntnis überraschen, dass gerade Eltern der Multiplayer-wütigen Minderjährigen davon nicht besonders begeistert sind. Oder die Weltgesundheitsorganisation („WHO“), die sehr zum Unmut der Spiele-Branche vor einigen Monaten beschlossen hatte, Spielesucht in ihren Katalog offiziell anerkannter Krankheiten aufzunehmen.

Wirklich neu ist allerdings, dass jetzt auch die betroffenen Spieler selber gegen die Hersteller ihrer einstigen Lieblings-Games mobil machen: So haben gerade ein zehn- und ein 15-jähriger Gamer bei einem Gericht im kanadischen Montréal die Zulassung einer Sammelklage gegen den „Fortnite“-Hersteller beantragt. Ihr Vorwurf: Epic Games würde ganz bewusst auf süchtig-machende Spielmechanismen setzen, damit die User am Ball und zahlungswillig bleiben - und zwar mithilfe Künstlicher-Intelligenz-Algorithmen, die das Spielverhalten vermessen, auswerten und das Erlebnis dann entsprechend anpassen. Wie genau das funktioniert und ob an diesen Vorwürfen überhaupt etwas dran ist, weiß natürlich allein Epic - und ob die im Falle eines Verfahrens dazu gezwungen werden können, ihre diesbezüglichen Karten offen auf den Tisch zu legen, ist fraglich.

Ebenfalls fraglich ist, ob die beiden Jugendlichen auf eigenen Wunsch handeln oder ob sie von ihren Eltern dazu gedrängt wurden: Immerhin geben beide an, dass „Fortnite“ und ihre Weigerung, von dem Spiel abzulassen, zu erheblichen familiären Spannungen geführt hätte.

Die beiden mit dem Fall betrauten Anwälte arbeiten für die Kanzlei Calex Légal und wollen die Klage - falls es dazu kommen sollte - wohl in Kanada einreichen. Als Grund wurden vor allem die diesbezüglichen Geschäftsbestimmungen von Epic angeführt: Die sind zwar so gestrickt, dass sie derartigen Schwierigkeiten vorbeugen, aber die entsprechenden Klauseln sind in Kanada offenbar nicht wirksam.

teleschau

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