Konkurrenz für PlayStation, Xbox und Switch?

Google Games-Streaming-Dienst „Stadia“: Das müssen Sie zum Start wissen

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Hochauflösende Grafiken ohne teure Hardware zuhause: Die Spiele laufen bei Stadia auf Google-Servern und werden auf TV, PC, Laptops, Smartphones und Tablets gestreamt.

Google sagt dem Konsolen-Trio Sony, Microsoft und Nintendo den Kampf an - und startet seinen Cloud-Gaming-Dienst „Stadia“. Das Wichtigste kurz und kompakt.

Mit „Stadia“ will Internet-Riese Google den Games-Markt revolutionieren und verspricht Abonnenten seines Streaming-Services topaktuelle Spiele in bestmöglicher Qualität, setzt dafür aber keine teure Hardware voraus. Müssen Microsoft, Sony und Nintendo um ihre Vormachtstellung im Konsolenbereich fürchten? Wie funktioniert Stadia eigentlich, was kostet es und welche Nachteile hat das Cloud-Gaming-Angebot? Hier erfahren Sie alle wichtigen Infos.

Wie funktioniert Stadia?

Bei „Stadia“ werden die Spiele nicht auf einem Gerät des Nutzers installiert, sondern laufen auf äußerst leistungsstarken Google-Servern, die alle Berechnungen übernehmen und die Inhalte über das Netz an den User senden. Die Internet-Verbindung ist demnach ein entscheidender Faktor für die Qualität der Bild- und Tonsignale, die beim Spieler ankommen. Immerhin: Die Nutzer müssen sich keine Gedanken mehr um langwierige Installationen und Update-Routinen machen, die auf PC und Konsolen mittlerweile ein notwendiges Übel sind. In der Cloud ist stets alles auf dem neuesten Stand und sofort einsatzbereit.

Was sind die technischen Voraussetzungen?

Die wichtigste Voraussetzung für „Stadia“ ist eine stabile und schnelle Internetanbindung.

Google verspricht (entsprechendes Wiedergabe-Display vorausgesetzt) 4K-Auflösung, 5.1-Surround-Sound und 60 Bilder pro Sekunde schon ab einer Bandbreite von 35 MBit/s. Zehn MBit/s sind dagegen das empfohlene Minimum, bei dem sich die Qualität auf 720p-Auflösung und Stereo-Ton reduziert. Dazwischen gibt's Full-HD-Grafik. Ein Speed-Test auf der Stadia-Seite hilft bei der Entscheidungsfindung. Die übertragenen Datenmengen sind jedenfalls beachtlich: Pro Stunde fließen bei einer 4K-Übertragung rund 20 Gigabyte an Daten, bei 720p sind es laut Google immerhin noch 4,5 Gigabyte.

Auf Computern und Laptops können User nach der Registrierung „Stadia“ einfach über eine aktuelle Version des Chrome-Browsers von Google nutzen.

Mithilfe eines Chomecast Ultra, der an einen HDMI-Eingang eines Fernsehers angeschlossen wird, lässt sich „Stadia“ auch auf großen TV-Bildschirmen nutzen.

Zum Start läuft der Dienst ausschließlich auf den Google-Smartphones Pixel 3, Pixel 3a, Pixel 4 sowie den jeweiligen XL-Versionen über eine spezielle Stadia-App. Andere Handy- und Tablet-Modelle sollen erst spät unterstützt werden.

Wichtig: Über das Mobilnetz lässt sich „Stadia“ aktuell nicht nutzen! Die Geräte müssen allesamt im (W)LAN sein.

Wann startet Stadia?

Googles Cloud-Spieledienst Stadia, mit dem der Internet-Konzern gegen Konsolen und Gaming-PCs antritt, startet am 19. November 2019 in 14 Ländern, darunter auch Deutschland.

Allerdings erfolgt der Start in einzelnen Phasen: Ab 19. November können nur Vorbesteller der „Founder's Edition“ und Käufer der „Premiere Edition“ den Dienst nutzen. Erst in den Wochen danach wird „Stadia“ allgemein zugänglich sein - wenngleich nur in der kostenpflichtigen „Pro“-Variante.

Wie viel kostet Stadia?

Das monatliche Pro-Abonnement kostet rund 10 Euro. Dafür bekommt man bei entsprechender Bandbreite 4K-Streams mit 5.1-Sound und kostenlosen Zugriff auf Spiele in der Abo-Bibliothek. Zum Start sind das der Multiplayer-Shooter „Destiny 2“ inklusive aller Erweiterungen und das Beat'em Up „Samurai Showdown“.

Wichtig: Auch „Pro“-Abonnenten müssen alle anderen Spiele zum Vollpreis im Stadia Store hinzukaufen! Der Abo-Preis deckt quasi nur die technische Auslieferung in bestmöglicher Qualität ab. Endet das Abo, hat man auch keinen Zugriff

Das kostenlose Basis-Modell von „Stadia“, das Games-Streaming mit maximal 1080p-Grafik und Stereo-Sound bietet, startet erst 2020.

Welche Spiele sollen für Stadia erscheinen?

Bislang hat Google offiziell über 40 Spiele für Stadia bestätigt, zum Start sind jedoch nur 22 verfügbar - darunter Blockbuster wie „Assassin's Creed Odyssey“, „Just Dance 2020“, „Mortal Kombat 11“, „Tomb Raider“, „Rise of the Tomb Raider“ oder das Zugpferd „Red Dead Redemption 2“. Mit dem Grusel-Adventure „Gylt“ hat's sogar einen (zeitlich beschränkten) Exklusivtitel im Angebot.

Weitere Games wie „Borderlands 3“, „Grid“, „Metro Exodus“, „Football Manager 2020“ oder der „Landwirtschafts-Simulator 2019“ sollen noch in diesem Jahr folgen.

Mit Stadia Games and Entertainment hat Google sogar ein eigenes Studio unter der Leitung von Jade Raymond gegründet. Das Team soll nicht nur eigene Titel produzieren, sondern auch anderen Herstellern bei der Umsetzung ihrer Spiele für Stadia unter die Arme greifen.

Was sind die die „Founder's“ und „Premiere“-Edition?

Mit diesem Angebot lockte Google Vorbesteller: Die „Stadia Founder's Edition“ enthielt für 130 Euro einen in Nachtblau eingefärbten Stadia-Controller, einen Chromecast Ultra, drei Monate „Stadia Pro“-Mitgliedschaft für zwei Personen, die komplette „Destiny-2-Experience“ sowie die Möglichkeit, sich einen exklusiven User-Namen zu sichern.

Nachdem diese schnell vergriffen war, legte Google die „Premiere“-Editon nach: Diese bietet zum gleichen Preis „nur“ noch einen weißen Standard-Stadia-Controller, ein Chromecast Ultra sowie drei Monate „Stadio Pro“ für eine Person - ohne weitere Goodies.

Wie wird gesteuert?

Gesteuert werden „Stadia“-Titel auf Laptops unter anderem mit kompatiblen Controllern wie Xbox- oder PS4-Gamepads, Maus und Tastatur.

Für den Fernseh-Betrieb ist jedoch das rund 70 Euro teure Stadia-Pad in den Farben Just Black, Clearly White und Wasabi Green Pflicht: Das hat einen extra Capture- und „Google Assistant“-Button und verbindet sich per WLAN direkt über das Internet mit den Rechenzentren von Google, um Latenzen - sprich: Verzögerungen zwischen Eingabe und Bildschirmreaktion - so niedrig wie möglich zu halten. Außerdem verfügt er über Tasten mit Zusatzfunktionen.

Wer auf Smartphones und Tablets „Stadia“ nutzen möchte, muss das Stadia-Pad per Kabel mit dem jeweiligen Gerät verbinden. Ein Zubehörteil namens „The Claw“ (Die Klaue) soll das Spielen am Smartphone komfortabler machen.

Was ist Stadia Stream Connect und Crowd Play?

Dabei handelt es sich um exklusive Multiplayer-Features, die das Bildschirmgeschehen anderer Gamer als Bild im Bild einblenden oder per Knopfdruck Zuschauer in das aktuelle Spielgeschehen holen. Der Youtube-Stream des eigenen Spiels soll ebenfalls kinderleicht sein.

Auch plattformübergreifendes Gaming soll zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt werden. Beim Multiplayer-Shooter „Destiny 2“ bleiben Stadia-Spieler also zunächst unter sich.

teleschau

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