Spiele im Eigenbau

„Dreams“-Projekte als eigenständiges Produkt vermarkten

In Media Molecules Kreativ-Baukasten „Dreams“ schlummert erstaunliches Potenzial - aber um das zu entfesseln, muss man viel Zeit und Nerven investieren. Eine Investition, die sich aber nur lohnt, wenn man die derart erschaffenen Kunstwerke nicht von der Oberfläche entkoppeln und als eigenständiges Spiel vermarkten darf.
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In Media Molecules Kreativ-Baukasten „Dreams“ schlummert erstaunliches Potenzial - aber um das zu entfesseln, muss man viel Zeit und Nerven investieren. Eine Investition, die sich aber nur lohnt, wenn man die derart erschaffenen Kunstwerke nicht von der Oberfläche entkoppeln und als eigenständiges Spiel vermarkten darf.

Trotz großartiger Kritiken kommt der Spiele-Baukasten „Dreams“ von Media Molecule nicht so recht in die Gänge.

Zur Erinnerung: Das PS4-exklusive Programm ist eine erstaunlich mächtige, aber deshalb auch nur schwer zu bändigende Entwicklungs-Oberfläche, mit der Gamer ihre eigenen Spiele erstellen können. Vorausgesetzt, sie bringen eine Menge Geduld und zumindest ein Minimum an Technik-Talent mit. Denn obwohl „Dreams“ keine Programmier-Kenntnisse erfordert, arbeitet die Logik, nach der die Eigen-Kreationen funktionieren, wie bei dei professionellen Tools. Obendrein werden die Figuren, Gebäude und Accessoires in „Dreams“ ausschließlich mit Dual-Shock-Pad oder Motion-Controllern erstellt - eine Vorgehensweise, die trotz cleverer Oberfläche eine Menge Übung und viele Workarounds verlangt.

All das sorgt in Summe dafür, dass die von Sony erhoffte Revolution der Entwickler-Landschaft, die man mit „Dreams“ wohl angestrebt hatte, bisher ausbleibt und die Verkaufszahlen ebenso wie die Anzahl an brauchbaren Fan-Kreationen eher überschaubar bleibt. Das Programm ist für Einsteiger einfach zu komplex - und Profis ärgern sich darüber, dass sie ihre Kreationen nicht aus dem „Dreams“-Kosmos hinausbewegen können, um sie dann zum Beispiel als eigenständige Kreation zu vermarkten.

„Dreams“-Kreationen selber vermarkten

Zumindest diesen Knackpunkt will Media Molecule aus der Welt schaffen, wie eine Ankündigung auf der Projekt-Webseite zeigt: Wer bereits an der Early-Access-Phase der Engine teilgenommen hat, darf Entwickler Media Molecule bald anschreiben und um eine entsprechende Freistellung seines Projekts bitten. Das kann sowohl Spiele als auch einzelne Motive, Video-Clips oder mithilfe des Musik-Editors arrangierte Songs betreffen.

Offenbar möchte das Studio seiner Entwickler-Oberfläche damit wieder etwas Auftrieb geben. Ob das allein reicht, ist allerdings fraglich. Eine Ausdehnung der Maßnahme auch auf solche Spieler, die „Dreams“ erst kürzlich gekauft haben, wäre ebenso dazu geeignet wie eine nachgereichte Maus-Kompatibilität, um die Gestaltung eigener Spielwelten einfacher zu gestalten. Auf diese Weise wäre der Verkauf eigener, komplett mit „Dreams“ gestalteter Indie-Games theoretisch möglich.

teleschau

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