„Good Job!“ im Test

Der Büro-Chaos-Simulator

Stressiger Büro-Alltag: In „Good Job“ will es der Sohn des Konzern-Chefs von ganz unten nach ganz oben schaffen - und dafür muss er sich anfangs ganz schön die Finger schmutzig machen.
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Stressiger Büro-Alltag: In „Good Job“ will es der Sohn des Konzern-Chefs von ganz unten nach ganz oben schaffen - und dafür muss er sich anfangs ganz schön die Finger schmutzig machen.

Die Rolle eines ganz alltäglichen Helden übernehmen Spieler im Switch-exklusiven „Good Job!“ von Nintendo und Paladin Studios: In dem schrägen Knobelspiel soll eigentlich das Büro-Chaos gelichtet werden, aber zwischen stumpfsinnigen Mitarbeiter-Lemmingen wird die Konfusion nur noch größer.

Wer einen Großindustriellen zum Vater hat, der ist fein raus, richtig? Falsch: In „Good Job!“ zeigen Indie-Entwickler Paladin und Nintendo, warum der Nachwuchs vom Chef nichts zu Lachen hat. Denn um seinem schusseligen Sprössling die Flausen auszutreiben, lässt ihn Papa kurzerhand in der ersten Etage seines Konzern-Wolkenkratzers antreten. Auf der untersten Sprosse der Karriere-Leiter, zwischen klaustrophobischen Glas-Gassen, Paketstapeln und selig auf ihren Bürostühlen vor sich hin schnarchenden Faulpelzen. Was für ein Karriere-Start!

Aber was soll der frisch gebackene Konzern-Soldat nun tun, um es von Versand-Abteilung, Buchhaltungs-Bude und langweiligen Präsentationen ganz nach oben zu schaffen, auf die Spitze des Elfenbeinturms und in den gut gepolsterten Sitzplatz neben Papi? Ganz einfach: Alles, was anfällt!

Dazu zählt ebenso, einen sperrigen Projektor durch den verwinkelten Konzern-Komplex zu bugsieren und anzuschließen wie gelangweilte Kollegen aufzufinden oder eine schlecht vorbereitete Mitarbeiter-Konferenz zu retten. Was genau dafür nötig ist, muss der kleine Chaot selber herausfinden: In dem isometrisch dargestellten Büro-Dschungel lässt sich jedes Objekt entweder aufheben und wieder fallenlassen, herumschubsen oder anschließen - ein passender Steckplatz natürlich vorausgesetzt. Wer zum Beispiel einen Projektor in den Konferenzraum schieben will, der muss vorher Hindernisse wie geschlossene Schiebetüren beseitigen, zum Beispiel, indem er sie mit dem Stromnetz verbindet.

Das Kabel-Katapult

Problem: Wer hunderte Meter Kabel wie Wäscheleinen durch den Büro-Komplex verlegt, der konstruiert damit neue Hindernisse. Denn der Gummi-artige Kabelsalat hat die Eigenart, mit ihm kollidierende Gegenstände wie ein Katapult durch die gute Stube zu schießen. Genügend Geschick vorausgesetzt, lassen sich mithilfe dieser Katapult-Kabel-Vorrichtungen andere Hindernisse dauerhaft aus dem Weg räumen. Allerdings beeinträchtigen die dabei angerichteten Verwüstungen die Abschluss-Wertung des Auftrags. Je länger der Angestellte an der Lösung wurschtelt und je mehr auf dem Weg dahin zu Bruch geht, desto schlechter die Aussichten auf eine Beförderung. Also: Grübeln, flink sein und die Zerstörungswut im Zaum halten!

Beil all dem besticht Paladins „Good Job!“ nicht nur durch seine Spiel- und Experimentier-Freude, auch die im Stil von Piktogramm-Männlein gehaltene Level-Population und ihre stilvoll reduzierte Umgebung machen Laune. Aber Vorsicht: Hinter der knuffigen Optik der verschiedenen Gebäude-Etagen verbirgt sich teils knallharte Knobel-Kost, bei der schnell ein paar Gehirnzellen durchbrennen. Aber das ist nun mal der Preis des Erfolgs!

Mit um die 25 Euro gehört „Good Job!“ leider nicht zu den günstigen Download-Only-Spielen, aber wer auf der Suche nach kerniger Hirnnahrung ist, macht bei dem Kauf nichts falsch.

teleschau

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