Datenmissbrauch

Britisches Parlament nennt Facebook-Bosse „digitale Gangster“

+
Seit Monaten in der Dauerkritik: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Welche Daten Facebook von seinen Nutzern abgreift und was der Milliarden-Konzern danach damit anstellt, darüber ist wenig bekannt.

Umso mehr häufen sich kritische Stimmen an der Vormachtstellung des Social-Media-Dienstes. Nun hat auch das britische Parlament in einem Bericht Stellung bezogen und deutliche Worte gefunden. Das ausführliche Abschlussdokument eines Ausschusses zum Thema Desinformation und Fake News kommt zu dem Urteil, Facebook würde wie ein „digitaler Gangster“ handeln.

Weiter heißt es in dem Schreiben, das Unternehmen würde „vorsätzlich und wissentlich“ gegen Daten- und Wettbewerbsrecht verstoßen und nur halbherzig gegen Fake News vorgehen. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg bekam sein Fett weg. Von ihm erwarten die Autoren des Berichts mehr Verantwortungsbewusstsein. Außerdem übten die Politiker Kritik daran, dass der 34-Jährige sich nicht vor dem britischen Parlament zum Umgang mit Nutzerdaten positioniert hatte. Um künftig Social-Media-Anbieter für ihre Inhalte zur Verantwortung ziehen zu können, schlugen die Parlamentarier vor, Dienste wie Facebook künftig als Publisher statt als Plattformen zu bezeichnen.

Facebook hat auf die erneut harte Kritik indes gelassen reagiert. In einem Statement ließ das Unternehmen verlauten, es sei offen für sinnvolle Maßnahmen der Regulierung. Ein Sprecher fügte hinzu, dass ohnehin bereits „substantielle Maßnahmen“ zur Verbesserung in die Wege geleitet worden seien.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare