Einzelstück

Bares für Rares: Unikat der „Nintendo PlayStation“ bringt Rekordsumme bei Auktion

Kein Druckfehler: Da steht wirklich „Nintendo PlayStation“. Der vermutlich letzte Prototyp wurde nun auf einer Auktion versteigert.
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Kein Druckfehler: Da steht wirklich „Nintendo PlayStation“. Der vermutlich letzte Prototyp wurde nun auf einer Auktion versteigert.

Sie ist die vermutlich die letzte ihrer Art: Der Prototyp der unter Kennern legendären „Nintendo PlayStation“ zählt zu den bemerkenswertesten Objekten, die jemals beim Auktionshaus Heritage Auctions gelandet ist..

Allein der Schriftzug auf der weißen Konsole klingt wie ein Widerspruch in sich: „Nintendo PlayStation“. In Serie ging dieser Zeitzeuge der ebenso kurzen wie vergessenen Zusammenarbeit der beiden japanischen Entertainment-Riesen nie.

Sony entwickelte einst für Nintendo ein CD-ROM-Laufwerk für das SNES. Im Gegenzug gewährte Nintendo dem Partner, eine eigene Multimedia-Konsole zu kreieren, die mit SNES-Modulen kompatibel sein sollte. Sowohl die SNES-CD-ROM-Version als auch die PlayStation-Konsole von Sony wurden als eigenständige Produkte beider Marken 1989 offiziell angekündigt. Dann aber entzweiten sich die beiden Unternehmen, da Sony auf Lizenzrechten an den für CD-ROM produzierten Spielen bestand. Das tragische Ende der kurzen Liaison: Von den 200 Prototypen wurden vermutlich 199 zerstört.

Verzockt!

Der Besitzer des letzten Exemplars erzählt gern die Anekdote, er habe das Gerät und anderen Krimskrams 2009 für nur 75 US-Dollar bei einer Büroauflösung bei Sony erstanden. Terry Diebold hätte wohl nie erfahren, dass er nicht nur Elektroschrott gekauft hatte. Erst sechs Jahre später bemerkte Diebolds Sohn, dass die Trödel-Kiste in Wahrheit eine Schatztruhe war, die einen Mythos beherbergte.

Ein derart seltenes Stück Videospielgeschichte hat natürlich seinen stolzen Preis. Bisher tingelten die beiden mit dem Unikat von Spielemesse zu Spielemesse - und schlugen sogar ein Angebot in Höhe von 1,2 Millionen Dollar abgelehnt, in der Hoffnung bei einer Auktion deutlich mehr zu erlösen. Das CD-ROM-Laufwerk war beim Kauf 2009 nicht funktional, wurde aber mittlerweile vom YouTuber Ben Heck, der als Konsolen-Restaurateur bekannt ist, zum Laufen gebracht.

Doch die hohen Erwartungen der Diebolds wurden nicht erfüllt. „Nur“ 360.000 US-Dollar brachte die Auktion der Konsole am Ende ein, an der über 57 verschiedene Bieter teilnahmen und deren Gewinner anonym bleiben wollte. 300.000 Dollar landeten davon bei den Besitzern. Dennoch: Ein absoluter Rekord. Mehr Geld wurde nie für eine Spielekonsole oder ein Videospiel bezahlt.

teleschau

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