Mac Pro

Apple-Wahnsinn: Wer stellt sich über 60.000 Euro auf den Schreibtisch?

Was für ein Hobel! Wer den neuen Mac Pro mit größtmöglicher Leistung bestellt, muss tief in die Tasche greifen. Sehr tief.
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Was für ein Hobel! Wer den neuen Mac Pro mit größtmöglicher Leistung bestellt, muss tief in die Tasche greifen. Sehr tief.

Der neue Mac Pro ist gewiss kein Gerät für jedermann, sondern richtet sich ausschließlich an Profi-Nutzer, die beispielsweise Tausende Tonspuren und mehrere 8K-Videos gleichzeitig in Echtzeit bearbeiten wollen.

Doch Apple lotet nicht nur das technisch, sondern auch finanziell Machbare aus, wie sich zeigt. Seit Kurzem ist das Gerät im deutschen Apple-Online-Store bestellbar - und wer die Maximalkonfiguration wählt, staunt über einen völlig absurden Betrag auf der Rechnung.

Schon die Basis-Version mit Achtkernprozessor, 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und mit einer geradezu mickrigen 256-Gigabyte-SSD-Festplatte kostet 6.499 Euro. Doch die Aufpreisliste ist lang - und sündhaft teuer. Allein die Möglichkeit, auf bis zu 1,5 Terabyte Arbeitsspeicher aufrüsten zu können, lässt sich Apple mit 30.000 Euro bezahlen.

Um diesen gewaltigen Speicher überhaupt nutzen zu können, braucht es auch bestimmte Prozessoren: Unter 24 Kernen geht nichts, wählbar ist aber auch eine CPU mit 28 Kernen. Aufpreis gegenüber der Basis-Version: 8.400 Euro.

Auf dem Weg zum Supercomputer

Und dann wäre da noch die Grafik. Apple spricht von der „leistungsfähigsten Grafikarchitektur der Welt“ und meint damit die Fähigkeit, bis zu zwei Radeon Pro Vega II Duo-Grafikkarten zu beherrschen, die es zusammen auf eine Rechenleistung von 56 Teraflops bringt. Zum Vergleich: Eine Xbox One X, die als stärkste Konsole der Welt gilt, bringt es auf 6 Teraflops. Vor zehn Jahren wäre der Mac Pro damit als Supercomputer durchgegangen, wie sie bei der NASA, in Unis oder in Forschungszentren stehen.

Wer sich für die maximale Grafiklösung entscheidet, legt noch einmal 12.960 Euro obendrauf - und gönnt sich vielleicht eine Apple-Afterburner-Karte für eine „noch bessere Videoleistung“ (2.400 Euro) und 4 Terabyte SSD-Speicher für 1.680 Euro. Bald wird es auch eine 8-Terabyte-Option geben.

Die Grenze ist mit 61.939 Euro aber noch längst nicht erreicht, zumal es auch noch einen Edelstahlrahmen mit Rollen (480 Euro) und mit dem Pro Display XDR ja auch noch den passenden 32-Zoll-6K-Bildschirm für 6.499 Euro. Der Ständer dazu? Schlappe 1.099 Euro. Und bitte nur die begelegten Tücher verwenden: „Nutzen Sie niemals andere Tücher, um das Nano-texture Glass zu reinigen“, warnt Apple.

Alles in allem: der Wert eines gehobenen Mittelklasse-Wagens, den man sich auf oder unter den Schreibtisch stellen kann. Die Frage ist nur: Wer macht das?

teleschau

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