Twitter-Hack

Angreifer hatten womöglich Zugriff auf private Nachrichten aller Twitter-Nutzer

War unfreiwillig Beteiligter einer Bitcoin-Betrugmasche auf Twitter: Ex-US-Präsident Barack Obama.
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War unfreiwillig Beteiligter einer Bitcoin-Betrugmasche auf Twitter: Ex-US-Präsident Barack Obama.

Der beispiellose Cyber-Angriff auf zahlreiche, auch prominente Twitter-Konten im Rahmen einer Bitcoin-Betrugsmasche sorgt weiter für Schlagzeilen.

Laut dem Sicherheitsexperten Brian Krebs ist es sogar „klar“, dass die Hacker Zugriff auf die privaten Nachrichten aller Twitter-Nutzer hatten - nicht nur jener der übernommenen Konten. Zudem sei Krebs zufolge bereits Tage vor dem Angriff die Möglichkeit verkauft worden, die bei Twitter hinterlegte E-Mail-Adresse beliebig zu ändern. Ein User habe die Übernahme von Konten für wenige tausend Dollar angeboten.

Unterdessen erklärte Twitter, die genauen Hintergründe des Angriffs weiterhin zu untersuchen. Das soziale Netzwerk spricht von einem „Social-Engineering-Angriff“, mit dem die Hacker Zugriff auf „interne Systeme und Tools“ erlangt hätten. Ein Angriff dieser Art beinhaltet den Versuch, über Falschinformationen und Manipulation an wichtige Daten zu kommen. Krebs zufolge handle es sich bei den Angreifern um Mitglieder einer bekannten Gruppe von Cyber-Kriminellen. Diese hätten nach dem Hack in internen Foren mit Screenshots Twitter-interner Tools angegeben. Das Online-Magazin „Motherboard“ berichtet davon, dass ein Twitter-Mitarbeiter den Angreifern geholfen habe. Einer der Hacker behauptete demnach, man habe den Mitarbeiter bestochen.

Insgesamt haben die Angreifer Twitter zufolge 130 Konten ins Visier genommen, nicht bei allen gelang die Übernahme des Accounts. Zudem betont das soziale Netzwerk, die Hacker hätten keinen Zugriff auf Passwörter erlangt. Es bestehe somit auch keine Notwendigkeit seitens der Nutzer, diese zu ändern.

Unterdessen soll das FBI laut der Nachrichtenagentur Ermittlungen aufgenommen haben. Zudem fordert der zuständige Senatsausschuss weitere Informationen. „Es kann nicht genug betont werden, wie beunruhigend dieser Vorfall ist“, schrieb Senator Roger Wicker an Twitter-Chef Jack Dorsey und forderte eine Unterrichtung durch Mitarbeiter bis Donnerstag kommender Woche.

teleschau

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