Was nach Corona bleibt

Homeoffice: Darum ist die Rückkehr ins Büro oft der größte Fehler - hätten Sie es gedacht?

Viele Betriebe haben sich mit der Arbeit im Homeoffice zurechtgefunden. Ein Argument sollte jetzt auch kritische Chefs davon überzeugen.

  • Das Coronavirus* macht in vielen Betrieben möglich, was davor undenkbar gewesen wäre: Homeoffice.
  • Mit den Lockerungen der Sicherheitsmaßnahmen rufen allerdings viele Chefs ihre Mitarbeiter zurück ins Büro.
  • Dabei spricht ein guter Grund für Homeoffice und gegen die Arbeit im Büro*.

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie war „Homeoffice“ das Schlagwort in vielen Unternehmen, wenn es um Arbeitsplanung der nächsten Wochen ging. Wo es technisch und organisatorisch möglich war, durften viele Mitarbeiter oder sogar die ganze Belegschaft von zu Hause aus arbeiten. Wird sich das Arbeiten von zu Hause dauerhaft durchsetzen? Diese Frage wird kontrovers disktutiert.

Homeoffice: Erst Fluch, dann Segen

Die größten Herausforderungen des Homeoffice waren die vielen bisher nicht geläufigen Tools und Arbeitsprozesse, die der neuen Situation angepasst werden mussten. Meetings über Video-Konferenzen waren durchpflügt mit Fragen, wie „Hören Sie mich?“, „Sehen Sie mich?“ oder „Schatz ich kann gerade nicht, bin in einer Konferenz“. Schlechte Internet-Anbindung oder veraltete Software gab vielen Prozessen den Rest. Doch nach Monaten der Eingewöhnungszeit haben sich viele Teams zurechtgefunden, können gut mit der Situation im Homeoffice leben oder sind sogar glücklicher und produktiver im Job. In einer Umfrage wurden die häufigsten Gründe für einen produktiveren Arbeitsalltag gesammelt:

  1. Die Nähe der Partnerin oder des Partners
  2. Haustiere
  3. Hilfreiche Nachbarn
  4. Zugang zu Snacks
Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Coronavirus gebannt: Endet jetzt auch die kurze Ära des Homeoffice

Schon im Mai, als das Coronavirus noch den Großteil der Gesellschaft lähmte, gab es in vielen Unternehmen Ideen zur Rückkehr ins Büro. 79 Prozent der Führungskräfte hielten es damals für moralisch vertretbar, die Arbeitnehmer zurück ins Büro zu holen, schreibt Businessinsider.de. Doch nicht nur die Chefs wollten, dass Ihre Mitarbeiter zurück ins Büro kommen, auch 80 Prozent der Mitarbeiter selbst hatten schon damals den Wunsch, wieder ins Büro zu dürfen. Heute sieht es in vielen Unternehmen noch sehr unterschiedlich aus. Einige machen noch Homeoffice oder zumindest einen gemischten Betrieb, andere rufen die gesamte Belegschaft wieder zu 100 Prozent ins Büro zurück.

Eine aktuelle Umfrage des ifo-Instituts lässt diese klare Tendenz, zurück ins Büro zu kehren, etwas verblassen. Nach den Umfrageergebnissen erwarten 54 Prozent der Unternehmen, dass die Arbeit im Homeoffice dauerhaft zunehmen wird. „Für viele Unternehmen ging die Umstellung mit beträchtlichen Investitionen in digitale Infrastruktur und neue Kommunikationstechnologie einher. Diese Neuorganisation der Arbeit wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vollständig rückgängig gemacht werden“, so Oliver Falck vom Ifo.

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Rückkehr ins Büro ist „Bullshit“

Nicht nur die beträchtlichen Investitionen für eine Arbeit im Homeoffice oder das glücklichere Gefühl sprechen gegen eine Rückkehr ins Büro. Marco Weimer von gruenderszene.de nennt noch einen ganz anderen Grund, lieber weiterhin im Homeoffice zu arbeiten: Er bezeichnet die Arbeit im Büro als „Bullshit-Kontrolle“ und „Bullshit-Arbeit“.

Ursache für viele Probleme sei die „Bullshit-Kontrolle“ im Büro. Damit ist die Kontrolle der Vorgesetzten gemeint, die diese gerne ausüben, weil sie denken, dass die Mitarbeiter dann produktiver sind. Laut Marco Weimer ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: „Angestellte, die sich kontrolliert und gegängelt fühlen, leisten nicht unbedingt das bessere Ergebnis, sondern einfach nur schnellere und womöglich halb fertige Lösungen.“ Im schlimmsten Fall täuschen Angestellte Arbeit vor, um beschäftigt zu wirken.

Das führt zu dem zweiten Begriff „Bullshit-Arbeit“. Damit sind hauptsächlich unnütze Aufgaben gemeint, die für das Unternehmen nicht relevant sind und manchmal nur erledigt werden, um die Mitarbeiter zu beschäftigen. Ein Beispiel dafür seien stundenlange Meetings, aus denen jedoch nur wenige oder keine Ergebnisse hervorgehen.

Laptop im Homeoffice

Gerade beim Homeoffice bietet es sich an, am Laptop zu arbeiten, um etwas flexibler zu sein. Das HP 250 G7 15 Zoll Notebook (werblicher Link) beispielsweise ist ein praktischer Allrounder für Ihre täglichen Aufgaben.

Marco Weimer ist deshalb ein klarer Verfechter der eigenen Entscheidung. Arbeitnehmer, die gerne ins Büro gehen, weil sie den Kontakt zu Kollegen und die Infrastruktur in der Firma schätzen, sollen das gerne machen. Doch alle Arbeitnehmer, die sich wünschen, im Homeoffice zu arbeiten und von dort aus gute Leistungen erbringen, sollten auch weiterhin von dort aus arbeiten dürfen. (nh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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