Wenn das Herz nicht mehr kann ...

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Nicht nur im Alter kann das Herz gesundheitliche Probleme bereiten. Auch unter jungen Menschen nimmt Herzschwäche zu. Oft werden die Anzeichen falsch verstanden.

Unser Herz schlägt 100.000-mal am Tag und hält den Kreislauf in Gang. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat – kaum jemand macht sich darüber Gedanken. Unser wichtigstes Organ arbeitet unauffällig und ist dabei nicht spürbar. Erst in höherem Alter spielt das Thema Herz zunehmend eine Rolle. Aber bei jungen Menschen? 

Genau so dachte auch Monique Jürgens aus dem niedersächsischen Twistringen. Die aktive, mitten im Leben stehende junge Frau hatte wenige Monate zuvor ihre dritte Tochter geboren, da machten sich starke Rückenschmerzen und Atemnot bemerkbar. Doch sie maß dem keine größere Bedeutung bei. Die Kinder versorgen, das Haus in Schuss halten – da kann man sich kein Kranksein leisten. Schmerztabletten linderten zwar die Beschwerden vorübergehend, aber das Beklemmungsgefühl kehrte zurück.

Falsche Diagnose – Lebensgefahr!

Monique Jürgens suchte ärztlichen Rat. Doch die Untersuchung erfolgte wohl zu oberflächlich – dass sie massive Herzprobleme hat, fiel den Arzt nicht auf. Als Monique Jürgens nur wenige Tage später erneut Beklemmungen hatte, kalte Schweißausbrüche und Atemnot, packte sie die Angst. In der Notaufnahme des Bremer Klinikums Links der Weser diagnostizierten die Ärzte dann einen Herzinfarkt und behoben in einer Not-OP vorhanden Gefäßverengungen.

Monique Jürgens hat Glück gehabt. Sie zählt nicht zu den 30.000 Menschen, die in Deutschland jährlich an plötzlichem Herztod sterben. Viele davon haben zuvor nichts von einer vorliegenden Herzschwäche geahnt – an eine langsam nachlassende Pumpleistung gewöhnt man sich leicht, Stechen in der Brust wird als Erschöpfungssymptom gedeutet. Und sogar Alarmsignale wie bei Monique Jürgens lassen sich leicht übersehen oder falsch interpretieren.

Weit verbreitete Herzinsuffizienz

Bei richtiger Betrachtung hätte man die Herzerkrankung von Monique Jürgens leicht erkennen können. Denn immer mehr junge Menschen mit erhöhtem Body-Mass-Index entwickeln eine Herzschwäche. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen – zusammen mit einer nicht beachteten erblichen Vorbelastung ist in der Rückschau klar, dass das Herz von Monique Jürgens bei ihrem stressigen Lebensstil irgendwann streiken würde. Nur rechnet man bei einer 31-Jährigen eben nicht damit.

Herzschwäche als Folge unterschiedlicher Herzerkrankungen ist eine zunehmende Wohlstandserkrankung. Das Gefährliche daran: Unbehandelt führt sie zum Tode, immer häufiger auch bei jüngeren Menschen. Dabei ist es – entsprechende Aufklärung vorausgesetzt – relativ einfach, sein Herz zu schützen und zu stärken. Regelmäßige Bewegung, gesunde, vor allem fett- und zuckerarme Ernährung, ein normales Körpergewicht und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol schützen unser Zentralorgan vor Überlastung, Entzündung und krankhafter Veränderung.

Aktiv gegen Herzschwäche

Herzinsuffizienz wird oft als Herzschwäche bezeichnet. Ein harmlos klingender Begriff für eine lebensbedrohliche Krankheit. Monique Jürgens ist klar, dass sie sehr großes Glück hatte. Nach einer Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten – gesund essen, Bewegung, keine Zigaretten und kaum Alkohol – fühlt sie sich wieder fit. Und der Infarkt hat keine bleibenden Schäden hinterlassen. Nun hat Monique Jürgens die Gewissheit, ihre drei Töchter groß werden zu sehen.

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