Öko-Test deckt auf

Öko-Test deckt auf: Diese "gesunden" Produkte sind eigentlich Zuckerbomben

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In scheinbar gesunden Produkten steckt mehr Zucker als vielen lieb ist.

Hersteller werben gerne mit Produkten, die weniger süß und kalorienarm sind. Wie der Öko-Test belegt, wird hier gerne getrickst - und wahre Zuckerbomben kaschiert.

Wer sich im Supermarkt fettarme, kalorienarme oder weniger süße Produkte in den Einkaufswagen legt, will sich in der Regel etwas Gutes tun - und geringere Mengen Zucker zu sich nehmen. Wie Öko-Test aber nun in seiner aktuellen Ausgabe vom Februar 2019 berichtet, stecken gerade hinter Produkten, die als gesund angepriesen werden, wahre Zuckerbomben.

Wie viel Zucker pro Tag: Das sind die Empfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine Obergrenze von etwa 50 Gramm an freien Zuckern (dazu gehören Trauben-, Frucht- und Haushaltzucker) pro Tag. Bildlich gesprochen: Zehn Teelöffel oder 17 Würfelzuckerstückchen sollte man sich maximal gönnen. Was auf dem ersten Blick recht großzügig erscheint, hat man jedoch schnell zu sich genommen: So zählt schließlich auch der Zucker in Fruchtsäften oder Honig dazu.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schnürt den Gürtel noch enger - hier werden nicht mehr als 25 Gramm Zucker am Tag (fünf Teelöffel) empfohlen. Mit einem kleinen Glas Apfelsaft ist dieser Richtwert schnell erreicht. Da ist der Griff nach scheinbar zuckerarmen Produkten verständlich. Doch leider steckt der Teufel im Detail.

Öko-Test sagt: So zuckrig sind scheinbar gesunde Lebensmittel wirklich

Insgesamt hat sich Ökotest 22 Produkte zur Brust genommen, darunter ein Knusper-Müsli, Rohkostsalat und ein Joghurt mit Cerealien. Das Ergebnis: Zwar sind Hersteller gesetzlich verpflichtet, den Gesamtzuckergehalt auf der Verpackung anzugeben - verschleiern den tatsächlichen Zuckeranteil ihres Produkts in der Zutatenliste allerdings äußerst geschickt. Beim Thema Zuckerkonsum zeigen viele Supermarkt-Ketten inzwischen aber Initiative.

Deshalb sollten Verbraucher weniger auf Sprüche wie "natürliche Süße" oder "30 Prozent weniger Fett" achten, sondern stattdessen einen Blick auf die Nährwerttabelle auf der Rückseite des Produkts werfen. Unter dem Punkt "Kohlenhydrate" gibt es den Wert "davon Zucker". Dieser wird zudem meist auf eine bestimmte Menge heruntergerechnet, wie etwa auf 100 Gramm bzw. Milliliter.

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So stach dem Öko-Test unter anderem der Joghurt "Danone Activia Cerealien nur 1,5 % Fett" negativ ins Auge. Zwar wird auf der Verpackung mit Cerealien geworben, doch beim Blick auf die Nährwerttabelle sind es tatsächlich nur 1,2 Prozent. Stattdessen enthalten 100 Gramm des Produktes fast 13 Gramm Zucker. Das entspricht auf die Packung gerechnet 19 Stück Würfelzucker.

Ebenso kaschiert die 400-Gramm-Packung "Feinkost Popp Bunter Rohkostsalat", dass bei all dem zugesetzten Zucker ebenfalls 19 Stücke Würfelzucker zusammenkommen. Damit enthält der Rohkostsalat auf 100 Gramm gerechnet mehr Zucker als eine Marken-Donauwelle aus dem Tiefkühlregel, wie Ökotest anmerkt. Was noch getestet wurde, erfahren Sie auf der Website von Ökotest.

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