Doppelt so viele Infektionen

Norddeutschland in Gefahr: Dieser gefährliche Virus breitet sich jetzt aus

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Diese Viren verbreiten sich aktuell vor allem in Norddeutschland rasend schnell.

Ungewöhnlich viele Virusinfektionen: In Hamburg und Schleswig-Holstein geht aktuell ein gefährlicher Virus um. Wer gefährdet ist und wie Sie sich schützen.

Ende Juni waren es bereits 1.122 Patienten alleine in Hamburg. Die Betroffenen leiden an Brechdurchfall, der für Kinder und Säuglinge lebensgefährlich enden kann. Die Rede ist von einer Infektion mit gefährlichen Rotaviren. Diese breiten sich im ersten Halbjahr 2019 aktuellen Zahlen zufolge in den meisten Bundesländern vermehrt aus.

Hamburg und Schleswig-Holstein: doppelt so viele Infektionen wie im Vorjahr

Vor allem in Hamburg und in Schleswig-Holstein sind deutlich mehr Menschen am Rotavirus erkrankt als im Vorjahreszeitraum, wie das Nachrichtenportal ntv unter Berufung auf das Robert Koch-Institut meldete. Bis Ende Juni waren es im Jahr 2019 1.122 gemeldete Rotavirus-Infektionen in Hamburg, im ersten Halbjahr 2018 dagegen nur 619 Patienten. Auch in Schleswig-Holstein verdoppelten sich die Zahlen: Bis Ende Juni 2019 wurden 941 Patienten gemeldet, im Vergleichszeitraum 2018 waren es 547 Fälle.

Und auch in anderen Bundesländern - ausgenommen Sachsen und Thüringen - nehmen die gemeldeten Fälle zu. Erschreckend sind die Zahlen im Vergleich: Wo 2018 bundesweit 23.602 Rotavirus-Infektionen bekannt wurden, waren es alleine bis Ende Juni diesen Jahres 31.072 Patienten. Einer Pressemitteilung der IKK Krankenkasse zufolge schwanken die Fallzahlen zwar stark, "die Steigerung in diesem Jahr sticht aber heraus, vor allem in Niedersachsen", sagt Andreas Schönhalz, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Niedersachsen und Hamburg. Einen Grund für die Entwicklung könne die Krankenkasse allerdings nicht nennen.

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Rotavirus: Brechdurchfall kann für chronisch Kranke lebensbedrohliche Folgen haben

Rotaviren-Infektionen zählen zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Das heißt, dass Ärzte das Gesundheitsamt informieren müssen, wenn sie eine Rotavirus-Infektion diagnostizieren. Die Viren führen zu starkem Brechdurchfall, der meist plötzlich einsetzt. Auch Fieber und Bauchkrämpfe sind Symptome, die für eine Infektion sprechen. Die Meldepflicht besteht deshalb, weil die Krankheit wegen des enormen Flüssigkeitsmangels durch den Brechdurchfall vor allem für Kinder, Säuglinge und chronisch Kranke lebensbedrohlich verlaufen kann.

Die hoch ansteckenden Viren breiten sich durch Schmierinfektion aus. Patienten scheiden sie aus und über kleinste Stuhlreste werden sie über die Hände weitergegeben. Deshalb rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dringend zum Händewaschen vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Kochen. Für Säuglinge empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Schluckimpfung gegen Rotaviren.

Im Video: Rotavirus-Infektionen in Deutschland verdoppelt

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jg / Video: glomex

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