Tipps zum Abnehmen

Fasten nach Karneval: Von Heilfasten bis Intervallfasten - diese Regeln solltet ihr beachten

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Wasser und Saft erlaubt - auf Torte sollte beim Fasten verzichtet werden.

Nach Karneval beginnt für viele Menschen das Fasten. Wir verraten euch, welche Regeln ihr bei Heilfasten, Intervallfasten und Co. beachten solltet.

  • Die Fastenzeit steht kurz bevor - zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag üben viele Menschen Verzicht.
  • Beim Heilfasten ist feste Nahrung tabu, stattdessen soll viel getrunken werden.
  • Neben dem klassischen Fasten gibt es noch andere Fasten-Varianten.

Dortmund - Wenn es am Aschermittwoch wieder ruhiger wird und die Karnevalisten sich auf den Start der nächsten Karnevalssaison vorbereiten, beginnt für viele Menschen die Zeit des Verzichts. Denn am Aschermittwoch, wenn die Karnevalssaison endet, beginnt die Fastenzeit. Alle Informationen, Tipps und Tricks rund um die Fastenzeit hat RUHR24* zusammengestellt. 

Fastenzeit 2020: Zur Ruhe kommen und den Körper reinigen

Für viele gläubige Christen beginnt die Fastenzeit an Aschermittwoch (26. Februar) und endet an Ostern, am Gründonnerstag (9. April). In diesen 40 Tagen wollen sich Gläubige durch den Verzicht auf Nahrung auf ihren Glauben und ihre Beziehung zu Gott konzentrieren. Aber auch Nicht-Christen haben die Fastenzeit für sich entdeckt. 

Die Fastenzeit ist auch eine Zeit, in der Menschen zur Ruhe kommen - nach der aufregenden Karnevalszeit, die für viele Menschen in NRW einer Aneinanderreihung von Feiertagen ist, vielleicht nicht ganz verkehrt. Das seelische Gleichgewicht und die Säuberung des Körpers stehen im Vordergrund. Tatsächlich hat Fasten viele Vorteile für das eigene Wohlbefinden und für den Körper.

Fasten ist gut für die Gesundheit - Schlacke allerdings ist ein Mythos

Besonders therapeutisches Fasten, also in ärztlicher Begleitung oder stationär in einer Klinik, soll die Gesundheit verbessern. Die Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung berichtet, dass Fasten bei einigen Erkrankungen wie chronischen Entzündungen, psychosomatischen Krankheiten oder chronischen Schmerzzuständen hilfreich sein soll. 

Allerdings sollten Fasten-Anhänger sich von dem Mythos des "Entschlackens" verabschieden, denn sogenannte Schlacke gibt es im Körper nicht. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen, können mögliche Giftstoffe nicht mit Saftkuren oder anderen Fasten-Methoden herausgeschwemmt werden, das erledigt der Körper ganz von allein.

Essenspausen sind natürlich und nichts Neues für den Körper

Allerdings können Essenspausen diesen Prozess durchaus unterstützen. Außerdem ist der temporäre Mangel an Nahrung nichts Neues für den Körper - eher im Gegenteil. Im Laufe der menschlichen Evolution war es normal, dass das Nahrungsangebot immer wieder schwankt. Das Überangebot an Nahrung und die ständige Verfügbarkeit ist eine neue Situation für den Menschen. 

Also: Eine Pause tut dem Körper gut, denn Nahrungsverarbeitung und Verdauung ist Dauerstress und Arbeit für den Körper. Wer allerdings mit dem Vorsatz ein paar Pfunde zu verlieren, voll in die Fastenzeit durchstarten will, sollte aufpassen. 

Fasten eignet sich nicht zum Abnehmen: Achtung Jo-Jo-Effekt!

Zwar liegt es in der Natur der Dinge, dass wenn man eine Weile auf feste Nahrung verzichtet, die Waage mit der Zeit ein paar Kilos weniger anzeigt, allerdings ist das nicht von langer Dauer. Ist die Fastenzeit erst vorbei, könnten die Kilos ganz schnell zurückkommen. Schuld daran ist der sogenannte Jo-Jo-Effekt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) meint zwar, dass eine Fastenkur der Einstieg in eine "gesundheitsfördernde Ernährung" sein kann. Warnt allerdings auch davor, eine Fastenkur zur Gewichtsreduktion zu machen: "Fasten eignet sich nicht als Diät und führt zeitlich befristet nicht zu einer langfristigen Gewichtsabnahme."

Fasten braucht ein paar Grundregeln 

Fasten kann also der Startschuss für einen gesunden Lebenswandel sein. Damit der auch reibungslos abläuft, hier ein paar Tipps für die Fastenzeit. Die Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung betont, dass bei richtigem Fasten kein Leistungseinbruch und keine Hungergefühle zu erwarten seien. Dazu sollten aber einige Grundregeln eingehalten werden: 

  • Jeden Tag muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. In der Fastenzeit ist es wichtig mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Zusätzlich können Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäfte getrunken werden. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass 500 Kalorien am Tag nicht überschritten werden. 
  • Es sollte auf einen Ausgleich zwischen Ruhephasen und Bewegung geachtet werden.

Heilfasten nach Otto Buchinger ist der Klassiker

Es gibt verschiedene Arten zu fasten: Heilfasten nach Buchinger und Intervallfasten sind beliebte Fastenkuren. Aber auch moderne Abwandlungen des Fastens werden immer populärer. So verzichten viele Menschen in der Fastenzeit bewusst auf Zucker oder Alkohol. Relativ neu ist auch das Plastik-Fasten - in dieser Zeit wird versucht, keinen Plastikmüll zu produzieren.

Wer mit dem Klassiker anfangen will, hält sich an das Fasten-Modell nach Otto Buchinger (1878-1966). Diese Variation kann zur Gesundheitsprävention als auch bei bestimmte Krankheiten angewandt werden. Beim Heilfasten wird dem Körper die Energiezufuhr nicht komplett entzogen - eine geringe Menge Kalorien ist erlaubt (rund 500 Kalorien).

Fasten nach Otto Buchinger - so funktioniert es 

Laut Buchinger soll das Fasten nicht nur auf gesundheitlicher, sondern auch auf psychosozialer und spiritueller Ebene wirken - der Arzt sprach von der "Diät der Seele". So soll gerade auch in der Fastenzeit Stress vermieden werden. Im Idealfall läuft die Fastenkur so ab:

  • Bereits einen Tag vor Start der Fastenkur wird die Kalorienzufuhr reguliert. Maximal 1000 Kalorien sollten aufgenommen werden. Koffein, Nikotin und Alkohol sind ab jetzt tabu. 
  • Zu Beginn der Fastenzeit kann es sinnvoll sein, den Darm zu reinigen. Dazu kann Glaubersalz in Wasser aufgelöst und getrunken werden. Wer kein Fan des eigentümlichen Geschmacks ist, kann ein bisschen Zitronensaft hinzufügen. 
  • Während der Fastenzeit liegt die maximal erlaubte Energiezufuhr bei 250-500 Kalorien. Die Kalorien setzten sich aus Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäften und Honig zusammen. Außerdem sind jeden Tag mindestens 2,5 Liter Wasser oder Tee Pflicht. 
  • Laut Buchinger beträgt die optimale Fastendauer zwei bis vier Wochen. Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung empfiehlt Fasten-Anfängern sieben bis zehn Tage plus ein Vorbereitungstag. Eine kürzere Fastenzeit ist leichter zu realisieren und aus medizinischen Gründen zu bevorzugen. 
  •  Beim traditionellen Fastenbrechen wird ein roher oder gekochter Apfel gegessen. Am Abend gibt es eine Kartoffelsuppe. Um sich wieder ans Essen zu gewöhnen, sollte in den nächsten Tagen leichte Kost gegessen werden. Zunächst sollten am ersten Tag 800 Kalorien aufgenommen werden, das wird am zweiten Tag auf 1000 Kalorien, am dritten Tag auf 1200 und am vierten Tag  auf rund 1600 Kalorien gesteigert.

Video: Neue Studie zu Intervallfasten - mit erstaunlichen Ergebnissen 

Zu Beginn der Fastenkur könne Symptome wie Kopfschmerzen, leichter Schwindel, Schlafprobleme oder schlechte Laune auftreten. Doch nach zwei bis drei Tagen sollten sich die Nebeneffekte gelegt haben und das Fasten-Hoch setzt ein: Die Laune wird besser, Entspannung und Ausgeglichenheit nehmen zu. Wem es schwerfällt komplett auf feste Nahrung zu verzichten, kann sanft einsteigen. Intervallfasten ist der Mittelweg zwischen Essen und Verzicht. 

Bei Intervallfasten - oder auch I ntermittierendes Fasten genannt - wird nur eine kurze Zeit auf Nahrung verzichtet. Bei der 16:8-Variante zum Beispiel wird 16 Stunden gefastet, acht Stunden lang darf gegessen werden. So kann entweder das Frühstück oder das Abendessen gestrichen werden. 

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erläutert, zeigen Tierversuche, dass Intermittierendes Fasten das Risiko für chronische Krankheiten senken kann. Dazu zählen Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurologische Krankheiten und Krebs. Außerdem soll Intervallfasten lebensverlängernde Effekte haben. mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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