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Mundschutzmaske auf, aber Nase frei: Reicht es wirklich, die Maske nur über den Mund zu ziehen?

Sie sehen immer wieder Menschen, die ihre Alltagsmasken zum Schutz vor Corona unterhalb der Nase tragen? Ein Virologe erklärt, wie sinnvoll eine Maske dann noch ist.

  • Mundschutzmasken* prägen mittlerweile in ganz Deutschland das Bild in Fußgängerzonen, Geschäften, Bahnhöfen und auch vielerorts im Arbeitsalltag.
  • Doch immer wieder sieht man Menschen, die ihre Alltagsmaske nur bis über den Mund ziehen. Die Nase bleibt frei.
  • Bietet die Maske dann noch ausreichenden Schutz? Ein Virologe erklärt, was von dieser Anwendung zu halten ist.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung hält kleinste Tröpfchen aus dem Mund-Rachen-Raum davon ab, beim Sprechen in die Umgebung zu gelangen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie herrscht vielerorts eine Maskenpflicht, da mittlerweile als erwiesen gilt, dass das Tragen von Masken die Ansteckung mit Covid-19 effektiv verhindert. Zu Beginn der Pandemie galt noch die Empfehlung, dass nur kranke Menschen eine Maske tragen sollten. Doch da man auch an einer Coronavirus-Infektion leiden kann, ohne Symptome zu zeigen, profitiert die Gesellschaft von einer generellen Maskenpflicht.

Das Prinzip ist einfach: Eine Maske - auch wenn es nur eine Alltagsmaske und kein Medizinprodukt ist - hält die potentiell infizierten ausgeatmeten Tröpfchen davon ab, auf die Schleimhäute anderer zu treffen. Von dort aus können die Viren in den Körper gelangen und dort leichte Symptome wie Husten aber auch eine Lungenentzündung auslösen. Wird eine Maske allerdings falsch getragen, verfliegt der Schutzeffekt. Auch dann, wenn man die Nase frei lässt?

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Mundschutzmaske mit freier Nase: Virologe mit eindeutiger Meinung

Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe und Hochschullehrer an der Universität Hamburg vertritt eine klare Position: „Es steht außer Frage, dass die Maske korrekt verwendet werden muss", zitiert ihn das Portal express.de. Das bedeutet: Auch Kinn und Nase müssen komplett bedeckt sein, um Mitmenschen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen. Durch das Bedecken der Nase schützt man sich vor potentiell kontaminierten Tröpfchen, die andere ausatmen. Lässt man die Nase frei, könnte man die Maske auch gleich weglassen, so Schmidt-Chanasit.

Die falsche Handhabung von Mundschutzmasken kann zur Gefahr für sich und andere werden. Zur korrekten Anwendung zählt nicht nur das Bedecken von Mund und Nase, auch sollte man die Maske nie mit den Händen berühren. Zum Auf- und Absetzen sollte die Maske nur an den Tragebändern angefasst werden. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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US-Forscher haben nun untersucht, wie unterschiedliche Gesichtsmasken und Visiere vor einer Infektion schützen können.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
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Eine Untersuchung zeigt jetzt: Nicht alle Masken schützen gleich gut gegen Corona, vor allem das Material macht einen Unterschied.

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