Experiment am Menschen

Diese Menschen bleiben eher gesund: Vier Faktoren stärken Immunabwehr – auch mehr Schutz vor Covid-19?

Manche Menschen sind wie immun gegen jede Art von Virus. Forscher fanden jetzt heraus, woran das liegt. Wer folgende Regeln befolgt, könnte sich auch vor Covid-19 schützen.

  • Es gibt tatsächlich Menschen, die sich im Dienste der Wissenschaft mit Krankheitserregern infizieren lassen. Wie im Bereich der Medikamententests spielt für freiwillige Studienteilnehmer allerdings auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Oftmals winkt eine großzügige Entlohnung.
  • Ohne diese Freiwilligen könnten Wissenschaftler das „Common Cold Project" nicht umsetzen. Das Ziel der Forscher der Carnegie Mellon University in Pittsburgh: Sie wollen herausfinden, warum manche Menschen Viren trotzen – und andere sofort krank werden.
  • Die überraschenden Erkenntnisse der Wissenschaftler: Schon kleinste Änderungen im Lebensstil verringern das Risiko, krank zu werden.

Kennen Sie auch jemanden, der nie krank ist? Können Sie sich nicht wirklich erklären, wie so etwas funktionieren kann? Diese und ähnliche Fragen könnten auch die US-amerikanischen Forscher gequält haben, die das Projekt „Common Cold Project" ins Leben gerufen haben. Seit 2011 wird im Rahmen des Projekts eine Datenbank erstellt, die die Daten von fünf großen Studien zu Viruserkrankungen einbezieht. Im Rahmen der Studien wurden Freiwilligen neben Schnupfen- und Grippeviren* auch weit verbreitete aber harmlose Coronaviren verabreicht und der Zustand der Probanden engmaschig kontrolliert. Spannend für die Forscher war vor allem, dass je nach Virus bei 70 bis 85 Prozent der Studienteilnehmer eine Infektion nachweisbar war, allerdings nur 25 bis 40 Prozent Beschwerden wie Halsschmerzen entwickelten.

Bei der Analyse des Lebensstils der Studienteilnehmer fiel den Forschern schnell auf, dass es immense Unterschiede gab – deren Effekte sich in den Augen des Studienautors Sheldon Cohen auch auf Covid-19 übertragen lassen.

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Macht anfällig für Krankheiten: Wenig Schlaf, wenig Bewegung, viel Alkohol, viel Stress

So wurde etwa bei einer Gruppe von Versuchspersonen untersucht, wie sich das Tropfen von Rhinoviren in die Nase auf deren Gesundheit auswirkte. Diejenigen, die zwei Wochen zuvor weniger als sieben Stunden pro Nacht geschlafen hatten, hatten ein dreimal so hohes Risiko, eine Erkältung zu entwickeln – im Vergleich zu Langschläfern, die im Schnitt auf acht Stunden Schlaf pro Nacht kamen. Ebenfalls auffällig: Die Studienteilnehmer, die weniger als zweimal die Woche Sport treiben, wurden doppelt so häufig krank als die sportlicheren Probanden. Und auch für Freunde des täglichen Glases Rotwein haben die Forscher schlechte Neuigkeiten: Wer seltener als einmal täglich Alkohol trinkt, wird ebenfalls seltener krank, wie spektrum.de die Studie zitiert. Die Erklärung der Forscher: Wer selten Alkohol trinkt, könnte Entzündungsreaktionen mildern – was sich auch positiv auf das Covid-19-Risiko auswirkt.

Und nicht nur wenig Sport und Schlaf sowie Alkoholkonsum sollen das Erkältungsrisiko steigern: Auch chronischer Stress ist unbedingt zu vermeiden, wie Psychologe Cohen in seiner auf dem Fachportal Perspectives on Psychological Science erschienenen Studie erläutert. Wer im Versuch von chronischem Stress berichtete, erkrankte eher an den verabreichten Viren. Diese Probanden hatten dann auch vermehrt Zytokine im Blut, Entzündungsmarker, die auch bei Coronavirus-Infektionen eine maßgebliche Rolle spielen. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Weiterlesen: Das passiert bei einer Coronavirus-Infektion im Körper.

Mit diesen acht Tricks werden Sie nie wieder schlecht schlafen

Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten.
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und her wälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es "umarmen".
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus.
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen.
Mit diesen acht Tricks werden Sie nie wieder schlecht schlafen

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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