Was viele nicht wissen...

Sie bekommen Streikgeld? Darum leiden Ihre Rentenansprüche darunter

Auf einem Schild steht das Wort „Streik“.
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Während eines Streiks können Mitglieder von Gewerkschaften Streikgeld bekommen.

Wer streikt, hat Anspruch auf ein Streikgeld, sofern man Teil einer Gewerkschaft ist. Doch Vorsicht: Streiken wirkt sich negativ auf Ihren Rentenanspruch aus.

Trotz oder gerade wegen der Corona-Krise* dampft und brodelt es im ÖPNV, in Krankenhäusern, Kitas und Pflegeheimen. Der Druck und die Arbeitsbelastung sind bei vielen Arbeitnehmern gestiegen. Mehr Geld gab es für die unentbehrlichen Säulen unserer Gesellschaft bisher nicht. Die Gewerkschaft ver.di hat daher in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Diensts zu bundesweiten Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Der Arbeitsstreik gehört zur deutschen Kultur und ist fest verankert. Arbeitnehmer dürfen ihre Arbeit niederlegen, um gewisse Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen. Ob Lohnerhöhung oder bessere Arbeitsbedingungen, ein rechtmäßiger Streik stellt keine Verletzung des Arbeitsvertrags dar und darf vom Arbeitgeber nicht sanktioniert werden. Jedoch ruht der Arbeitsvertrag während eines Streiks und der Arbeitgeber zahlt für diesen Zeitraum keinen Lohn.

Was Sie sonst noch im Fall eines Streiks beachten müssen, fasst die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. zusammen. So kann sich das Streiken beispielsweise negativ auf Ihre Rentenansprüche auswirken (siehe letzter Absatz).

Streikgeld: Wie viel bekommt man?

Da das Streiken zu einer Lohneinbuße führt, zahlen Gewerkschaften für ihre Mitglieder ein Streikgeld, um den Lohnausfall abzumildern. Die Höhe des Streikgelds ist in den Satzungen der einzelnen Gewerkschaften geregelt. Meist wird es auf Grundlage des monatlichen Mitgliedsbeitrags berechnet, der wiederum vom Bruttoverdienst abhängt. Die GDL zahlte beispielsweise 100 Euro pro Streiktag an ihre zugehörigen Lokführer aus.

Darum ist Streikgeld steuerfrei

Beim Streikgeld handelt es sich weder um ein Einkommen, noch um eine Lohnersatzleistung wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld. Daher muss Streikgeld nicht bei der Einkommensteuer angegeben werden. Es fallen keine Steuern darauf an und es werden auch keine Sozialversicherungsabgaben darauf erhoben. Weiterhin unterliegt es, im Gegensatz zu den Lohnersatzleistungen, auch nicht dem Progressionsvorbehalt, das heißt, es erhöht die Steuer für die übrigen Einkünfte nicht. Streikende, die keiner Gewerkschaft angehören, gehen beim Streikgeld aber leer aus.

Mehr erfahren: Steuererklärung: So können Sie Umzugskosten absetzen und viel Geld zurückbekommen.

Steuererklärung: Kann man Aufwände für einen Streik absetzen?

Da Streikgelder nicht versteuert werden, können im Gegenzug keine Kosten, welche die Teilnahme an einem Streik mit sich bringt, in der Einkommensteuer abgesetzt werden. So sind zum Beispiel Fahrtkosten zum Streikort, Verpflegungsmehraufwand oder Kosten für Arbeitsmaterialien, wie für Schilder oder Transparente, keine Werbungskosten. Einzig der monatliche Mitgliedsbeitrag zur Gewerkschaft kann im Rahmen der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Streiken wirkt sich negativ auf Ihre Rentenansprüche aus

Während eines rechtmäßigen Streiks bleibt der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- oder Pflegeversicherung erhalten. Die Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und Rentenversicherung entfallen, sodass durch Streiks die Rentenansprüche in einem geringen Ausmaß sinken. Die Ansprüche auf Arbeitslosengeld werden in der Regel nicht beeinträchtigt. Für die Zeit eines Streiks kann jedoch kein Arbeitslosengeld beantragt werden, da der Arbeitsvertrag nur ruht, aber weiter bestehen bleibt.

Lesen Sie auch: Steuererklärung: Sie haben fehlerhafte Angaben gemacht? Das müssen Sie jetzt tun.

Video: Bus, Bahn und Kita - So lief der Streik-Dienstag (29.09.2020) in Bayern

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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